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Änderungen bei den Reisewarnungen ab 1. Oktober / BILD-Zeitung mit Falschinfos

Ein Deal von , 9. Sep. 2020 17.48 Uhr

Ahoi Piraten,

BILD online verbreitet leider auf ihrer Startseite gerade ein bisschen Schmarrn über die neuen Änderungen an der weltweiten Reisewarnung. Deshalb möchten wir das gern richtigstellen. Dort heißt es unter anderem:

"Warnungen für fast 160 Länder aufgehoben"

Auch wenn es so klingt, als ob alle 160 Warnungen aufgehoben wurden, ist das bei weitem nicht so. Richtig ist: Bisher gab es eine pauschale Reisewarnung für etwa 160 Länder. Dies sind Länder, die nicht zur EU bzw. dem Schengen-Raum gehören. Ab dem 1. Oktober will das Auswärtige Amt hier aber Unterschiede machen. Genauso, wie es derzeit für Ziele in Europa üblich ist, will man sich dann die Lage in jedem einzelnen Land anschauen und dann individuelle Reisewarnungen aussprechen.

"Reisen außerhalb der EU ab Oktober wieder erlaubt!"

Das kann aus zwei Gründen so nicht sagen. Erstens waren Reisen außerhalb Europas niemals verboten. Ihr könnt morgen schon auf die Malediven oder die Dominikanische Republik reisen, wenn ihr wollt und euch Flüge und Hotel einzeln bucht. Die "Reisewarnung" ist nur eine Empfehlung auf dessen Grundlage ihr Pauschalreisen kostenlos stornieren könnt bzw. die Veranstalter die Reisen meist von sich aus stornieren. Individuell lassen sich die Ziele aber jetzt schon bereisen.

Zweitens wird sich für die allermeisten der 160 Länder gar nichts ändern, da für sie wohl auch weiterhin eine Reisewarnung bestehen wird. Es ist davon auszugehen, dass sich das Auswärtige Amt nämlich bei der Beurteilung stark an der Liste der Risikogebiete des Robert-Koch-Instituts orientieren wird. Und dort befinden sich immer noch Ziele wie die USA, Brasilien, die Philippinen genauso wie weit über 100 andere Länder.

Also nichts gewonnen?

Doch. Grundsätzlich halten wir den angekündigten Schritt für richtig. Er sorgt dafür, dass Veranstalter nicht mehr grundsätzlich alle Fernreisen stornieren müssen, sondern zu einigen sicheren Zielen durchführen können.

Die Beschlüsse im Detail:

  • Für Länder, die als Risikogebiet ausgewiesen sind, somit die überwiegende Mehrzahl von Drittstaaten - das heißt, alle Staaten außerhalb der EU, der Schengen-assoziierten Staaten und des Vereinigten Königreichs - gilt die Reisewarnung für nicht notwendige, touristische Reisen grundsätzlich fort.
  • Für Länder, die nicht als Risikogebiet ausgewiesen sind, kann von nicht notwendigen, touristischen Reisen abgeraten werden, sofern für diese Länder Einreisebeschränkungen nach Deutschland gelten oder diese Länder umgekehrt Einreisebeschränkungen aus Deutschland beschlossen haben. Auch die Gesamtschau der Lage im jeweiligen Land (zum Beispiel Ausstattung Gesundheitssystem, bisheriger Umgang mit Infektionsherden) wird dabei berücksichtigt.
  • Für alle anderen Länder gilt: Reisende werden um besondere Vorsicht gebeten.

Für welche Länder könnte dann die Reisewarnung fallen?

Lang ist die Liste leider nicht. Länder, die nicht auf der Risikoliste stehen und auch momentan keine Einreisebeschränkungen für Deutschland haben, sind zum Beispiel Tunesien und Georgien. Falls sich an den Einreisebedingungen etwas ändert, könnten später auch beispielsweise Kanada, Uruguay, Japan, Thailand und Vietnam dazu kommen.

Änderungen bei den Reisewarnungen ab 1. Oktober / BILD-Zeitung mit Falschinfos

Änderungen bei den Reisewarnungen ab 1. Oktober / BILD-Zeitung mit Falschinfos