Sonstiges

Pauschalreisende bald noch besser vor Insolvenz von Veranstaltern geschützt

Ein Deal von , 16. Feb. 2021 16.15 Uhr

Ahoi Piraten,

wie ihr sicher wisst, seid ihr bei der Buchung einer Pauschalreise dank des Sicherungsscheins immer auch abgesichert, falls euer Reiseveranstalter bis zum Reiseantritt pleitegehen sollte. Dieser Schein weist nämlich nach, dass die Kundengelder durch einen externen Versicherer geschützt sind.

Abgesicherte Summe bisher gedeckelt

Ein Problem hat sich allerdings bei der Thomas-Cook-Insolvenz vor zwei Jahren gezeigt: Die maximale Höhe der Erstattungen ist nämlich derzeit auf 110 Millionen Euro begrenzt. Während man vor Jahren noch glaubte, solch eine Summe würde locker ausreichen, wurde bei der Pleite dieses Big Players aber klar, dass dem nicht so ist.

Nach den Berechnungen der Zurich belief sich der Schaden damals auf rund 287 Millionen Euro plus etwa 50 Millionen Euro für den Rücktransport der Reisenden, die zum Zeitpunkt der Insolvenz gerade im Urlaub waren. Der Bund sprang damals ein und erstattete den Thomas-Cook-Kunden auf Antrag die restlichen Gelder (gut ein Drittel der Kunden machten ihre Ansprüche nicht geltend).

Reisesicherungsfond geplant

Damit sich Ähnliches nicht wiederholt, wurde inzwischen ein Gesetzentwurf beschlossen, der vorsieht, dass Zahlungen von Reisenden künftig dank eines Reisesicherungsfonds maximal abgesichert sein sollen.

In diesen staatlich überwachten Fond müssten rund 130 Reiseveranstalter mit dem größten Jahresumsatz anteilig einzahlen, sodass bis zum Jahr 2026 eine Gesamtsumme von 750 Millionen Euro erreicht wird, mit der im Ernstfall Kundengelder zurückgezahlt werden könnten. Bis es so weit ist, würde der Bund mit einer Kreditbürgschaft einspringen. Inkrafttreten soll das "Reisesicherungsfondsgesetz" am 1. Juli 2021.

Fazit

Es ist zu begrüßen, dass die Höchstgrenze für Insolvenzabsicherungen deutlich erhöht werden soll. Mit dem neuen Fond haben Reisende mehr Sicherheit und auch der Steuerzahler muss wohl nicht wieder einspringen. Kritisch gesehen wird jedoch, dass die Reiseveranstalter bereits in diesem Jahr und damit in finanziell angespannten Zeiten in den Fond einzahlen sollen.

Pauschalreisende bald noch besser vor Insolvenz von Veranstaltern geschützt

Pauschalreisende bald noch besser vor Insolvenz von Veranstaltern geschützt