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Verwirrung um geplante neue Rückkehrregeln aus Risikogebieten

Ein Deal von , 19. Dez. 2020 18.39 Uhr

Ahoi Piraten,

gerade gibt es ein bisschen Aufregung um eine angeblich geplante Verschärfung der Rückreiseregeln für Touristen, die sich in Risikogebieten aufgehalten haben. So berichtet die BILD-Zeitung online (Artikel in Bild+), dass diese Reisenden künftig schon vor der Rückreise im Urlaubsort einen PCR-Test durchführen sollen, da sie andernfalls gar nicht erst ins Flugzeug gelassen werden. Dabei beruft sich die Zeitung auf einen Referentenentwurf aus dem Bundesgesundheitsministerium zur Neuregelung der Corona-Schutzverordnung.

Dies führt erwartungsgemäß bereits zu aufgeregten Kommentaren in Reiseforen, da sich Menschen Sorgen machen, nicht mehr problemlos nach Hause fliegen zu können, wenn beispielsweise im Malediven-Urlaub kein Testzentrum zur Verfügung steht.

Aber was ist tatsächlich dran an dem Gerücht?

Nichts. Liest man den Referentenentwurf nämlich genauer, stößt man schnell auf Paragraph 3, Absatz 2, laut dem diese Regeln nicht für deutsche Staatsangehörige (und ebenso nicht für Bürger anderer Schengen-Staaten oder für Menschen mit Aufenthaltsrecht in diesen) gelten sollen! Ähnlich, wie viele andere Staaten von uns also einen negativen Test vor der Einreise erwarten, möchte Deutschland dies künftig für Reisende aus Drittstaaten handhaben.

Was steht sonst noch in dem Entwurf?

Was sich mit dem neuen Entwurf tatsächlich für Reisende aus Deutschland ändern würde, wäre ein Ende der 10-tägigen Pflichtquarantäne und stattdessen, ähnlich wie im vergangenen Sommer, eine Rückkehr zur Testpflicht. Statt der bequemen kostenlosen Tests an jedem Flughafen, müsste sich dann aber jeder Rückkehrer selbst um einen PCR-Test kümmern, dessen negatives Ergebnis man innerhalb von 72 Stunden nach der Einreise an die zuständige Gesundheitsbehörde weiterleiten muss. Jeder Reisende muss den Test außerdem selbst zahlen. Gerade für Reisende, die nicht im Home Office arbeiten können, wäre diese Regelung wohl trotzdem eine Erleichterung.

Vorteile für Geimpfte und zuvor Erkrankte vorgesehen

Interessant ist noch, welche Nachweise man außer einem negativen Testergebnis alternativ erbringen dürfte: Laut §2 (3) müsste nämlich keinen Test machen, wer eine Corona-Impfung oder aber eine bereits überstandene Infektion mittels eines mindestens 21 Tage alten PCR-Tests nachweisen kann.

Fazit

Anfang November wurde die Testpflicht durch eine 10-tägige Quarantäne ersetzt, was unter anderem damit begründet wurde, dass ein Test nur Infektionen nachweisen kann, die bereits 5 Tage zurück liegen. Nun wird also über eine Kehrtwende nachgedacht, was sicherlich auch damit zu tun hat, dass sie Einhaltung der Quarantäne schlicht nicht kontrolliert werden kann und sie inzwischen auch schon in Nordrhein-Westfalen von einem Gericht gekippt wurde. Wichtig ist aber, dass es sich hierbei noch um einen Entwurf handelt, über den in nächsten Wochen noch beraten wird.

Verwirrung um geplante neue Rückkehrregeln aus Risikogebieten

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