Halloween mal anders - auf Streifzug durch das erschreckende Edinburgh

Ein Deal von , 30. Okt. 2015 15.53 Uhr

Du stehst in einem dunklem Raum, in einem alten Gewölbe unter der Stadt. Du hast deine Gruppe verloren und bist hier zurück geblieben. Die Luft ist stickig und feucht, sodass jeder Atemzug unangenehm und beklemmend wird. Du bist alleine, doch plötzlich vernimmst du ein leises Röcheln hinter dir. Ist es dein Echo? Du hältst die Luft an und wartest. Hinter dir wird deutlich hörbar geschnauft. Alles was du hörst, ist dieser fremde Atem und dein eigenes pochendes Herz, das immer schneller wird. Langsam bohrt sich ein Blick aus einer dunklen Ecke in deinen Rücken. Noch einmal tief Luft holen. Du fasst dir ein Herz und drehst dich ruckartig um. Dort ist niemand, nur weiterhin dieser stechende Blick aus dem Nichts, der dir die Haare zu Berge stehen lässt. Zu dem Sonett aus Herzschlag und Atem mischt sich nun ein Flüstern. Es ist direkt neben deinem Ohr, als du es vernimmst: „Hallo, ich bin Edward!“

Inhalt



Arrrr! Beim Klabautermann, so fangen Filme an! Heute entführen wir euch nach Edinburgh. Die Hauptstadt Schottlands ist nicht nur eine beliebte Heimat für Schriftsteller wie die "Frankenstein"-Autorin, Mary Shelley, sondern auch ein Paradies für Geisterjäger. Nur wenige Städte können mit einer so gruselig-lebendigen Geschichte aufwarten wie Edinburgh und sein „Old Town“.


Willkommen in Old Town

Schon bei Tageslicht kann es einen gruseln, wenn man die Geschichten der Stadt kennt. Zu empfehlen sind diverse Touren der besonders schaurigen Art. So kommt ihr auch an Orte, die ihr alleine niemals zu Gesicht bekommen würdet. Ein Anbieter solcher Touren ist Cityofthedeadtours.

Alleine findet ihr vermutlich nie wieder aus dem Untergrund Edinburghs heraus! Also bleibt immer schön bei der Gruppe, wenn ihr in diese gespenstische Unterwelt hinabsteigt. Dieses Labyrinth aus Räumen und Korridoren wurde im 18. Jahrhundert ursprünglich als günstige Unterkunft für Handwerksbetriebe errichtet. Jedoch hielten sie es nicht lange an diesem gottlosen Ort aus und verließen nach kurzer Zeit die "Vaults". Ohne Wasserversorgung, genügend Licht und ausreichende Belüftung wurden diese nun die Heimat der Ärmsten der Armen.

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Die "Vaults" wurde ein Ort von Krankheit, Tod und Kriminalität. Menschen wurden ermordet, nur um ihre Leiche an die Fakultät zu verkaufen, damit die Studenten einen Körper sezieren konnten. Es wundert nicht, dass diese Parallelwelt schon bald mit Angst und Abscheu betrachtet wurde. Schlussendlich wurden die Eingänge der Unterwelt mit Geröll verschüttet. Ob dabei auch Menschen lebendig begraben wurden, ist nicht überliefert. Vor nicht einmal 40 Jahren wurde diese vergessene Welt von Forschern wiederentdeckt, nachdem man sie lange aus gutem Grund vergessen hatte.

Und in diese Welt taucht ihr nun ein, bewohnt von Seelen, die bis heute keine Ruhe fanden. Seit der Erschließung der Katakomben in den Neunzigern häufen sich die Berichte von Besuchern über Stimmen und Geisterwesen. Nun bekommt auch ihr die Chance, etwas Grauenhaftem zu begegnen, dass ihr vorher vermutlich als Aberglaube abgetan hättet.

Euer Tourguide wird euch mit seinen Geschichten in die richtige Stimmung versetzen, bevor er euch in die Territorien verschiedener Geister führen wird. Solltet ihr Blicke aus dunklen Ecken spüren, dann hat euch vermutlich der „Watcher“ ins Visier genommen. Er beobachtet die Besucher in seinem Reich genau und wird euch nur selten aus den Augen lassen. Während ihr gerade in einen Raum geführt werdet, bemerkt ihr, wie etwas an euren Schuhen zieht - Das war keine Maus, ihr habt nur soeben Bekanntschaft mit dem „Cobbler“ gemacht, dem Geist eines alten Schusters, der bis heute seine Begeisterung für sein Handwerk nicht verloren hat. Aber nicht alle Geister sind hier unten so unhöflich. Mit etwas Glück begegnet ihr auch „Jack“, einem kleinen, gut erzogenem Jungen, der mit seinem Ball durch die Gänge tobt.

Langsam nähert ihr euch dem schlimmsten Schrecken des Untergrunds, denn ihr werdet nun in den Bereich geführt, der „Mr. Boots“ gehört - einem vermeintlichen Mörder von diversen Prostituierten. Er mag keine Besucher und wird euch mit etwas Glück ein „Get out!“ zuraunen. Einige Besucher berichten auch davon, dass er sich als Edward vorstelle, in der Hoffnung seinen verhassten Spitznamen loszuwerden.

Viele Menschen berichteten -unabhängig voneinander- von gleichen Phänomenen an denselben Orten. Starke Temperaturschwankungen, Berührungen, eindeutig menschliche Schritte und Stimmen sind keine Seltenheit. Nach dieser Aufregung sei euch auch ein Bier im nächsten Pub gegönnt. Wir sind gespannt, was ihr zu berichten habt!

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Fleht um Gnade - der Poltergeist sucht euch heim

Möchtet ihr noch mehr Nervenkitzel? Wie wäre es dann mit dem „Mackenzie Poltergeist“?

Bis 1999 war Greyfriars Kirkyard ein imposanter aber normaler Friedhof, mit vielen Mausoleen berühmter Bewohner Edinburghs. In einer kalten Nacht in besagtem Jahr, brach ein Obdachloser Henry Mackenzies Steinsarkophag auf, um darin Unterschlupf zu finden. Unfreiwillig wurde er so zum Ersten, der Zeuge vom Zorn des Poltergeistes wurde. Doch der Letzte sollte er nicht sein.

Nicht nur der unbekannte Obdachlose, sondern auch diverse weitere Passanten wurden nach dieser Nacht von etwas Unsichtbarem angegriffen und verletzt. Aber alleine bei den Angriffen sollte es nicht bleiben, denn auch viele Wohnungen mit einem Fenster in Richtung des Friedhofes, fingen aus unerklärlichen Gründen nach und nach Feuer. Der Stadtverwaltung wurde all das bald zu unheimlich und sie schloss einen Teil des Friedhofes für Besucher. Mehrere Exorzismen blieben erfolglos. Einer der Exorzisten beschrieb während des Rituals, dass er eine Macht spüre, die ihn nach dem Leben trachte. Wenige Tage darauf starb der Mann an einem Herzinfarkt.

Wer sich trotzdem traut, kann mit den City of the Dead Tours auf die Spuren dieser bösen Macht gehen. Es gibt hunderte Berichte von Sichtungen und Angriffen mit physisch sichtbaren Verletzungen, 140 davon haben zu einem Kollaps geführt und mehrere Besucher gaben an, schon besessen gewesen zu sein. Wir sind gespannt, was ihr berichten könnt, aber bitte: Passt auf euch auf. (Galerie des Zorns)


Feiert Halloween wie es sich gehört

Wenn ihr „Mr. Boots“ und dem Mackenzie Poltergeist entkommen seid, solltet ihr das feiern. Natürlich bietet Edinburgh genug Möglichkeiten, die gruseligste Nacht des Jahres gebührend zu zelebrieren. (Hier erfahrt ihr mehr!)

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Wer vom Hunger getrieben wird, kann ein Halloween-Mahl im Hogwarts-Stil genießen - und zwar im Restaurant Ghillie Dhu. Nach einem gruselig köstlichem 3-Gänge-Menü könnt ihr euren inneren Teufel auf der Tanzfläche entfesseln und die Nacht zum Tag machen. (Ghillie Dhu Edinburgh)

Selbst für unsere tierliebenden Geisterjäger hat diese wunderbare Stadt ein passendes Angebot zu Halloween! Begegnet teuflischen Tigern, monströsen Meerkatzen und natürlich den verseuchten Pinguinen! Wer sich kreativ betätigen möchte, kann für die Tiere basteln. Nicht nur wir wollen Halloween ordentlich feiern. Willkommen im Zombie-Zoo! (Zoo Edinburgh)

Nach all diesen gruseligen Geisterstunden, sei euch ein Drink gegönnt. Wenn Edinburgh eines hat, dann sind es Geister und gute Pubs. The Last Drop, das Peartree House und The Caley Sample Room sind nur einige der vielen, die man als Freund des Hopfensaftes aufsuchen sollte.

Natürlich bietet Edinburgh noch viel mehr. Habt ihr noch weitere Vorschläge?

Was sollte man in dieser Stadt zu Halloween nicht verpassen?

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