Reiseblogger berichten: Interview mit Stefan von Faszination-Suedostasien.de zum Thema Südostasien und Reisebloggeralltag

Ein Deal von , 26. Jan. 2016 17.06 Uhr
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Stefan, Blogger bei Faszination Südostasien
Seit Anfang 2006 ist Südostasien seine große Leidenschaft.
Inzwischen war er insgesamt mehr als 20 Monate mit dem Rucksack unterwegs.
Von Myanmar bis nach Singapur, von Indien bis auf die Philippinen.
Im Mai 2013 startete er seinen Blog.
Im Juli 2015 hat er mit „Faszination Thailand“ sein erstes eBook veröffentlicht.

12 Fragen und 12 Antworten plus eine Speed-Question-Runde! Wir haben Stefan zum Thema Südostasien für euch ausgehorcht.

1. Wieso kam es bei der Gründung deines Blogs zu zwei Jahren Verzögerung zwischen Idee und Start?

Im Grunde kennen wir das doch alle: jeder hat im Hinterkopf eine Liste mit Dingen, die er gerne mal machen möchte. Dabei kann es sich beispielsweise um eine Reise handeln, den Wunsch, eine weitere Fremdsprache zu lernen oder mit dem Joggen anzufangen. Aber immer gibt es tausend Gründe, warum wir es noch nicht getan haben.

Ich war 2011 gerade von einer neunmonatigen Südostasien-Tour zurück und hatte unzählige Ideen, wie ich mein neues Leben gestalten wollte. Und da konnte ich mich lange nicht entscheiden, worauf ich den Schwerpunkt lege. Dass ich bloggen möchte, war klar. Nur hinsichtlich der Ausrichtung war ich unsicher. Letztlich entschied ich, keinen weiteren allgemeinen Reiseblog zu starten, sondern mich mit Faszination Südostasien auf eine Region zu konzentrieren. Trotzdem hat die Konzeption dann noch ewig gedauert. Ich war sehr glücklich, als die Seite endlich online war. Das hätte ich auch schon früher haben können, doch der erste Schritt ist bekanntlich oft der schwerste.

2. Aus welcher Motivation heraus hast du dann mit dem Bloggen begonnen?

Bereits im Jahr 2011, bei meiner langen Südostasien-Reise, habe ich gebloggt. Allerdings nur im kleinen Stil auf einer mit Passwort geschützten Seite. Es ging lediglich darum, der Familie und den Freunden zu Hause zu berichten, was wir so erleben. Das Schreiben von unterwegs hat mir viel Spaß gemacht und die Resonanz war äußerst positiv.

Nach der Heimkehr wollte ich das Ganze professioneller betreiben und eine größere Zahl von Lesern an meinen Erfahrungen teilhaben lassen. Es gab damals viel weniger Reiseblogs als heute und die Nische Südostasien war noch nicht besetzt. Also habe ich losgelegt.

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3. Wieso fasziniert dich Südostasien?

Verrückterweise hat mich Asien bis vor gut zehn Jahren überhaupt nicht gereizt. Mehr oder weniger zufällig, weil sich andere Reisepläne zerschlagen hatten, kam ich nach Thailand. Und was soll ich sagen? Es war Liebe auf den ersten Blick.

Es sind nicht nur die traumhaften Strände und die tolle Unterwasserwelt - mich begeistern auch Metropolen wie Bangkok oder Singapur, die vielen Tempel und das fantastische Essen. Und nicht zu vergessen: das Klima – es ist ganzjährig warm.

So wurde das, was mit einem einfachen Urlaub anfing, zu meiner großen Leidenschaft. Inzwischen habe ich fast zwei Jahre meines Lebens dort verbracht.

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4. Wie lange im Voraus sollte man eine Südostasienreise planen und wie ist der Mindestaufenthalt?

Das kommt ganz auf das Reiseziel an. Wenn du nur ein paar touristische Highlights in Thailand sehen möchtest, kannst du praktisch morgen in den Flieger steigen, sofern du einen Reisepass hast, der noch mindestens sechs Monate gültig ist. Bei Reisen in abgelegenere Regionen, zum Beispiel in Laos oder Indonesien, solltest du dir schon ein wenig Zeit für die Planung nehmen.

Grundsätzlich haben die meisten Länder Südostasiens eine recht gute touristische Infrastruktur. Eine Reise dort ist auch nicht komplizierter als beispielsweise eine selbstorganisierte Tour durch Italien oder Spanien. Es gibt günstige Inlandsflüge, sehr preiswerte Busverbindungen zu fast allen touristischen Zielen und Hotels kannst du bequem im Internet buchen oder vor Ort suchen. Tagesausflüge zu touristischen Highlights werden an jeder Ecke angeboten.

Wer noch nicht in Südostasien war, der fragt sich vielleicht, ob eine Südostasienreise nicht schwierig ist. Aber ehrlich gesagt, hat mich die Planung eines Sardinien-Urlaubs zuletzt mehr angestrengt. Das Einzige, worüber du dich rechtzeitig informieren musst, ist die Frage nach dem Visum und welche Impfungen ggf. nötig sind. Der Rest geht notfalls auch kurzfristig.

Zur Reisedauer: zwei Wochen sind, meines Erachtens, das Minimum, damit sich die lange Anreise lohnt. Besser wären aber drei Wochen, um richtig anzukommen und abschalten zu können.

5. Welches Südostasien-Reiseziel hat dir am besten gefallen und wieso?

Diese Frage ist schwer zu beantworten, hier würde ich am liebsten Oscars in verschiedenen Kategorien vergeben. Landschaftlich hat mich Laos fasziniert, die besten Unterwasser-Erlebnisse hatte ich in Malaysia und in Thailand gibt es definitiv das beste Essen. Aber wenn ich mich entscheiden muss, dann nehme ich Myanmar. Mein erster Besuch dort war bisher die schönste Reise meines Lebens. Damals, vor rund fünf Jahren, war das Land aufgrund der politischen Situation noch ziemlich isoliert und es kamen kaum Touristen.

Ich wusste nicht, was mich erwartet. Doch Myanmar begeisterte mich in mehrfacher Hinsicht. An erster Stelle sind die Menschen zu nennen, die mir überall sehr offen und freundlich begegneten. In dieser Form hatte ich das bis dato nie erlebt. Und dann waren da menschenleere Traumstrände und faszinierende Landschaften, beispielsweise rund um den Inle Lake. Und natürlich die Tempel und Pagoden, die ich in dieser Größe und Stückzahl noch nirgendwo auf der Welt gesehen hatte.

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6. Auf deinem Blog fallen die Schlagwörter „menschliche Seite“, „Natur“ und „kulturelle Ereignisse“. Kannst du uns jeweils von einem passenden Erlebnis erzählen, das dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Menschliche Seite: am Inle Lake hatten wir einen Fischer gefragt, ob er uns nicht mit seinem Boot ein wenig die Gegend abseits der klassischen Touristenziele zeigen kann. Bevor es losging, lud er uns zu sich nach Hause ein. Seine Frau und seine Kinder warteten bereits mit gekochtem Tee auf uns, als wir die Hütte betraten. Kurz darauf kamen immer mehr Frauen und Kinder aus der Nachbarschaft hinzu, die uns mal sehen und mit uns sprechen wollten. Das war richtig nett. Als wir abends nach der Tour zurückkamen, warteten die Männer des Dorfes auf uns. So schnell konnten wir uns nicht verabschieden, denn sie hatten Schnaps mitgebracht. Obwohl kaum einer Englisch sprach, hatten wir viel Spaß.

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Natur: während meiner Reisen sah ich Elefanten, Affen und Haie in freier Wildbahn. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir aber ein Erlebnis aus Thailand. Dort waren wir zum Sonnenuntergang auf einer kleinen Insel. Nachdem die Sonne hinter dem Horizont verschwunden war, stiegen aus den Felsen plötzlich Fledermäuse zum Himmel hinauf. Ihr Ziel: das nahgelegene Festland. Erst nur einige wenige, doch dann wurden es immer mehr und schließlich waren es tausende. Eine schwarze Linie am Himmel und ein unvergessliches Schauspiel.

Kultur: ich habe sehr viel Zeit in vor allem buddhistischen Tempeln verbracht. Ich sah mir die Bauwerke an und beobachtete die Mönche bei ihren Zeremonien. Die Atmosphäre fand ich dabei oft sehr beeindruckend. Zudem liebe ich es, an traditionellen Festen und Veranstaltungen teilzunehmen. Unvergessen sind die Bilder der Mönche in ihren orangen Gewändern, die schon zum Sonnenaufgang von Haus zu Haus ziehen, um Spenden zu sammeln.

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7. Was sind die größten Unterschiede, die es zwischen Deutschland und Südostasien gibt?

An erster Stelle ist da natürlich das Klima zu nennen. In Ländern wie Thailand liegen die Temperaturen ganzjährig zwischen 20 und 30 Grad. Wer es, wie ich, gerne warm mag, für den ist es schon ein Argument, 365 Tage im Jahr Flip-Flops tragen zu können.

Ansonsten gibt es natürlich viele weitere Unterschiede, zum Beispiel die Bedeutung von Religion und Familie sowie die Art und Weise, wie man Urlaub macht. Da treffen in den Touristengebieten oft ganz unterschiedliche Vorstellungen aufeinander.

Gerne hätte ich bei uns ebenfalls an jeder Ecke eine Garküche, die unglaubliche Auswahl an frischem Obst, mehr lächelnde Menschen und eine etwas entspanntere Lebenseinstellung.

Im Gegenzug würde ich mich in Südostasien über mehr Sicherheit im Straßenverkehr, eine größere Verbindlichkeit und gleiche Preise für alle freuen.

8. Was gilt es vor einer Reise nach Südostasien unbedingt zu beachten?

Reisepass, Visum, Kreditkarte – wenn du an diese drei Dinge gedacht hast, kann dir fast nichts mehr passieren. Zudem solltest du dich, je nach Reiseziel, ein wenig medizinisch beraten lassen, dich dabei aber nicht verrückt machen lassen.

Bei der Planung solltest du nicht zu ehrgeizig sein, was die Zahl deiner Reiseziele betrifft. Viele Leute kommen nach Südostasien und wollen während eines Urlaubs möglichst alles sehen. Dabei hetzten sie dann drei Wochen von Highlight zu Highlight. Ich empfehle: lieber langsamer unterwegs sein und wiederkommen.

9. Wie verständigst du dich, wenn du mit Deutsch und Englisch nicht weiter kommst?

In Südostasien kommst du, anders als in Südamerika, mit Englisch eigentlich recht gut voran. Selbst, wenn dein Gegenüber kein einziges Wort spricht, ist meistens nach kurzer Zeit jemand da, der dir helfen kann. Ansonsten bleiben dir nur Zeichensprache, Gestikulieren, Aufmalen.

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10. Wie lässt sich bei dir das Reisen mit dem Berufsleben vereinbaren?

Ich habe in den letzten Jahren versucht, mir mein Leben so zu organisieren, dass ich möglichst viel reisen kann. 2010 kündigte ich Job und Wohnung, um für neun Monate zu verreisen. In den Jahren danach hatte ich einen sehr flexiblen Arbeitgeber. Und seit Anfang 2015 bin ich selbstständig und habe das Glück, von überall arbeiten zu können. Das kommt meiner Reiseleidenschaft sehr entgegen. Grundsätzlich ist es einfach eine Frage der Prioritätensetzung.

11. Deine Liste an bereisten Orten ist schon ziemlich lang. Welche Ziele stehen für die Zukunft noch ganz oben auf deiner Wunschliste?

Früher dachte ich, dass die Wunschliste mit jeder Reise kürzer wird. Doch die Wahrheit ist: sie wird immer länger, weil durch Gespräche mit anderen Reisenden neue Ziele hinzukommen. Und weil es Orte gibt, an denen es mir so gut gefallen hat, dass ich unbedingt noch mal hin muss.

Aber auf meiner Liste stehen in jedem Fall noch einige Ziele in Myanmar (Hpa-An, Monywa), Indonesien (Lombok) und auf den Philippinen (Banaue). Und außerhalb Südostasiens habe ich Kuba, Mexiko und Argentinien weit oben auf der Liste. Zudem würde ich gerne mal an einer Safari in einem der großen Nationalparks in Afrika teilnehmen.

12. Auf deiner Südostasien-Packliste hast du die wichtigsten Dinge zusammengefasst. Wenn du dich für nur ein Utensil entscheiden müsstest, auf welches könntest du auf keinen Fall verzichten?

Gerne würde ich sagen, dass ich nicht auf ein gutes Buch, meine Yoga-Matte oder meine Taucherbrille verzichten kann. Doch in Wahrheit ist es mein Smartphone. Ich nutze ständig Programme wie Google Maps, um mich in Städten wie Bangkok zu orientieren. Ich buche mit dem Handy Hotels und Flüge, mache Fotos, schreibe Nachrichten. Ich habe mir sogar einen externen Zusatzakku gekauft, um es unterwegs wieder aufladen zu können. Das heißt aber nicht, dass ich es nicht am Strand oder im Restaurant mal für ein paar Stunden ausschalten kann.

Nun noch eine kleine Speed-Question-Runde:

Pasta, Sushi oder Burger?

Pasta. Doch am allerliebsten esse ich indisch oder thailändisch.

Koffer oder Rucksack?

Rucksack. Schon mal einen Koffer am Strand gezogen?

Meer oder Berge?

Meer.

Resort oder Ferienwohnung?

Unentschieden. Kommt auf den Ort an.

All Inclusive oder Selbstversorger?

Ab einem Aufenthalt von mehr als zwei Tagen in jedem Fall Selbstversorger.

Kamera oder Smartphone?

Wenn es nur um die Fotos geht: Kamera.

Adrenalinkick oder pure Entspannung?

Entspannung, wobei es mir dann auch schnell langweilig wird.


Du willst mehr erfahren? Dann schau mal auf Stefans Blog Faszination Südostasien, seinen passenden Twitteraccount oder auf Instagram vorbei und entdecke all die Facetten, die Südostasien zu bieten hat.


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