Halloween mal anders - auf Geisterjagd im teuflischen Tokio

Ein Deal von , 21. Okt. 2015 14.13 Uhr

Du und deine Freunde haben es sich gemütlich gemacht für einen gemeinsamen Videoabend. Einer von euch hat eine alte Kassette mitgebracht . Ihr legt sie ein und es erscheinen wirre Szenen. Ein Stuhl kreist in der Luft, eine Frau in einem Spiegel kämmt sich die Haare, eine Leiter fällt um und am Ende seht ihr einen Brunnen mitten in einem Wald. Das Video ist zu Ende. Plötzlich klingelt das Telefon, mitten in der Nacht. Du hebst den Hörer ab und eine Kinderstimme erklingt: „Sieben Tage.“ Danach legt die andere Seite auf.

Du kennst die Legende des Videos. Wer es sieht, stirbt.

Ahoi Piraten! Jetzt seid ihr in der richtigen Stimmung für unseren Halloween Artikel. Diesen wunderbaren Brauch und dessen moderne Auslegung könnt ihr natürlich zelebrieren wie immer: Ihr verkleidet euch und geht auf eine Party oder zieht mit euren Kleinen um die Häuser und sammelt Süßigkeiten.

Ihr könnt den Tag aber auch im Piraten-Style begehen: Taucht ab in die Welt von Poltergeistern und Dämonen und erlebt alte Legenden und urbane Mythen hautnah.

Inhalt



Wieder zurück zum Anfang. Die meisten werden wissen, auf welchen Grusel-Klassiker wir angespielt haben: The Ring. Als ursprünglich japanischer Film, ist er auch nur einer von vielen Horrorstreifen, die in diesem Land erdacht wurden. Gänsehaut und Grusel haben eine lange Tradition in Japan. „Hyaku monogatari“ (Hundert Geschichten) ist ein altes Spiel aus der Edo-Zeit, bei dem man sich gegenseitig Gespenstergeschichten erzählte, um sich durch den kalten Schauer auf dem Rücken in heißen Nächten abzukühlen.

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Wir wollen euch in das tierisch teuflische Tokio entführen, das wesentlich Gruseligeres zu bieten hat, als Hello Kitty und Mangas.

Schaurige Spukhäuser wollen entdeckt werden

Eine der ältesten Geschichten von Rachegeistern in der Geschichte Japans ist die von Oiwa. Sie wurde von ihrem Mann vergiftet, damit er eine andere Frau heiraten konnte. Oiwa suchte ihn jedoch nach ihrem Tod heim und trieb ihn mit ihrem vom Gift entstellten Gesicht in den Wahnsinn, so dass er am Ende seine neue Braut köpfte und sich anschließend von der Klippe stürzte, an der er auch Oiwas Leichnam hinabwarf.

Heute steht der Oiwa-Inari Tamiya Schrein in Shinjuku, um den Rachegeist von Oiwa zu besänftigen. Denn auch nach dem Tod ihres Mannes kann sie nicht ruhen. Besucher des Schreins berichten, dass man auch heute noch Oiwas Geist schreien hören kann.

Wenn ihr schon neugierig geworden seid, braucht ihr sicher ein Hotel! Wer von euch ganz mutig ist, kann versuchen, ein Zimmer in „Akasaka Mansion“ zu bekommen. Ihr findet es sogar in unserer Hotelsuche:

Hotel "Akasaka Mansion" bei den Urlaubspiraten.

Viele Gäste berichten von spontanen Temperatureinbrüchen. Andere schrecken in der Nacht hoch, weil etwas an euren Haaren reißt. Viele berichten auch von Sichtungen oder dem Gefühl, beobachtet zu werden.

Der erschreckendste Bericht stammt von einer Frau, die mitten in der Nacht am Bein gegriffen und durch den Raum gezogen wurde, ohne, dass etwas im Raum sichtbar gewesen wäre. Warum das Hotel verflucht ist, ist nicht genau bekannt. Es gibt nur Mutmaßungen.

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Wenn ihr erfolgreich in eurem Horrorhotel eingecheckt habt, geht es weiter nach Toshima. Dort steht das Sunshine 60 . Das Gebäude sieht als Wolkenkratzer mit Büros und Einkaufsmöglichkeiten zunächst nicht nach einem Geisterhaus aus, aber bis heute häufen sich die Sichtungen von schwebenden Feuerbällen und anderen Gestalten. Das Gebäude wurde auf einem Grundstück erreichtet, auf dem sich früher ein Gefängnis befand. Hier wurden vor allem in Zeiten des 2. Weltkrieges Deserteure, Kommunisten und Verbrecher gehängt. Die Seelen der zu unrecht verurteilten kommen bis heute nicht zur Ruhe. Um möglichst nicht an diese dramatischen Geschichten zu erinnern, bekam der Komplex diesen unpassend fröhlichen Namen.

Bis jetzt war eure Tour noch einfach, denn nur die verwegensten Piraten werden es vermutlich zur Himuro Mansion schaffen. Es handelt sich um ein verlassenes Haus am Rande von Tokio und zählt zu den Geheimtipps unter den Freunden von Spuk und Geistern. Es ist der Tatort eines brutalen Familienmordes zu rituellen Zwecken. Seitdem wurden immer wieder blutige Handabdrücke entdeckt und ein kleines Mädchen wandert in ihrem Kimono durch die Flure. Das gesamte Grundstück soll mit Tunneln durchzogen sein. Aus diesen wieder lebend herauszukommen, hat nur mit Glück zu tun. Daher ist die Lage auch nur wenigen Menschen bekannt.

All diese Orte - und noch viele weitere - warten nur darauf, von echten Piraten entdeckt zu werden. Wer nicht auf eigene Faust losziehen möchte, kann sich an die Haunted Tokio Tours halten. Hier werdet ihr von Profis das Fürchten gelehrt! Diverse Touren bringen dich auch Tuchfühlung mir garstigen Goblins, grauenhaften Geistern und düsteren Dämonen. Ob auf dem Friedhof oder im Rotlichtbezirk – es gibt kein Entkommen!

Urbane Ungeheuer lauern auf euch

Ob auf eigene Faust oder mit Führung, solltet ihr euch deshalb in Acht nehmen! In Japan existieren viele urbane Mythen von Geistern und Dämonen, die unachtsame Menschen heimsuchen und nach dem Leben trachten.

Solltet ihr jemals alleine unterwegs sein, könnte euch Kushisake Onna begegnen, die Frau mit dem gespaltenen Mund. Weglaufen könnt ihr vor ihr nicht. Sie trägt einen Mundschutz und wird euch fragen ob ihr sie schön findet. Sagt ihr ja, lässt sie euch am Leben und nimmt ihren Schutz ab. Dann zeigt sie euch ihren entstellten Mund und wird euch die gleiche Frage noch einmal stellen. Sagt ihr nein, dann wird sie euch töten. Antwortet ihr mir ja, dann wird sie euch den Mund bis zu den Ohren aufschlitzen.

Aber das war noch lange nicht alles: Teke Teke ist der Geist einer jungen Frau, die vor einen Zug fiel und zerteilt wurde. Vor lauter Ärger und Hass blieb ihr Torso jedoch am Leben und so bewegt sie sich nun auf den Ellbogen durch die dunklen Gassen der Stadt. Wer sich von ihr erwischen lässt, wird ihr Schicksal teilen.

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Braucht ihr nach all dem Grusel ein stilles Örtchen? Wenn ihr in Japan die Toilette aufsuchen müsst, dann achtet immer zuerst darauf, ob noch Klopapier vorhanden ist. Ansonsten wird Aka Manto erscheinen. Dieser Dämon bietet euch rotes und blaues Toilettenpapier an. Wählt ihr das Rote, dann wird er euch die Kehle aufschlitzen. Wählt ihr das blaue, wird er euch erwürgen. Die einzige Möglichkeit zu entkommen besteht darin, zu antworten, dass ihr gar kein Toilettenpapier benötigt.

Ihr seht, Tokio ist kein ungefährliches Pflaster, aber Piraten kennen keine Angst! Und so geht es nach der Geister-Führung und dem überlebten Toilettenbesuch zu den besten Partys der Stadt, um euer Überleben zu feiern.

Stürzt euch ins Nachtleben

Ab nach Shibuya! Hier tobt das Nachtleben und an Halloween noch mehr, seit der Trend auch Japan erreicht hat. Hier geht man hin, um gesehen zu werden, also gebt euch Mühe mit eurem Kostüm! Vor allem in der Center Gai Straße werdet ihr nicht aufhören können zu staunen ( Halloween in Shibuya).

Wenn ihr schon einmal dort seid, dann könnt ihr auch noch anderen Sehenswürdigkeiten einen Besuch abstatten, wie z.B. Hachiko oder dem Meiji-Schrein. Der Park dort lädt zum entspannen und spazieren ein. Eine gute Möglichkeit, eure Nerven etwas zu beruhigen.

Treibt euch nach dem Spaziergang der Hunger, solltet ihr das Vampire Cafe in Ginza ins Auge fassen. Die Dekoration -mit Liebe zum Detail- ist ganz nach dem Namen ausgerichtet. Blutschmieren findet ihr überall an den Wänden und ein Sarg ziert die Mitte des Raumes. Die schummrige Beleuchtung macht die schaurig schöne Atmosphäre perfekt. Wenn euer als Vampir gekleideter Gastgeber die sargförmige Karte gebracht hat, könnt ihr zwischen diversen, dem Thema angepassten Speisen und Getränken, wählen. Wie wäre es zu Beginn mit einem blutroten Cocktail? Der Bezirk ist voll mit dieser Art von Themenrestaurants und anderen Cafés. Unter anderem findet ihr hier auch die Hoshi Bar. Der Eigentümer ist ein mehrfacher Cocktailweltmeister. Probiert dort unbedingt den Drink „Sakura Sakura“ für stolze 17€!

Auch kleine Piraten wollen sich gruseln

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Auch für die kleinen und junggebliebenen Piraten hat Tokio zu Halloween etwas zu bieten. Micky, Donald und Co. werfen sich für euch in ihre schönsten Halloweenkostüme und feiern mit euch das Fest des Grusel auf ganz sanfte Art und Weise. Freut euch auf einen saisonal dekorierten Park und die neue Parade! Wer möchte, kann in DisneySea mit Bösewichten wie Captian Hook die gruseligste Zeit des Jahres feiern ( Hier erfahrt ihr mehr!). Für Freunde der klassischen Attraktionen, hat der Park natürlich auch noch genug zu bieten. Freut euch auf Space Mountain und den Tower of Terror!

Halloween mal anders - auf Geisterjagd im teuflischen Tokio

Wenn ihr dann im November angekommen seid und noch nicht genug habt von dieser lebendigen Stadt, gibt es noch genug zu entdecken! Besucht den Tokio Tower im Herzen der Stadt oder brecht zu einer Tour zum Fujiyama auf. Egal, worauf ihr Lust habt, Tokio bietet euch eine breite Palette an Unternehmungen.

Wir wünschen euch einen schaurig schönen Aufenthalt im Land der aufgehenden Sonne!

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