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Zwangsgutscheine bei Reiseabsagen sollen nicht kommen

Ein Deal von , 8. Mai. 2020 9.09 Uhr

Ahoi Piraten,

halbwegs gute Nachrichten für alle, deren Reisen wegen Corona vom Veranstalter abgesagt werden mussten! Nachdem die Bundesregierung Anfang April bekannt gegeben hatte, dass sie eine Regelung vorbereitet, nach der die Reisekosten in diesem Fall nicht zurück gezahlt werden sollen, sondern die Kunden Gutscheine akzeptieren müssen, wird nun klar, dass es dazu wohl nicht kommt.

Grund für ursprüngliche Idee war, dass viele Reiseveranstalter finanziell gar nicht in der Lage wären, bei gleichzeitig ausbleibenden Neubuchungen einer solch großen Zahl an Kunden Erstattungen auszuzahlen. Da die zuständige EU-Kommission diesen Überlegungen inzwischen aber schon mehrfach eine Absage erteilte, wurde nun bekannt, dass die Bundestagsfraktionen von Union und SPD diesen Ansatz nicht mehr weiter verfolgen. Reisende, die eine Pauschalreise gebucht hatten, haben also weiterhin einen Anspruch auf Rückzahlung des Reisepreises.

Laut den rechtspolitischen Sprechern von CDU und SPD wird stattdessen ein staatlicher gesicherter Fond als Lösung favorisiert. Dieser soll zunächst für die Erstattungen einspringen und dann später von den Veranstaltern wieder aufgefüllt werden. Dafür würde es entweder eine Frist geben oder es müsste ein bestimmter Prozentsatz von jeder Neubuchung eingezahlt werden. Für die Umsetzung der Pläne zuständig ist das Bundeswirtschaftsministerium.

Auch für Flugreisende sollen die EU-Fluggastrechte weiterhin gültig bleiben, betonte indes EU-Verkehrskommissarin Valean. Damit muss auch bei gestrichenen Flügen weiterhin erstattet werden. Um Kunden dennoch zur Annahme von Gutscheinen zu bewegen, empfiehlt sie, diese wirtschaftlich interessant zu machen und gegen Insolvenz abzusichern.


Fazit: Für viele Reisende, die gerade in Zeiten von Kurzarbeit dringend ihr Geld wieder haben möchten, ist es erst mal beruhigend zu wissen, dass ihr Anspruch auf Erstattung nicht erlischt und sie sich nicht mit einem Gutschein zufrieden geben müssen. Dennoch ist leider zu erwarten, dass die Auszahlung bei vielen Veranstaltern noch einige Zeit dauern wird. Unklar ist die Situation auch noch für Kunden, die bei Reiseveranstaltern im Ausland gebucht haben. Ebenfalls gedulden müssen sich Kunden, die Flüge über Online-Reisebüros gebucht haben. Hier haben derzeit viele Fluggesellschaften die Möglichkeit zur Erstattung komplett blockiert.

Wer auf die Rückzahlung nicht akut angewiesen ist, sollte sich auf jeden Fall genauer anschauen, was der Veranstalter anbietet. Wer zuletzt beispielsweise bei ausgefallenen Reisen von FTI einen Gutschein akzeptierte, bekam ein Urlaubsguthaben von 200 Euro oben drauf. Oder wer Qatar-Flüge bis zum 30. September in einen Gutschein umwandeln lässt, erhält 10% zum Gutscheinwert dazu.

Wir drücken euch auf jeden Fall die Daumen dafür, dass eure Geduld sich auszahlt und ihr eine zufriedenstellende Lösung erreichen könnt.



Zwangsgutscheine bei Reiseabsagen sollen nicht kommen