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3 Wege zum Sabbatical

Ein Deal von , 27. Jul. 2016 10.40 Uhr

Ihr habt euch entschieden, euren Traum von einer langen Auszeit endlich nicht mehr auf die lange Bank zu schieben, sondern endlich wahr werden zu lassen? Ihr wisst nur noch nicht, wie genau sich das Abenteuer finanzieren lässt und ob der Arbeitgeber mitspielt? Dann ist es höchste Zeit, dass ihr einige wichtige Fragen mit eurem Arbeitgeber abklärt, denn im deutschen Arbeitsrecht gibt es keinen Anspruch auf ein Sabbatical. Es liegt im Ermessen des Arbeitsgebers, ob er eine Auszeit gewährt und wie lange diese sein kann. Denn nichts anderes bezeichnet das englische Sabbatical, nämlich eine drei- bis zwölf-monatige Auszeit vom Job, die in bestimmten Fällen sogar noch länger sein kann.

Das klingt zu gut, um zu wahr, denken jetzt die Skeptiker unter euch, aber es gibt drei verschiedene Wege und Modelle, um eure Arbeitgeber von eurem Vorhaben zu überzeugen. Und das das Beste daran ist, dass immer mehr Unternehmen umdenken und ihren Angestellten die Auszeit ermöglichen. Folgende Optionen habt ihr.

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Drei verschiedenen Modelle

Anders als bei Beamten etwa müssen sich Angestellte in der freien Wirtschaft mit ihren Arbeitgebern individuell einigen und das passende Modell mit diesen absprechen. So erlauben etwa manche Firmen bis zu fünf Jahre unbezahlten Urlaub ohne Arbeitsplatzverlust, andere einen vierwöchigen Sonderurlaub. Es gibt auch die Möglichkeit, Überstunden anzusparen. In dem Szenario arbeitet man zum Beispiel drei Jahre 40 Stunden pro Woche, obwohl nur 30 Stunden bezahlt werden und im vierten Jahr hat man bezahlt frei.

Generell gelten folgende 3 Modelle als mögliche Einstiege in das Sabbatjahr:

1. Ihr sammelt Überstunden: Hier werden auf einem Langzeitkonto Teile des Gehalts, Überstunden oder Urlaubstage angehäuft und dann am Stück in einen Langzeiturlaub umgewandelt. Das ist der Idealfall, denn damit zahlt euer Arbeitgeber weiterhin die Altersvorsorge sowie Krankenkasse während des Sabbaticals.

2. Ihr verzichtet teilweise auf euer Gehalt im Vorfeld: Dabei arbeitet ihr eine bestimmte Zeit Vollzeit, legt aber einen bestimmten Teil des Gehalts auf einem Arbeitszeitkonto an. Dieses Zeitguthaben baut ihr dann im Sabbatjahr ab und werdet dabei bezahlt. Auch in diesem Szenario werden die Krankenversicherung und Altersvorsorge weiter bezahlt.

3. Unbezahlter Urlaub: Der unbezahlte Urlaub ist für Arbeitgeber relativ komfortabel, da die bezahlte Beschäftigung während der Freistellung auf bestimmte Zeit ausgesetzt wird. Dabei müsst ihr allerdings genügend Geld angespart haben, um während der Auszeit flüssig zu bleiben und euch selber um die Krankenkasse- und Altersvorsorgebezüge kümmern. Das gilt nicht bei einem unbezahlten Urlaub unterhalb einer Monatslänge.

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Frühzeitige Planung wichtig

Als Faustregel gilt, so lange im Voraus zu planen, wie die Länge der Auszeit sein soll, damit ihr genügend Zeit habt, um euch auf das Abenteuer eures Lebens vorzubereiten. Die wichtigsten Fragen dabei lauten:

Welche Versicherungen sind nötig?

Was passiert mit der Wohnung, dem Fitnessstudio-Abo, Handyvertrag, etc.?

Muss die gesetzliche Krankenversicherung abgemeldet werden?

Überlegungen, was während der Auszeit erlebt werden soll: Welche Route, welche Länder, Sprachen lernen etc.

Rechtzeitig anfangen, Geld zurückzulegen, um den Trip auch finanzieren zu können.

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Rückkehr vertraglich festlegen

Leider geht jedes Abenteuer auch einmal zu Ende und obwohl sich gerade zu Beginn eine lange Auszeit wie eine Ewigkeit anfühlt, sollten angehende Weltreisende nicht vergessen, die Bedingungen der Rückkehr in den Job vor der eigentlichen Auszeit auszuhandeln und vertraglich festzulegen.

Darin sollte die Übergabe und Dokumentation der bisherigen Arbeit, die Vergütung während der Auszeit, die Weiterführung von zum Beispiel betrieblicher Altersvorsorge, die Erreichbarkeit während des Sabbatjahrs sowie Aufgaben und Position nach der Rückkehr geregelt sein.

Ebenso sollte auch ein beiderseitiger bindender Kündigungssausschluss im Sabbatical-Vertrag fixiert sein, damit während der Dauer der Auszeit die ordentliche Kündigung des Arbeitsverhältnisses für beide Seiten ausgeschlossen ist.

Augen auf beim sogenannten „erweiterten Direktionsrecht“ im Arbeitsvertrag: Damit ist eine Wiedereinstellung an alter Stelle nicht garantiert. Daher ist eine Abklärung so wichtig, damit es bei der Rückkehr keine bösen Überraschungen gibt und der schwierigste Teil des Zurückkommens das schlechte deutsche Wetter und das fehlende Meeresrauschen ist.

Ausnahmefall Beamten

Der öffentliche Dienst bildet mal wieder eine Ausnahme, denn Beamten oder gleichgestellten Angestellten stehen diverse Teilzeitbeschäftigungsmodelle und andere Freistellungsmöglichkeiten bereit. Sie können üblicherweise zwischen einem und zehn Jahren in Teilzeit arbeiten – natürlich bei entsprechend gekürztem Lohn – um dann das Sabbatjahr einzulegen, wobei in dieser Zeit das gleiche Entgelt weiter bezahlt wird. Das ist in den verschiedenen Bundesländern unterschiedlich geregelt und am besten informieren sich Interessierte rechtzeitig.

Und was hält euch jetzt noch ab, die Koffer zu packen und die Welt zu entdecken?

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Anja Knorr liebt das Reisen und macht seit mehr als zehn Jahren die Welt unsicher. Sie war schon in mehr als fünfzig Ländern unterwegs und weiß, wie man mit viel Spaß und wenig Geld die Welt sieht. Auf ihrem Reiseblog happybackpacker.de gibt sie Fernwehgeplagten Tipps rund ums Reisen. Heute zeigt sie auf urlaubspiraten, wie man trotz festem Job mit einem Sabbatjahr die Welt sieht.

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