Mitten in der Urlaubszeit: Ryanair-Streik am Freitag

Ein Deal von , 8. Aug. 2018 15.09 Uhr

Bei Ryanair wird es am Freitag einige Ausfälle und Verspätungen geben. Unter anderem sind auch Routen von und nach Deutschland betroffen. Um welche Flüge es genau geht, wie lange der Streik andauern soll und welche Rechte ihr nun habt erfahrt ihr hier.

Am Freitag wollen Ryanair-Piloten ihre Arbeit niederlegen, wie die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) mitteilte. Der Streik soll 24 Stunden dauern. Mit welchen Ausfällen man nun genau rechnen kann, bleibt zunächst noch unklar. Fest steht, dass es sich dabei um ca. 250 Flüge ab und nach Deutschland handeln wird.

Im Prinzip können alle Verbindungen des Billigfliegers betroffen sein, die zwischen Freitagfrüh und Samstagfrüh aus Deutschland abfliegen. Weitere Informationen sollen noch nachkommen.

Am Freitag streiken auch die Ryanair-Piloten in Belgien, Irland und Schweden. Die Airline hat deshalb bereits 146 von rund 2400 geplanten Flügen in Europa gestrichen.

Mitten in der Urlaubszeit: Ryanair-Streik am Freitag

Verspätung, Ausfall & Streik: Welche Fluggastrechte habe ich?

Zunächst einmal habt ihr das Recht auf Beförderung, schließlich habt ihr ja ein Ticket gekauft. Sollte es aber genau dabei zu Komplikationen kommen, tritt die EU-Verordnung 261/2004 in Kraft, die Fluggastrechteverordnung. Warum benötigt man diese? Die Zahl der unangekündigten Annullierungen, großen Verspätungen und gegen ihren Willen nicht beförderten Passagiere war und ist so hoch, das man sich im Sinne dieser gezwungen sah für ihre Rechte und zu ihrem Schutz die Verordnung durchzusetzen.

Und was bringt mir die Verordnung?

In ihr ist vermerkt, welche Rechte ihr bei Nichtbeförderung gegen euren Willen, Annullierungen und Flugverspätungen habt, wann euch Ausgleichszahlungen zustehen, wann ihr Flüge bei Annullierungen oder großen Verspätungen stornieren oder umbuchen dürft, welche Versorgungsleistungen euch durch die Airline zustehen, welche Behandlungen Menschen mit eingeschränkter Mobilität sowie deren Begleitpersonen erwarten können und wie ihr über Annullierungen und eure Rechte informiert werden müsst.

Wann greift die Verordnung?

Um vom Schutz der Regelung zu profitieren, müssen ein paar Kriterien erfüllt werden. Die EU-Verordnung gilt zum Beispiel nur für Fluggäste, die eine bestätigte Buchung sowie ein Ticket vorweisen können und zudem auf einem Flughafen in der EU ihren Flug antreten. Sie greift allerdings auch dann, wenn euer Flieger auf einem EU-Airport landet, selbst wenn ihr nicht in der EU startet – Voraussetzung ist hierbei aber, dass die Airline, mit der ihr reist, ihren Sitz in der EU hat.

Übrigens, es ist völlig egal wieso ihr fliegt bzw., ob nur die Flüge gebucht wurden oder, ob diese Teil einer Pauschalreise sind. Auch Billigairlines werden zur Kasse gebeten und auch, wenn euer Flug im Rahmen einer Dienstreise stattfindet oder ihr mit Tickets fliegt, die ihr kostenlos oder reduziert mit einem Werbeprogramm entstanden habt. Wichtig ist, dass die Tickets für die Öffentlichkeit verfügbar gewesen sind. Expedientenraten etwa gehören nicht dazu.

Und wann greift sie nicht?

Liegen sogenannte "außergewöhnliche Umstände" vor, muss die Airline nicht zahlen. Ganz genau geregelt welche Fälle in diese Kategorie fallen, ist aber nichts. Grundsätzlich sind es solche, die das Unternehmen nicht beeinflussen oder verhindern kann, wie etwa extrem schlechtes Wetter oder ein Terroranschlag. Oftmals schieben die Fluggesellschaften irgendwelche Gründe vor, um nicht zur Kasse gebeten zu werden, daher sollte man immer eine Ausgleichszahlung einfordern, um so die Begründung der Airline zu erfahren. Flightright kann hierbei in jedem Fall weiterhelfen.

Was steht mir bei einer Flugverspätung zu?

Wenn eure Verspätung über zwei Stunden dauert, könnt ihr die Kasse klingeln lassen, denn dann habt ihr einen Anspruch auf Entschädigung zwischen 250€ und 600€ pro Person. Da kann im Familienurlaub mit Kindern (sofern diese über ein eigenes Ticket verfügen) schonmal eine stolze Summe zusammenkommen. Die Zahlungshöhe und der Leistungsanspruch richten sich dabei nach der Länge der Flugstrecke:

Flugstrecke Verspätung Entschädigung Sonstiges
Unter 1.500km ab 2h 250€ p.P. Mahlzeiten & Getränke
1.500 bis 3.500km ab 3h 400€ p.P. Mahlzeiten & Getränke
Über 3.500km ab 4h 600€ p.P. Mahlzeiten & Getränke

Ab 5 Stunden Wartezeit könnt ihr vom Flug zurücktreten und euch den Ticketpreis erstatten lassen. Wenn der Flug auf den Folgetag verschoben wurde, stehen euch eine Hotelübernachtung und der Transfer zu.

Wichtig bei alldem ist, dass die Airline für die Verspätung verantwortlich ist (z.B. durch technische Probleme) und, dass dieser Flug nicht länger als 3 Jahre zurückliegt. Wer keine Zeit oder Nerven hat, sich nochmal mit dem leidigen Thema zu beschäftigen, auf die Entschädigung aber nicht verzichten möchte, kann auch einfach Flightright beauftragen. Das Unternehmen setzt sich für die Fluggastrechte ein und kämpft für die Durchsetzung eurer Zahlung. Ob euch überhaupt etwas zusteht, könnt ihr auf der Seite direkt in nur zwei Minuten prüfen. Verzichten solltet ihr auf gar keinen Fall, denn selbst wenn ihr Gutscheine oder ähnliches erhalten habt, steht euch eine Entschädigungszahlung zu!

Mitten in der Urlaubszeit: Ryanair-Streik am Freitag