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EU-Kommission schlägt einheitliche Reiseregeln vor

Ein Deal von , 26. Jan. 2021 9.01 Uhr

Ahoi Piraten,

wie wir es letzten Donnerstag nach dem EU-Gipfel angekündigt hatten, hat die EU-Kommission nun übers Wochenende Vorschläge ausgearbeitet, wie man das Reisen noch sicherer machen (oder noch abschreckender machen) könnte. Und zwar mit möglichst einheitlichen Regeln.

Herausgekommen sind Vorschläge, die Deutschlands Rückreiseregeln ähneln, da hier ebenfalls zwei neue Einstufungen für Regionen geschaffen werden:

1. Virusvarianten-Gebiete

Wer aus Ländern reist, in denen besonders ansteckende Virusvarianten wüten, soll sich nach den Vorschlägen der Kommission in eine bis zu 14-tägige Selbstquarantäne begeben. Für deutsche Reisende würde sich also nicht so viel ändern, da bei uns sowieso eine 10-tägige Quarantäne bei der Rückkehr aus Risikogebieten vorgesehen ist.

2. Hochrisiko-Gebiete

Genau wie bei uns sollen Gebiete mit hohen Fallzahlen definiert werden – die "dunkelroten" Zonen. Die Definition weicht dabei aber leicht von der deutschen ab: Während es bei uns Regionen mit 200 Fällen pro 100.000 Einwohner in 7 Tagen sind, sind es im EU-Vorschlag 500 Fälle pro 100.000 Einwohner in 14 Tagen.

Momentan würde dies also deutsche Rückkehrer aus Estland, Irland, Lettland, Litauen, Malta, den Niederlanden, Spanien, Schweden, der Slowakei und der Tschechische Republik betreffen. Als Maßnahme werden hier ein PCR-Test bereits vor dem Ortswechsel sowie eine verpflichtende Quarantäne vorgeschlagen.

Für Reiserückkehrer nach Deutschland besteht auch in diesem Fall schon eine ähnliche Regelung. Neu wäre jedoch, dass diese Regelung – sofern sie denn beschlossen wird – natürlich in beiden Richtungen gelten soll. Anfang Januar hätten Einwohner von Brandenburg, Sachsen und Thüringen, die in ein beliebiges EU-Land reisen wollten, nach diesen Regeln also auch vor der Reise immer einen Test gebraucht und vielleicht sogar vor Ort in Quarantäne gemusst.

Heikel ist außerdem, dass nach Aussagen von EU-Justizkommissar Reynders diese Regeln sogar für den inländischen Reiseverkehr gelten müssten.


In dieser Karte mit der 14-Tage-Inzidenz Anfang Januar 2021 könnt ihr sehen, welche Regionen aktuell in etwa betroffen wären (die beiden dunkelsten Rottöne). Quelle: ECDC

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Einreise von Außerhalb

Weiterer Vorschlag: Für Reisende von außerhalb der EU soll bei der Einreise ein PCR-Test verpflichtend sein, der nicht älter als 72 Stunden sein darf gefolgt von einer bis zu 14-tägigen Quarantäne.

Fazit

Wir möchten euch nicht unnötig verwirren. Darum denkt bitte daran, dass es sich erst mal nur um eine Diskussionsgrundlage der EU-Kommission handelt.

Auf den ersten Blick sieht es zwar nach einer Erweiterung des Regel-Dschungels aus, aber mittelfristig könnte der Vorschlag dazu beitragen, dass sich die Regeln europaweit angleichen und wir mit weniger spontanen, nationalen Alleingängen rechnen müssen.

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