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Langsam wird es konkreter: Amsterdams Coffeeshops sollen bald für Touristen geschlossen bleiben

Ein Deal von , 12. Jan. 2021 13.24 Uhr

Beeindruckende Architektur, erstklassige Restaurants und zahlreiche Museen: Amsterdam hat Besuchern aus aller Welt einiges zu bieten. Doch eine nicht unbeträchtliche Anzahl an Touristen besucht die niederländische Hauptstadt aus fast nur einem Grund: Party ohne Ende!

Seit Jahren ächzt die Stadt unter dem Partytourismus und hat schon verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Massen an Touristen zu bändigen. So ist beispielsweise der Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit seit 2018 untersagt, ebenso das Wildpinkeln. Bei Verstößen werden saftige Geldstrafen fällig.

Doch jetzt will die Stadt noch einen Schritt weitergehen, zumindest wenn es nach der Bürgermeisterin Femke Halsema geht: Sie ist es nämlich leid, dass so viele Besucher aus diesen Gründen nach Amsterdam reisen und weniger wegen des kulturellen Reichtums der Stadt. Deshalb wandte sie sich bereits vor einiger Zeit an die Ratskommission mit dem Vorstoß, kiffende Touristen fernzuhalten.

Dabei stützte sie sich auf eine Umfrage, der zufolge 65 Prozent der Befragten angaben, Cannabis zu konsumieren. 57 Prozent gaben sogar an, Amsterdam hauptsächlich wegen der Coffeeshops zu besuchen. Jeder zehnte Befragte will zudem gar nicht mehr nach Amsterdam kommen, falls Cannabis für Touristen verboten werden sollte.

Halsema sieht daher in einem Verbot eine gelungene Maßnahme gegen den Massentourismus und will es schnellstmöglich umsetzen. Demnach soll es in Zukunft Touristen nicht mehr erlaubt sein, in den vielen Coffeeshops der Stadt legal Cannabis und Cannabisprodukte kaufen zu können. Konkret soll es dann so ablaufen, dass nur noch Einheimische mit einem sogenannten "Wiet-Pas" (also einem Cannabis-Pass) in den Coffeeshops der Stadt einkaufen können. Dies wurde bereits unter anderem für die holländischen Provinzen Zeeland, Nord-Brabant und Limburg beschlossen, wo es auch schon am 1. Mai in Kraft tritt.

Für Amsterdam könnte es allerdings noch mindestens ein Jahr dauern, bis der Vorschlag umgesetzt wird. Zudem muss der Stadtrat noch zustimmen. Laut Berechnungen der Verwaltung würden dann etwa 70 Coffeeshops ausreichen, um die einheimische Bevölkerung zu versorgen. Aktuell gibt es noch rund 166 Coffeeshops in Amsterdam.

Ab nach Amsterdam

Abgesehen davon ist Amsterdam ist ja auch ohne Gras schön:

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