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11 Fragen an eine Weltreisende

Ein Deal von , 29. Sep. 2016 10.19 Uhr

Anja reist seit Jahren durch die Welt und schreibt darüber auf ihrem Blog happybackpacker.de. Sie ist Surferin aus Leidenschaft und mag es, in möglichst warmen Gefilden unterwegs zu sein. Wir haben ihr 11 Fragen zum Thema Reisen gestellt.

1. Gab es schon eine Reise, die dein Leben verändert hat?

Wahrscheinlich war das meine erste Reise, die ich mit 19 Jahren alleine unternommen habe. Ich bin drei Tage nach meinem Abitur nach Frankreich gefahren und wollte vier Monate in einem Hotel arbeiten. Anfangs hatte ich große Angst, alleine für so lange Zeit in ein fremdes Land zu gehen, dessen Sprache ich nicht beherrschte und in dem ich niemanden kannte. Damals suchte ich mir noch per Post einen Job als Kellnerin in Roquebrune Cap Martin an der Côte d'Azur und hatte anfangs schreckliches Heimweh. Jeden Tag acht Stunden arbeiten, ich kannte niemanden und verstand nur Bahnhof. Doch ich wollte es wenigstens ein paar Monate aushalten und mir beweisen, dass ich das schaffen kann. Schon nach kurzer Zeit verliebte ich mich in Frankreich, die Kultur, das warme Wetter und fand tolle Freunde.

Nach den vier Monaten war mir klar, dass ich nicht wieder in mein altes Leben in meiner alten Stadt mit den alten Freunden zurückkehren konnte. Ich wollte reisen, frei sein, mich lebendig fühlen und die Welt sehen. Schon ein halbes Jahr später war ich wieder unterwegs und habe seitdem nicht mehr aufgehört.

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2. Hast du selbst schon ein Sabbatical gemacht?

Ja, habe ich und ich finde es eine wunderbare Möglichkeit zu reisen und dabei Geld zu verdienen. Du musst deinen Job nicht aufgeben, bist weiterhin krankenversichert und lässt dir die Sonne auf den Bauch scheinen, während deine Kollegen zuhause den Winter Blues blasen.

3. Wie kamst du dazu, ein Reiseblogger zu werden?

Das Bloggen hat sich angeboten, weil ich ziemlich schreibfaul bin, was das Emailen angeht. Auf meinen Reisen haben sich immer wieder Freunde und Verwandte beschwert, dass ich mich nicht häufig genug melde. Leider hatte ich aber keinen Plan, wie man bloggt und wie man eine Seite aufsetzt. Als ich vor über 15 Jahren anfing zu reisen, hatte ich noch nicht einmal eine Email-Adresse. Dann bin ich vor vier Jahren einfach ins kalte Wasser gesprungen und habe mit happybackpacker.de angefangen. Das war viel learning by doing, und ich habe so ziemlich jeden Fehler gemacht, den man machen konnte.

4. Was empfiehlst du Menschen, die die Welt entdecken wollen?

Egal, wie alt du bist und wie erfahren oder nicht - tu es einfach! Lasse dir nicht von anderen einreden, das würde zu viel Geld kosten, du seist zu jung oder es sei zu gefährlich. Wenn dein großer Traum aus einer Reise in dein Traumland besteht und keiner deiner Freunde Zeit hat, dann mache es einfach allein. Lasse die Sorgen hinter dir und du wirst merken, dass die meisten deiner Ängste unbegründet waren. Weitere Tipps zum Alleinreisen findest du auch auf meiner Seite.

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5. Wie bekommst du Reisen und Arbeit unter einen Hut?

Das ist ein großes Thema und so ganz habe ich da auch noch nicht die Patentlösung für mich gefunden. Manchmal arbeite ich einfach im Ausland für ein Jahr und reise dort am Wochenende und erkunde die Gegend. Oder ich arbeite so lange in Deutschland, bis ich genug Geld beisammen habe, um wieder auf Reisen zu gehen. Oder aber ich versuche als Freelancer ein paar Jobs abzustauben während meiner Reisen. Eigentlich habe ich schon fast alles ausprobiert.

6. Was sind deine Tipps, um Geld zu verdienen beim Reisen?

Mein ultimativer Tipp ist, dass ich niemals mit komplett leeren Taschen losziehe. Ich mag ein Sicherheitspolster von mindestens 500 Euro, damit ich die ersten Tage erst einmal in Ruhe ankommen und mich in der neuen Stadt orientieren kann. Zweitens: Sei dir nicht zu schade, auch einmal Jobs zu machen, die dir daheim nie einfallen würden. Fruit Picking, putzen, auf einer Farm arbeiten. Das klingt zunächst einmal nicht sehr glamourös, aber die Erfahrungen, die du dort sammelst, sind goldwert und lassen die Kassen klingeln. Und drittens: Reisen in der Nebensaison spart wirklich viel Geld.

7. Was muss für dich immer auf Reisen mit dabei sein?

Das unbedingte Musthave ist ein Sarong. Der ist ein Alleskönner und kann in warmen Ländern als Schlafdecke, Strandlaken und leichter Sonnenschutz dienen. Er passt in jede Handtasche und verdeckt bei vielen Tempelbesuchen die Schultern. Daneben natürlich Reisepass, Kreditkarte und Auslandskrankenversicherung nicht vergessen. Den Rest kann jeder vor Ort kaufen. Weniger ist mehr.

8. Strand oder Berge? Stadt oder Dorf?

Ich mag es eigentlich überall, wo die Sonne scheint, es tropisch warm ist und das Meer nicht zu weit weg ist. Ich bin eine totale Frostbeule und friere schon bei leichtem Wind im Schatten im deutschen Sommer. Klar fahre ich auch gerne Ski, aber vor die Wahl gestellt wähle ich ohne mit der Wimper zu zucken immer den sonnigen Süden. Surfen, tauchen, den warmen Sand an den Füßen zu spüren – was braucht man mehr?

9. All Inclusive oder Selbstversorgung?

Definitiv nicht All inclusive. Das kann manchmal zwar günstiger sein als ein individuell gebuchter Flug und Hotel, aber ich mag keine vorgefertigten Pakete und tue mich auch in Gruppen schwer. Ich bin lieber auf eigene Faust unterwegs und buche nicht im Voraus, damit ich spontan entscheiden kann. Gefällt es mir an einem Ort gut, dann bleibe ich länger. Und wenn nicht, kann ich schnell wieder weiterreisen.

10. Hast du schon einmal schlechte Erfahrungen auf deinen Reisen gehabt?

Ich hatte Gott sei Dank bisher meistens immer Glück auf meinen Reisen und traf wundervolle Menschen, die mir geholfen haben. Manchmal passieren eben ein paar Missgeschicke, aber hinterher und mit Abstand kann man darüber lachen. So wie in Singapur als ich drei Mal die falsche Geheimzahl am Geldautomaten eingab, meine einzige Bankkarte eingezogen wurde und ich komplett ohne Bargeld und Karte dastand. Dumm gelaufen. Ich sah mich ausgerechnet im klinisch-sauberen Singapur unter der Brücke schlafen und von der Polizei in eine Gefängniszelle schieben, da das öffentliche Herumlungern in dem Land verboten ist. Und doch fügte sich alles. Die Mitarbeiter der Bank trösteten mich und versprachen innerhalb von zwei Tagen die Karte aus dem Automaten zu bekommen. Ich checkte in dem billigsten Hostel der Stadt ein und durfte auf dem Dach unter einer Plane logieren. Natürlich musste ich versprechen, nach den zwei Tagen mein Bett zu bezahlen. Viele der Hostelbewohner hörten von meiner misslichen Lage und gaben mir etwas zu essen.

11. Hast du einen persönlichen praktischen Tipp für jemanden, der zum ersten Mal alleine verreist?

Lasse dich einfach treiben. Die Uhren in den meisten Ländern der Welt ticken anders als in Deutschland. Busse fahren nicht dort ab, wo man es dir gesagt hat und schon gar nicht zu der Zeit, die man dir genannt hat. Trotzdem funktioniert doch irgendwie immer alles in letzter Sekunde und alle sind zufrieden.

Auf meinen Reisen habe ich gelernt, dass Sorgen meistens gar nicht helfen und dass es sich nicht lohnt, zu viele davon zu haben. Die meisten Menschen auf dieser Welt haben viel weniger zum Leben und trotzdem lassen sie sich dadurch nicht ihren Lebenshunger und Optimismus verderben. Wozu auch, meistens tritt eh nicht ein, wovor man Angst hatte. Auch habe ich gelernt, dass die meisten Menschen unheimlich hilfsbereit und freundlich sind und wenn man nur offen genug ist, dann lässt sich immer jemand finden, der einem hilft.

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Und ganz wichtig: Du bist nicht allein. Jeden Tag fliegen unzählige Leute weit weg in ein Abenteuer ihres Lebens und du wirst schon bald mit diesen Leuten befreundet sein und neue, aufregende Zeiten erleben. Also nur Mut!


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