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Im Juli 2020 nach Griechenland - So sieht's bei der Einreise und vor Ort aus

Ein Deal von , 20. Jul. 2020 15.31 Uhr

Ahoi Piraten,

im Kommentarbereich stellen wir immer wieder fest, dass viele von euch verunsichert sind, was den Sommerurlaub in diesem Jahr angeht. Deshalb haben wir uns entschieden, euch ein bisschen von unseren ersten Sommertrips zu berichten, damit ihr zumindest mal einen kleinen Eindruck davon gewinnen könnt, wie die Lage an einigen beliebten Reisezielen derzeit ist.


Letzte Woche hatten wir euch bereits von einem Trip nach Sizilien berichtet und darin auch einige Tipps zum Reisen in diesem Sommer gegeben und in der Woche davor hat mein Kollege Marc ausführlich über seine Tour mit dem Auto an den Ortasee in Norditalien geschrieben.

Sehr viel anders war meine Erfahrung in den letzten Tagen in Griechenland auch nicht, aber trotzdem schreibe ich wieder ein paar Zeilen für euch. Ich bin nach Preveza geflogen, um dann mit dem Mietwagen auf die wunderschöne vorgelagerte Insel Lefkada zu fahren (die ist über eine Schwimmbrücke mit dem Festland verbunden).


Vor der Reise: Online registrieren

Seit dem 1. Juli hat sich Griechenland für Reisende aus vielen Ländern Europas geöffnet. Um immer einen aktuellen Überblick zu haben, wer da alles ins Land kommt, wurde kurz vorher noch eine Online-Registrierung eingeführt, bei der man in einem (englischsprachigen) Formular seine Daten eingeben muss. Dazu gehören u.a.:

  • Name & Adresse in Deutschland
  • Datum der Anreise & Flugnummer
  • Handynummer
  • eine Kontaktperson in Deutschland
  • Adresse vor Ort (da ist man nicht superkleinlich, bei Hotelname hatte ich einfach "AirBnB" reingeschrieben und bei der Adresse die nächstgelegene Straße aus Google Maps)
  • ob man in den letzten 14 Tagen im Ausland war
  • ob man mit jemandem zusammen reist

Kinder und Ehepartner kann man im selben Formular angeben. Nachdem ihr das Formular gesendet habt, bekommt ihr an eure angegebene E-Mail-Adresse eine kurze Bestätigungsmail. Wenn ihr die ein paar Stunden später immer noch nicht habt (Spam-Ordner checken), könnt ihr das Formular notfalls auch ein zweites Mal ausfüllen.

Ein Algorithmus errechnet später, ob ihr vielleicht ein erhöhtes Risiko darstellt und nach der Landung am Flughafen getestet werdet (kostenlos; laut unseren Infos nur ein Rachenabstrich). Damit die Einschätzung immer auf der aktuellen Datenlage beruht, wird euer Einreisecode erst in der Nacht vor der Einreise erstellt. Um kurz nach 23 Uhr bekommt ihr dann einen QR-Code mit einer Ziffernfolge per E-Mail. Die Mail oder die angehängte PDF könnt ihr ausdrucken oder einfach auf dem Smartphone vorzeigen (am besten Screenshot machen).

Für die folgende Info können wir keine Garantie übernehmen, aber es scheint so, dass Leute, bei denen die Zahlrenreihe mit einer 2 beginnt, nicht getestet werden, während diejenigen, die vorn eine 1 oder 3 haben, zum Test sollen.

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Flug & Einreise

Hier gab es keine Besonderheiten. Am Flughafen und im Flieger trug jeder ganz selbstverständlich eine der verschiedenen Mund-Nasen-Schutz-Varianten. Da die Luft im Flugzeug eher kühl ist, war auch das Atmen eigentlich nicht unangenehm. Nur bei den Gummibändern sollte man schauen, ob sie lang genug sind, weil es sonst nach einiger Zeit doch hinter den Ohren schmerzt, was man z.B. bei einem kurzem Einkauf natürlich noch nicht so merkt.

Am Flughafen in Griechenland angekommen, musste man sich dann zum kurz Check des QR-Codes einreihen. Am Boden gab es aufgeklebte Abstandsmarkierungen. Am Schalter hat dann nur kurz jemand auf den Code geschaut und mich durch gewunken. In Foren hatte ich von Reisenden gelesen, bei deren Flug angeblich bis zu 20% der Passagiere getestet wurden, bei mir waren es aber höchstens fünf.

Falls man doch getestet wird, soll man sich für 24 Stunden in seiner Unterkunft isolieren. Wenn man keinen Anruf bekommt, war der Test negativ. Sollte man doch positiv getestet werden, begibt man sich in eines der ausgewiesenen Quarantäne-Hotels. Welche dies sind, kann man online nachlesen. Die wenigen bisher bekannt gewordenen Fälle im Land waren überwiegend über die Landgrenze eingereiste Touristen aus Bulgaren, Rumänien und Serbien. Dort wurden die Kontrollen inzwischen verstärkt.

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Vor Ort: Alles entspannt und überall viel Platz

Egal wo man hinkommt, man merkt überall, dass in diesem Jahr viele Leute aufs Reisen verzichten. Was für die Hoteliers und Restaurants bitter ist, hat für Urlauber natürlich Vorteile. Unterkünfte sind auch zur Hochsaison zu ziemlich guten Preisen zu haben und selbst an den beliebtesten Stränden findet man ohne Probleme einen Parkplatz und eine Stelle am Wasser mit genug Platz um sich herum.

Um euch den Unterschied besonders anschaulich zu verdeutlichen, stelle ich mal ein Foto vom beliebtesten Strand "Porto Katsiki" aus dem Sommer 2018 (Danke an @minogiannisvalantis) neben ein Foto, das ich am letzten Wochenende an genau derselben Stelle gemacht habe:

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Strand Porto Katsiki Mitte August 2018 und Mitte Juli 2020

Im Alltag hatte ich das Gefühl, dass die Maßnahmen nicht ganz so strikt waren (oder umgesetzt wurden), wie z.B. in Italien (was vielleicht auch daran liegt, dass es in Griechenland so wenige Fälle gab). Beim Einkaufen trugen zwar die meisten einen Mundschutz, aber wer keinen hatte, wurde nicht belehrt oder abgewiesen. Verkäufer trugen meist einen Schutz, bei Kellnern tat dies etwas weniger als die Hälfte. Im Restaurant musste man nirgends seine Daten hinterlassen, allerdings standen auf den meisten Tischen Desinfektionsmittel und jedes Mal wurden Einwegtischdecken frisch aufgelegt.

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links: Alexander Sea Food im Hafen von Vasiliki; rechts: Restaurant Bilvi bei Porto Katsiki

Über Hotels kann ich diesmal leider nichts berichten, da ich in einer Ferienwohnung (AirBnB) war. Nach wie vor ist das für mich die beste Unterkunftsform im Moment, da man einfach überhaupt nichts von irgendwelchen Corona-Einschränkungen mitbekommt. Die kleine Wohnung hatte eine Terrasse mit traumhaftem Blick zum Meer, war nicht weit von den besten Stränden der Insel und hat pro Nacht etwa 80 Euro gekostet.

ZUR UNTERKUNFT


Mein Fazit: Entspannter Urlaub ohne Einschränkungen

Beim ersten Flug seit Corona fühlte sich noch alles etwas seltsam an, aber schon beim zweiten hatte ich mich daran gewöhnt, so wie man halt auch zu Hause im Bus inzwischen ganz selbstverständlich die Maske aufsetzt. Beim Rückflug gab es sogar schon wieder einen Bordverkauf von Snacks und Getränken.

Vor Ort gab's dann auch kleinere Besonderheiten, wie Einwegtischdecken oder kurze Fieber-Checks vor Ausflügen, aber allgemein fand ich das Thema nicht mehr oder weniger präsent als in Deutschland auch.

Was mich begeistert hat, war, dass zumindest auf dieser Insel weniger als ein Viertel der üblichen Reisenden unterwegs waren und sich der Aufenthalt dadurch trotz bestem Wetter wie eine Reise zur Nebensaison angefühlt hat.

Klar ist, dass in diesem Jahr nirgends mehr Partyurlaub machbar sein wird. Aber wer auf Ruhe, Erholung, verlässliches Sommerwetter und mediterranes Flair Lust hat, wird mit ziemlicher Sicherheit in diesem Sommer auf seine Kosten kommen. Besonders die normalerweise überlaufenen Ziele lassen sich in diesen Wochen noch mehr genießen als in anderen Jahren.

Im Juli 2020 nach Griechenland - So sieht's bei der Einreise und vor Ort aus
links: Aussicht vom Café Panorama; Mitte: Zugang zum Strand Porto Katsiki; rechts: Aussichtspunkt im Nordwesten


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