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Sind Fernreisen bald wieder möglich? (UPDATE)

Ein Deal von , 18. Jun. 2020 17.01 Uhr

Ahoi Piraten,

innerhalb der Europäischen Union ist das Reisen nun überwiegend wieder möglich und dem Sommerurlaub am Mittelmeer steht kaum noch etwas im Wege. Anders sieht es bei den Fernstrecken aus. Über die aktuellen Entwicklungen, Ideen und Planungen wollen wir euch einen kurzen Überblick geben.

Erwartet aber bitte keine Liste mit lauter festen Terminen, diese Infos gibt es einfach noch nicht in dem Umfang. Vielmehr geht es um Trends und Perspektiven.


Situation weltweit

Während sich die Lage in Europa in weiten Teilen vorerst stabilisiert zu haben scheint, haben sich die Hotspots der Infektion in neue Länder verlagert. Vor allem Südamerika leidet gerade unter einer großen Anzahl an Neuansteckungen, allen voran Brasilien. Anteilig an der Bevölkerungszahl sind aber auch Peru und Chile besonders stark betroffen.

Die meisten aktiven Fälle weltweit gibt es immer noch mit Abstand in den USA. Dort sind aktuell über eine Million Menschen erkrankt (in Deutschland gerade mal noch knappe 7.000). Langsam aber stetig breitet sich Corona auch in Afrika aus, wo momentan vor allem Südafrika steigende Zahlen aufweist.

In Asien waren viele Länder mit ihren Maßnahmen sehr erfolgreich, aber die momentane Aufregung in Peking zeigt, dass die Ruhe trügerisch sein kann. Eine wachsende Zahl an Neuansteckungen verzeichnen gerade auch Iran und Indien.

Spannend wird nun, wie die einzelnen Länder mit ihren Einreisesperren und sonstigen Reisebeschränkungen umgehen werden. Wir verfolgen die Entwicklungen täglich für euch und können momentan vier grobe Trends ausmachen:


Länder mit begrenzten "Travel-Bubbles" oder "Reise-Korridoren"

Zuerst hat man diese Idee von Neuseeland und Australien gehört. Neuseeland hat die Infektionskrankheit gerade für besiegt erklärt und auch Australien hat bereits seit Mitte April kaum neue Fälle. Daher will man sich wohl für die Variante mit dem kleinsten Risiko entscheiden und vorerst gegenseitig nur Reisende aus dem jeweils anderen Land akzeptieren. Diese beiden Staaten würden also eine "Reiseblase" bilden. Beginnen soll das Projekt wohl im September. Alle anderen dürften dann mindestens bis zum Jahresende nicht einreisen.

Eine weitere geplante Travel-Bubble befindet sich in Asien. Nachdem in Vietnam, Thailand und Malaysia die Zahlen niedrig sind und gerade massiv Reisen in Inland beworben werden, könnten diese Länder demnächst auch ihre Grenzen untereinander öffnen. Als viertes Land soll dann wohl auch Singapur dazu stoßen.

Auch Japan möchte gern in eine Bubble. Dort wünscht man sich Australien, Neuseeland, Thailand und Vietnam mit hinein.

Bereits geöffnet haben sich die Seychellen, aber nur für die High Society. Die Einreise per Privatjet oder Yacht ist nämlich wieder möglich. Eines der ersten Länder, mit denen über einen Reisekorridor von "Normaltouristen" verhandelt wird, ist Israel.

Ähnlich eingeschränkt geht Indonesien bei ersten Überlegungen vor. Hier stellt man sich vor, die Einreise auf Nationen zu beschränken, die ein niedriges Infektionsgeschehen aufweisen und außerdem in der Vergangenheit viel in dem Land investiert haben. Namentlich genannt werden Australien, China, Japan und Süd-Korea. Beschlossen ist dies allerdings noch nicht.

Länder, die nur einzelne Regionen für den Tourismus öffnen

Ebenfalls gibt es in Indonesien Überlegungen, nach denen einzelne touristische Gegenden, zu denen auch Bali zählt, ab Oktober wieder gänzlich für Reisende zu öffnen.

Auch Kuba spielt mit dem Gedanken, sogar schon ab August Reisen in die Strandresorts möglich zu machen. Die Touristen sollen sich dann beispielsweise auf der Resort-Halbinsel Varadero aufhalten können, nicht aber in Havanna, um möglichst wenig Kontakt zur lokalen Bevölkerung zu haben.

Auch in Vietnam gibt es die Überlegung, internationale Reisende sozusagen als Pilotprojekt zuerst auf der isoliert gelegenen Insel Phu Quoc zuzulassen.

Länder mit hohen Hürden bei der Einreise

Neben der oben genannten Reiseblase mit den Nachbarländern veröffentlichte das Tourism Authority of Thailand kürzlich auch Informationen für einen generellen Start in den Tourismus. Demnach dürfen Reisende nicht aus Risikogebieten kommen und müssen bei der Einreise ein Gesundheitszeugnis (nicht näher erläutert) vorlegen können. Am Flughafen soll dann noch ein Schnelltest durchgeführt werden. Als Reiseziel werden bestimmte nur bestimmte (infektionsfreie) Regionen zugelassen, in die man dann auf direktem Weg weiterreisen muss. Zur Überwachung dient unter anderem eine Tracking-App. Bei allem soll der Fokus auf "Highend-Tourismus" liegen, wobei die Umsetzung nicht klar ist. Vorstellbar wäre beispielsweise, dass Touristen nur in 4- und 5-Sterne-Hotels buchen dürfen.

Auch Sri Lanka macht uns die Einreise nicht gerade schmackhaft. Neben Visumskosten von 100US-$ muss man einen Reiseverlauf und den Nachweis einer Reisekrankenversicherung vorlegen. Zudem soll man vor der Reise, bei der Einreise und dann alle fünf Tage einen Abstrichtest machen. Startschuss ist der 1. August.

Absoluter Anführer in der Liste der krassesten Bedingungen ist aber derzeit ganz klar Kambodscha. Um die hohen Gebühren für die regelmäßigen Abstrichtests (100-400 US-$) oder die Übernachtung im Testcenter abzudecken, soll man bei der Einreise ganze 3.000 Dollar als Kaution hinterlegen.

Länder, in die man (bald) wieder reisen kann

Dass solche vorgestellten Maßnahmen nicht zwangsläufig auch zur Umsetzung kommen müssen, zeigt aber das Beispiel Malediven. Hier war nämlich zuerst geplant, dass man für eine Reise dorthin ein Visum (200US-$) kaufen, einen Mindestaufenthalt von 2 Wochen buchen, einen Antikörpertest vor der Reise durchführen und einen Abstrichtest bei der Einreise machen sollte. Mittlerweile gab es aber die Kehrtwende und nun soll die Einreise ab Juli komplett ohne all diese Bedingungen möglich sein.

Heute schon einreisen kann man als Tourist Mexiko. Der zentralamerikanische Staat hatte die Einreise quasi zu keinem Zeitpunkt beschränkt. Nur ein Gesundheitsformular muss man ausfüllen.

Allgemein tut sich die Karibik als die Region hervor, in der der Tourismus in größerem Stil demnächst wieder möglich sein könnte. So wollen ab Juli unter anderem die Dominikanischen Republik und Jamaika wieder Reisen erlauben, ab August dann St. Lucia.

Auch außerhalb der Karibik sind es anscheinend kleine Inselstaaten, die sich als erste dem Tourismus öffnen. So hat auch Französisch-Polynesien angekündigt, ab dem 15. Juli Reisende aus allen Ländern reinzulassen, wenn sie vor dem Flug einen Covid-19-Test durchführen und eine Krankenversicherung nachweisen können.

Eine erste gute Nachricht kommt auch noch von zwei potenziellen Umsteigeflughäfen in Asien: Sowohl in Singapur als auch in Hongkong ist die Umstieg zu Flügen in andere Länder nun wieder erlaubt.


Fazit: Das einzige Datum das wir euch mit relativ hoher Sicherheit nennen können (wenn auch ein negatives), ist der 31. August. Mindestens bis zu diesem Datum werden wohl keinerlei Pauschalreisen in die Ferne stattfinden, da bis dahin die Reisewarnung für die meisten Länder gültig ist. Wie es danach aussieht, wird von der Entwicklung der einzelnen Länder abhängen.

Sind Fernreisen bald wieder möglich? (UPDATE)

Sind Fernreisen bald wieder möglich? (UPDATE)