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Vietnam von Nord nach Süd - Ein Erfahrungsbericht & Rundreise

Ein Deal von , 10. Apr. 2020 13.33 Uhr

Xin chao, Piraten!

wir schicken euch zumindest in unseren Gedanken nach Südostasien! In ein Land, welches soviel Abwechslung, wie kaum ein anderes bietet.

Kultur, Kulinarik, die Landschaft, ein völlig anderes Staatssystem und vor allem wundervolle Menschen.

Vietnam! Einmal von Nord nach Süd! Ein Land, wie es unterschiedlicher kaum sein könnte.

Lasst euch auf eine Reise ein, die euren Horizont erweitern wird, zumindest wenn ihr euch voll und ganz auf Land und Leute einlasst. Tut es und ihr werdet belohnt! Versprochen!

Lernt Land und Leute kennen. Sprecht mit ihnen, auch wenn ihr keine gemeinsame Sprache sprecht. Lacht mit ihnen ohne zu wissen, worüber ihr da eigentlich gerade lacht. Man wird es euch danken! Zumindest mit einem Lächeln! Vietnam pulsiert, es ist atemberaubend. Wir schicken euch auf ein Abenteuer!

Diese Reise ist ein Bericht über meinen Erfahrungen in Vietnam, gepaart mit einer Empfehlung für eine Reiseroute für einen guten Ersteindruck um dieses wundervolle Land zu entdecken. Ich habe selbst über einen längeren Zeitraum in Hanoi gewohnt. Also lasst mich gerne in der Kommentarfunktion wissen, wenn ihr Fragen über Vietnam habt.

1. Reiseabschnitt: Hanoi und Umgebung

Euer Vietnamabenteuer startet in Hanoi. In Vietnams Hauptstadt werfen wir euch direkt ins kalte Wasser. Es ist laut, hektisch, chaotisch und trotzdem so unheimlich fesselnd!

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Vietnam pur!

In dieser Stadt herrscht Leben. Kulturschock vorprogrammiert, aber im positiven Sinne. Geschäftiges Treiben auf Hanois Märkten, Hektik pur, viele Motorbikes! Ein ohrenbetäubendes Gehupe! Das Überqueren der Straße schon ein Erlebnis...Keine Ampeln weit und breit? Weit entfernt also von jeglicher, für uns so gewohnten, deutschen Ordnung. Hanoi wirkt auf den ersten Blick, wie ein einziges Chaos.

Die Gegensätze sind jedoch unglaublich. Ihr betretet den nächsten Tempel und von all dem nichts mehr. Ruhe!

Es lohnt sich übrigens die etwas weniger bekannteren Tempel zu besuchen (einfach mal Google Maps anschmeißen und den eigenen Favoriten finden). Weniger Touristen und eine authentischere Umgebung! Obendrauf gibt es wieder die Möglichkeit sich mit Händen und Füßen zu verständigen und nette Menschen kennenzulernen. Die Leute in Hanoi gelten grundsätzlich als etwas distanziert bzw. verschlossener als im Süden. Stimmt nicht! Kommt auf sie zu! Es wird sich bezahlt machen. VERSPROCHEN! Und ich rede nicht vom Taxifahrer, der gerade versucht hat euch 50.000 Dong zu viel zu berechnen. Auch das gehört dazu, ist aber im Austausch mit einigen unglaublichen Erfahrungen zu verschmerzen.

Egal was passiert, nehmt es im Zweifel mit Humor! Spätestens am Abend bei einem Bia Ho (frisch gezapftes Bier) in Hanois Old Quarter, lacht ihr über die neuen Erlebnisse. Absolutes Pflichtvokabular: "mot hai ba yo"! So schnell habt ihr euren ersten vietnamesischen Trinkspruch gelernt... Lasst den Abend mit einem der wahrscheinlich günstigsten Biere überhaupt ausklingen (ab 15 Cent). Neue Freundschaften inklusive! Ein Abend in Hanois Bia Hois ist ein unvergessliches Ereignis. Aber danach nicht mehr selbst aufs Motorbike steigen!

Das wahrscheinlich beste Streetfood der Welt. Hanoi!

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Beginnt euren Tag mit einer Pho. Und ja! Suppe gibt's hier schon zum Frühstück. Probiert es zumindest einen Tag, sonst entgeht euch, die vermeintlich Beste super der Stadt ! Dieser Suppenladen schließt nämlich bereits gegen Mittag, wenn sie alle Suppen verkauft haben wird einfach dicht gemacht. Das Geschäft für heute ist schließlich gemacht, wieso also mehr arbeiten als nötig. In Vietnam "isst" man pragmatisch. Meine Lieblingssuppe bekommt ihr Quán Phở Thìn (13 Lò Đúc, Phạm Đình Hồ, Hai Bà Trưng, Hà Nội, Vietnam).

Ein wahrer Hochgenuss und das Ganze zum Piratenpreis (circa 70 cent). So könnte zumindest meiner Meinung nach jeder Tag starten. By the way Schlange stehen ist leider schon am frühen Morgen vorprogrammiert. Die Vietnamesen lieben ihre Suppe!

Was ihr noch probiert haben solltet:

  • Bun Bo Nam Bo - geniales Nudelgericht (One of our favorites)
  • Bun Cha - kleine Schweinefiletspießchen vom Holzkohlegrill
  • Cha Gio - vietnamesische Frühlingsrolle mit schmackhafter Füllung
  • Sticky Rice - Klebereis mit frischem Kokoseis
  • Kaffeekultur - auch für den Kaffee ist Vietnam bekannt - es gibt ihn günstig und er ist sehr lecker! Unbedingt probieren müsst ihr auch Kaffee mit rohem Ei (cà phê trứng)

Tipp für Streetfood: Das Prinzip, wo es eine Schlange mit vielen Einheimischen gibt, dort schmeckt es auch gut, gilt wie überall in Asien, auch in Hanoi. Aber Achtung! Es gibt auch die ein oder andere vietnamesische Spezialität, die für unsere europäischen Geschmäcker vielleicht nicht unbedingt auf den Teller gehören. Also im Zweifel fragen!

Hanoi eignet sich übrigens sehr gut für Tagesausflüge in die Umgebung. Hier sind meine Empfehlungen:

  • Ninh Binh - Reisfelder! Eine Bootstour durch die atemberaubende Landschaft... Garantiert unvergesslich! (Tagestrip von Hanoi)

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  • Ha Long Bay - einzigartige Formation von Kalkfelsen, um die sich so einige vietnamesische Sagen drehen. Wahrscheinlich eines der ersten Bilder, die man mit Vietnam assoziiert. Ein Must-Do! (Tagestrip von Hanoi möglich, aber etwas weniger stressig mit einer Übernachtung auf einem der Ausflugsboote). Wunderschön!

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  • Hanoi - Sapa (für Trekkingfans):

Von Hanoi könnt ihr für circa 20€ (One-Way) mit dem Nachtzug anreisen. Allein die Zugfahrt ist ein Erlebnis! "Vietnamesisch Sprachkurse" mit Einheimischen sind übrigens im Preis inklusive. Es geht mit dem Zug, in die circa 300 Kilometer entfernte, Provinzstadt Lo Cai. Von Lo Cai mit dem Shuttle Bus weiter in das Bergdorf Sapa (bei der Fahrt mit dem Shuttle Bus gilt wie immer: der Preis wird ausgehandelt!).

Vietnam von Nord nach Süd - Ein Erfahrungsbericht & Rundreise

In Sapa befinden sich weltberühmten Reisterrassen in der vietnamesischen Grenzregion zu China. Vietnams Hochland beheimatet eine Vielzahl von ethnischen Minderheiten, die auch alle mittlerweile das Geschäft mit den Touristen gerochen haben und euch gefühlt rund um die Uhr irgendetwas verkaufen wollen. Auch das ist ein Erlebnis und ihr werdet mit grandiosen Ausblicken auf das umliegende Bergland mit seinen Reisterrassen belohnt. Außerdem habt ihr eure private Gefolgschaft von Verkäufern bei jeder eurer Trekkingtouren inkludiert. Ist lustiger als es sich anhört. Ebenfalls VERSPROCHEN!

2. Reiseabschnitt: Hue, Da Nang und Hoi An:

Hue

Mit dem Flieger kommt ihr bequem von Hanoi nach Hue. Der Flug mit Vietnam Airlines sollte euch im Normalfall nicht mehr als 50€ kosten (normalerweise kostet er weniger). Alternativ könnt ihr von Hanoi mit dem Zug schon für 32€ anreisen (circa 13h mit dem Nachtzug).

In der Kaiserstadt angekommen gibt es wieder ganz viel Kultur. Spitze für alle, die noch nicht genug von Tempel bekommen haben.

Mutig genug für den vietnamesischen Straßenverkehr? Eine eigene Tour mit dem Moped zu den verschiedenen Kaisergräbern, die im Umland von Hue liegen und alle mit eben diesem zu erreichen sind. Motorräder gibt es günstig an jeder Straßenecke. Macht bevor ihr eins mietet auf jeden Fall eine kurze Probefahrt! Bremsen, Reifen und ganz wichtig die Hupe solltet ihr unbedingt auf ihre Funktionsfähigkeit überprüfen. Natürlich gibt es als Alternative und für weniger abenteuerlustige auch geführte Touren mit Shuttles.

Die Kaisergräber sind wirklich beeindruckend. Schaut euch aber vorher an, welche Gräber ihr wirklich besuchen wollt, denn die Eintrittsgelder sind für vietnamesische Verhältnisse recht hoch angesiedelt.

Auch in Hue gilt wieder: das legendäre Streetfood müsst ihr probieren. Unsere Top Eats:

  • Bun Bo Hue - ebenfalls eine der berühmten vietnamesischen mit Zitronengras verfeinerte Rindfleischsuppe, der eine scharfe Gewürzpaste hinzugefügt wird
  • Banh Beo - gedämpfte Reisküchlein mit Krabben- und Zwiebelfüllung
  • Banh Loc Goi - in Bananenblätter eingewickeltes Reisküchlein

Überquerung über den Wolkenpass nach Da Nang und Hoi An

Die schönste Zugstrecke von Vietnam? Ganz klar! Die circa 2,5 stündige Fahrt von Hue nach Da Nang. Hier ist der Weg das Ziel. Es geht fast ausschließlich an Vietnams Küste entlang und euch bieten sich immer wieder spektakuläre Ausblicke auf diese wunderschöne Küstenlandschaft. Eine Zugfahrt, die ihr wirklich gemacht haben solltet.

Ihr kommt in Da Nang an und organisiert euch am besten direkt einen Transfer nach Hoi An. Wie immer gilt verhandeln. Direkt am Bahnhof findet ihr auch oft andere Touristen mit der ihr eine Fahrgemeinschaft bilden könnt. Alternativ könnt ihr den Bus nehmen, welcher offiziell nur 12.000 Dong kostet. Das ihr nach Verhandlungen unter 50.000 Dong rauskommt halten wir allerdings für unrealistisch.

Da Nang selbst hat nicht sonderlich viel zu bieten. Gutes Essen gibt es allerdings auch hier.

Hoi An

Hoi An dagegen wieder so einiges. Es ist ein wunderschönes kleines Städtchen. So viel Flair hat kaum eine Stadt. Am besten leiht ihr euch Fahrräder und erkundet das Hoi Aner Umland. In der Innenstadt herrscht zu bestimmten Zeiten, für Vietnam so ganz untypisch, Sperrstunde für den motorisierten Verkehr. Welch ungewöhnliche Ruhe? Jetzt hattet ihr euch wohl gerade an das wilde Gehupe gewöhnt. Naja, kommt schon bald wieder! Versprochen... Wir sind schließlich immer noch in Vietnam. Sonst gilt schließlich in dem Land, in welchem es mehr Motorräder als Menschen gibt, dass das Moto heilig ist!

Und hier wie immer unser "Schmankerl" für euch:

  • Banh Mi - französischer Einfluss in Vietnam? Ja, es ist ein Baguette und noch ein verdammt gutes dazu! In Hoi An bekommt ihr eines der Besten bei Bánh mỳ Phượng (Hoàng Diệu, Sơn Phong, tp. Hội An, Quảng Nam, Vietnam), mhh lecker!

3. Reiseabschnitt: Ho Chi Minh Stadt und das Mekong Delta

Ho Chi Minh Stadt

Von Hoi An besorgt ihr euch einen Transfer zurück nach Da Nang zum Flughafen. Von hier kommt ihr bequem mit dem Flieger nach Ho Chi Minh Stadt. Für das Flugticket solltet ihr nicht mehr als 35€ mit zum Beispiel Viet Jet Air bezahlen.

Angekommen in Saigon werdet ihr sofort die gravierenden Unterschiede zu Hanoi feststellen. Okay, wir geben zu Motos und Gehupe gibt es natürlich auch hier. Aber die Megametropole ist viel westlicher als das teilweise, wie ein riesiges Dorf wirkende, Hanoi.

Ho Chi Minh ist hip! Es gibt unzählige Cafes und Restaurants, die ihr auch so oder ähnlich in Europa finden könntet.

Ho Chi Minh und Umgebung:

  • Kriegsopfermuseum - zeigt die vietnamesische Seite des Kriegs - sehr interessant sollte man wirklich machen. Bietet eine einmalige Gelegenheit eine weniger amerikanische Perspektive des Vietnamkriegs geschildert zu bekommen.
  • Skyline von Ho Chi Minh - lasst den Abend auf einer der Rooftop Bars ausklingen - so zum Beispiel in der Chill Rooftop bar.
  • Cu Chi Tunnel - riesiges Tunnelsystem, welches die Vietcongs im Guerrillakrieg gegen die Amerikaner erfolgreich eingesetzt haben.
  • Mekong Delta - das Mekong Delta ist Vietnams Lebensader! - Hier wird Reis angebaut und das im ganz großen Stile. Alles ist grün. Macht eine Bootstour und entdeckt die schwimmenden Märkte.
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