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Reisen nach Mallorca trotz Reisewarnung - leere Strände und Maskenpflicht

Ein Deal von , 8. Sep. 2020 11.47 Uhr

Ahoi Piraten,

In den letzten Wochen haben wir euch immer wieder von unseren persönlichen Reiseerfahrungen in Zeiten von Corona berichtet. Heute möchte ich euch von meinen Erlebnissen berichten, die ich letzte Woche auf der Ferieninsel überhaupt gemacht habe - denn ich bin trotz Reisewarnung nach Mallorca geflogen.

Urlaub trotz Reisewarnung für Spanien - warum?

Die Reisewarnung für Spanien inklusive Mallorca wurde ca. 2 Tage nach meiner Buchung herausgegeben, das heißt, man hätte ein Recht auf kostenlose Stornierung gehabt. Warum habe ich also nicht storniert?

  • Die Flüge von easyjet sollten wie geplant stattfinden.
  • Ich hatte kein Hotelzimmer gebucht, sondern relativ Last Minute eine kleine Finca über Airbnb mit eigenem Pool - und außerdem an einigen Tagen Home Office geplant - also würde es keinen regelmäßigen Kontakt zu anderen Menschen geben.
  • Die gebuchte Unterkunft lag weit außerhalb von Palma, ja sogar fernab von jeglichen touristischen Gegenden oder größeren Städten im Nordosten der Insel.
  • Urlaub als Selbstversorger heißt auch, nicht regelmäßig Restaurants aufsuchen zu müssen. Ehrlich gesagt - hier in Berlin hätte ich mich in dieser Zeit vermutlich dem 10-fachen Risiko ausgesetzt.

Urlaub auf Mallorca trotz Corona: So war's

Reisevorbereitungen: Einreise nach Spanien online registrieren

Wie ihr auch schon in anderen Reiseberichten der Piraten lesen konntet, musste auch ich 48 Stunden vor Reiseantritt online ein Formular ausfüllen, in welchem ich persönliche Angaben zu meiner Person, Mitreisenden, Adresse vor Ort und gesundheitlichem Zustand machen musste. Zur Verfügung gestellt wurde dieses Formular ganz unkompliziert von der Fluggesellschaft. Nach Übermittlung der Daten bekommt man per E-Mail einen QR-Code zugeschickt, der am Flughafen des Reiseziels gescannt wird.


Flug nach Palma

Der Flug nach Palma de Mallorca verlief äußerst unkompliziert und angenehm. Schon am Flughafen hatte ich das Gefühl, dass die Urlauber Masken- und Abstandsregeln sehr ernst nahmen. Der Flieger war letztendlich vielleicht mit 30 Personen besetzt, keine Partyurlauber, hauptsächlich Paare. So konnte man sogar im Flugzeug mit ausreichend Abstand reisen, da jeder Passagier mehr oder weniger eine Reihe für sich allein und zusätzlich freie Reihen zwischen sich und anderen Reisenden hatte. Die Crew ist mit der Situation sehr gewissenhaft umgegangen und hat regelmäßig das korrekte Tragen des Mund-Nasen-Schutzes der Passagiere überprüft. So habe ich mich im Flugzeug gut aufgehoben und keinesfalls unwohl gefühlt.


Mallorca: Die Lage vor Ort

Am Flughafen und auch an der Mietwagenstation verlief alles reibungslos und ohne Probleme. Da nur wenige Passagiere durch den Ankunftsprozess mussten, entstanden überhaupt keine Wartezeiten, nicht einmal beim Scannen des QR-Codes für die Einreise. Stichprobenartig wurde bei einigen Urlaubern auch die Temperatur gemessen.

Da ich in einer privaten Finca untergekommen bin, kann ich leider keine Einschätzung zur Belegung der Hotels geben. Generell habe ich Mallorca noch nie so leer erlebt. Unsere Unterkunft lag im Nordosten der Insel, zwischen Pollenca und Port Pollenca. Wenn wir Ausflüge gemacht haben, dann am Vormittag und unter der Woche, wenn die Strände und Städtchen noch leer sind. Und das waren sie auch! Gegen frühen Nachmittag wurde es an den Stränden dann meistens doch etwas voller, hauptsächlich zählten spanische Touristen zu den Besuchern. Deutsche Touristen sind mir tatsächlich kaum bis gar nicht begegnet, vor allem im Nordosten. Die Strandpromenade in Port Pollenca war überraschenderweise auch am Mittag und Nachmittag wie leergefegt, so dass man die Promenade und einzelne Strandabschnitte teilweise für sich allein hatte. Für Mallorca - eigentlich unglaublich!

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Leere Strände auf Mallorca: Platja de Muro

Sehr beliebte Ausflugsziele, wie z.B. der Torrent de Pareis im Norden der Insel, wurden dann zumindest am Wochenende auch gegen Mittag etwas besser besucht, doch immer noch so, dass man sehr ausreichend Abstand zu anderen Touristen halten konnte. Da in Spanien die Ferien Anfang September auch zu ende sind, gehe ich stark davon aus, dass Mallorca mittlerweile noch deutlich weniger Touristen beherbergt, als während meines Aufenthalts.

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Ausflugsziel im Norden: Torrent de Pareis

Leergefegte Touristen-Hochburgen

Wirklich überrascht hat mich der letzte Tag. Um die Zeit bis zum Abflug am Abend noch zu nutzen, fuhren wir nach Peguera im Westen der Insel - eigentlich eine Hochburg für deutsche Touristen. Hier reiht sich Hotel an Hotel, Strandbar an Strandbar und viele der Restaurants haben sogar deutsche Betreiber, im Normalfall herrscht hier also im August Ausnahmebetrieb. Nicht so in diesem Jahr: Klar tummelt sich hier der ein oder andere deutsche Tourist, aber die Stadt wirkte beinah wie ausgestorben. Keine einzige der Liegen am Strand war besetzt, lediglich ein paar Familien hatten sich nah am Wasser auf ihren Handtüchern niedergelassen. Dass hier die Abstandsregeln problemlos eingehalten werden konnten, muss ich euch nicht erst erklären. Ein ganz neues Badeerlebnis auf Mallorca!

Mallorca trotz Reisewarnung - fühlt man sich sicher?

Ich persönlich habe mich während meiner Reise zu keiner Zeit unwohl oder unsicher gefühlt. Eher das Gegenteil war der Fall: Alle Corona- und Hygienebestimmungen, z.B. in Restaurants, wurden zu jeder Zeit sehr ernst genommen, gefühlt noch viel mehr als derzeit in Deutschland. Nachtleben und Alkohol im Freien sowie All-Inclusive-Drinking ist derzeit auf Mallorca sowieso verboten. Man sollte sich natürlich so wie überall mit gesundem Verstand fortbewegen, große Menschenansammlungen meiden, die Maskenpflicht ernst nehmen und ausreichend Abstand halten. Auch die Schlüsselübergabe im Airbnb erfolgte übrigens kontaktlos.

Maskenpflicht auf Mallorca

Auf Mallorca herrscht überall Maskenpflicht, nicht nur in den Supermärkten oder in Geschäften, auch auf den Straßen, in den Innenstädten, auf den Promenaden. Im Restaurant darf man den Mund-Nasen-Schutz auch erst dann abnehmen, wenn man Getränke und Essen auf dem Tisch hat. Sehr positiv hat mich überrascht, dass sich so gut wie alle Leute an diese Regelung gehalten haben. Trotz der Mittagshitze, die das Tragen manchmal etwas unangenehm macht, habe ich kaum jemanden ohne Maske herumlaufen sehen, was einem ein sehr sicheres Gefühl gegeben hat. Am Strand und beim Baden darf man die Maske natürlich abnehmen.

Nach der Reise: Coronatests und Quarantänereglungen

Der Flug zurück nach Berlin verlief genauso reibungslos wie der Hinflug. Auch wenn das Flugzeug diesmal etwas voller war, so gab es massig freie Reihen und Abstand zu anderen Reisenden war problemlos möglich. Da Spanien auf der Liste der Risikogebiete steht, ist man als Rückkehrer verpflichtet, einen Covid Test durchführen zu lassen und bis zum Erhalt des Ergebnis in häuslicher Quarantäne zu bleiben. Ich habe mir bereits vor Reiseantritt einen Termin für einen kostenlosen Test bei meinem Hausarzt gemacht, was ich jedem empfehlen würde, da die Teststellen an den Flughäfen ziemlich großen Andrang haben. Nach 48 Stunden lag das negative Ergebnis beim Hausarzt vor, ich konnte den Befund abholen und ihn ans Gesundheitsamt schicken.

Meine Reisebegleitung hat den Test direkt vor Ort in Palma machen lassen. Dieser kostet 150 Euro und muss selbst bezahlt werden. Die Klinik in Palma war zwar ziemlich voll und es ging etwas chaotisch zu, allerdings war das Testergebnis bereits nach 5 Stunden auf Englisch in der Corona-App verfügbar.

Fazit: So gab’s Mallorca noch nie

Was soll ich sagen? Müsste ich mich nochmal entscheiden, ich würde jederzeit wieder fliegen. Selbst die touristischen Hochburgen (zumindest die, die ich gesehen habe) wirken derzeit beinah verlassen und man kann gefühlt das erste Mal die wunderschönen Sandstrände, das türkisblaue, saubere Wasser und die romantischen Buchten wirklich in Ruhe genießen. Ich hab die Zeit auf der Baleareninsel sehr genossen und mich trotz Corona zu keiner Zeit unsicher gefühlt. Meidet am besten Städte, riesige Hotelanlagen und selbstverständlich Bars und Kneipen. In Ferienhäusern, Fincas oder eigenen Apartments, die vielleicht nicht gerade in Palma liegen, seit ihr auf Mallorca bestens aufgehoben. Und mit etwas Glück habt ihr einen traumhaften Strandabschnitt sogar ganz für euch!

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Cap de Formentor

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Blick auf Pollenca

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Nus de Sa Corbata


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