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Für die Umwelt: Ryanair-Passagiere müssen tiefer in die Tasche greifen

Ein Deal von , 14. Jan. 2020 16.03 Uhr

Ahoi Piraten,

ihr habt euch die Flugplätze zum Schnäppchenpreis für euren nächsten Urlaub schon bei Ryanair gesichert? Klar, die günstigsten Tickets sind schnell vergriffen, daher eigentlich ein cleverer Schachtzug. Wäre da nicht ein klitzekleines ABER! Um solche Kampfpreise anbieten zu können, überrascht der irische Konzern immer wieder mit neuen (und teilweise wirklich fragwürdigen) Vorgehensweisen. Doch irgendwann muss doch malSchluss sein mit den Sparmaßnahmen, oder wo soll das Ganze noch hinführen?


Erhöhung der Luftverkehrssteuer zum Klimaschutz

Doch mit dem neusten Coup hat sich Ryanair noch einmal selbst übertroffen. In Zeiten, in denen die Auswirkungen des Klimawandels uns vor täglich Augen geführt werden und Australien in Flammen steht, wird der CO2-Austoß von Flugzeugen öffentlich stark kritisiert. Gerade Kurzstrecken werden dabei ins Visier genommen und die Bahn als Alternative angepriesen.

Laut EcoPassenger ist der Ausstoß von Flugzeugen 10-fach höher als bei einer vergleichbaren ICE Fahrt – doch in den Preisen spiegelt sich dies ganz und gar nicht wieder. Auch Fluggesellschaften sind sich einig und haben sich eindeutig für Umweltfreundlichkeit ausgesprochen, ja tatsächlich auch Ryanair! Da dürfte es das Unternehmen doch eigentlich befürworten, dass am 01.04.2020 die Luftverkehrssteuer um 5,53€ für Flüge innerhalb der EU bzw. 9,96€ für außereuropäische Flüge angehoben wird. Immerhin übernehmen andere Fluggesellschaften wie Lufthansa, aber auch Billigairlines wie Easyjet Verantwortung und zahlen Steuer für Flüge, die bereits gebucht worden sind aus der eigenen Unternehmenskasse. Damit positionieren sich diese Airlines ganz eindeutig und setzen ein wichtiges Zeichen, dass Sie die Bewältigung des Klimawandels unterstützen.

Tatsächlich setzt Ryanair‘s CEO Michael O'Leary jedoch ein ganz anderes Signal und sieht die Erhöhung der Luftverkehrssteuer als ungerechtfertigt. Seine Meinung: „There is no justification for further eco taxes on air travel.“ Ob diese Aussage ethisch gerechtfertigt ist, könnt ihr für euch selbst entscheiden. Wir wollen dennoch den The Guardian Artikel nicht unerwähnt lassen, der berichtete, dass O'Leary selbst ein Bonus von rund 100 Mio. Euro über 5 Jahre zugesichert worden ist.


Passagiere müssen nachzahlen

Nach diesem Statement wundert es kaum, dass Passagiere, die ihren Flug ab 01.04. bereits gebucht haben, erneut zur Kasse gebeten werden. Die Erhöhung der Luftverkehrssteuer wird direkt an den Kunden weitergegeben und muss nachbezahlt werden.

Solltet ihr per Kreditkarte gebucht haben, bucht Ryanair den Betrag ganz automatisch von eurem Konto ab. Richtig spannend wird es vor allem, wenn eure Kreditkarte nicht belastet werden kann. Denn dann werdet ihr mit einem Link zur Zahlung aufgefordert. Sobald diese nicht zeitnah erfolgt, wird euch eine 48-Stunden-Frist gesetzt. Sollte der Betrag nach diesem Zeitfenster nicht eingegangen sein, seien Passagiere laut Ryanair nicht in der Lage für den Flug einzuchecken. Und genau diese Frist ist für Rechtsexperten und Verbraucherschützer wirklich bedenklich: Laut Gesetz haben Passagiere nämlich ganze 30 Tage Zeit, um den Betrag nachzuzahlen. Warum Ryanair seine Kunden so unnötig unter Druck setzt ist fraglich, immerhin haben diese bereits gebucht und zum Rekordumsatz von 7,6 Mrd. Euro im Jahr 2019 beigetragen.

Für die Umwelt: Ryanair-Passagiere müssen tiefer in die Tasche greifen