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An diesen Orten in Europa könnt ihr Wale und Delfine sichten

Ein Deal von , 7. Jun. 2020 12.58 Uhr

Ahoi Piraten

einmal im Leben einen Wal zu sehen, ist der Traum vieler Menschen und wirklich etwas ganz besonderes. Kleiner, aber nicht weniger beliebt sind Delfine. Wir wurden bei einer Bootsfahrt in Südafrika einmal von etwa 50 Delfinen begleitet und müssen sagen, dass das ein wirklich unvergessliches Erlebnis war. Auch Kanada oder Hawaii gelten als gute Spots, um die Tiere live zu sehen.

Doch so weit müsst ihr gar nicht reisen, um diese Tiere (mit etwas Glück) zu beobachten, denn in Europa gibt es mehr Hotspots für Wal- und Delfinsichtungen, als man auf den ersten Blick meinen mag.

Wir stellen euch sechs Plätze in Europa vor, an denen ihr Wale und Delfine beobachten könnt. Auf einige Plätze seid ihr vermutlich selbst bereits gekommen, an anderen erwartet man Wale und Delfine nicht unbedingt.

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1. Island und die Hauptstadt der Walbeobachtung

Whalewatching auf Island ist unsere Nummer 1, wenn es darum geht, Wale in Europa sehen und beobachten zu können. Kein Wunder, nennt sich das 2000-Seelen-Dörfchen Husavik im Nordosten Islands doch sogar Europas Hauptstadt der Walbeobachtung. Im Walmuseum in Husavik gibt einen ersten Einblick in die Welt der Wale.

Die Sichtungsquote bei Touren von Husavik aus liegt in den Monaten von April bis Oktober zwischen 98 und 99%, etwa die Hälfte aller Whalewatching-Touren starten von dort aus. Nicht ohne Grund: In den Gewässern soll die Vielfalt der Meeresriesen besonders groß sein Zwergwale, Weißschnauzendelfine, Sei-, Schweins- und Buckelwale und verschiedene Delfinarten kommen hier im wahrsten Sinne des Wortes vor die Kamera geschwommen. Mit ganz viel Glück könnt ihr sogar einen Blauwal sehen!

Wer nicht nach Husavik reisen möchte für seine Tour, kann auch Ausflüge in anderen Regionen der Insel buchen.


2. Die Kanaren

Dass in Island Wale sind, ist den meisten noch bekannt. Dass man aber auch vor den Kanaren Wale beobachten kann, wissen vielleicht nicht so viele. Dabei sind gerade Teneriffa und La Gomera bestens geeignet, um von hier aus auf Walbeobachtungstouren zu gehen. Rund 28 Wal- und Delfinarten sind in den Gewässern beheimatet und damit das ganze Jahr über zu sehen. Pottwale, Pilotwale und Grindwale sind nur drei der möglichen Exemplare, denen man hier begegnen kann.

Die Sichtungsrate liegt zwischen 80 und 90 %. Bei Weitem nicht so hoch wie in Island, dafür aber könnt ihr einen solchen Ausflug auf's Meer ganz einfach mit einem Urlaub im Warmen kombinieren.


3. Die Azoren

Die Azoren liegen ziemlich zentral im Atlantischen Ozean – ein Grund dafür, dass hier Jahr für Jahr von Mai bis Oktober eine unglaubliche Vielfalt von Meerestieren vorbeizieht. Pottwale, Grindwale, Entenwale, Schnabelwale, aber auch Riesen wie Finnwale und sogar Blauwale können hier mit etwas Glück beobachtet werden. Und von verschiedenen Aussichtspunkten an Land, die einst extra für die Waljagd eingerichtet wurden, kann man die Tiere an klaren Tagen mit dem einfachen Fernglas oder sogar dem bloßen Auge sehen. Dann habt ihr aufgrund der hervorragenden Luftverhältnisse teilweise eine Sicht von bis zu 30 Kilometern. Natürlich werden hier aber auch Bootstouren angeboten. Dann liegt die Sichtungsquote bei bis zu 98%.


4. Sylt

Wusstet ihr, dass es auf Sylt ein Walschutzgebiet gibt? Nein? Dann wird es Zeit, dass ihr die Region kennenlernt. Vor der Westküste Sylts leben rund 6.000 Schweinswale, die bis zu 2 Meter lang und 80 Kilogramm schwer werden können. Optisch haben sie eine große Ähnlichkeit mit Delfinen.

Auf Sylt benötigt man kein Boot für eine Beobachtungstour, denn die Schweinswale sind oftmals schon vom Land aus zu sehen. Und ihr wärt nicht der erste Schwimmer, der auch beim Planschen in den Wellen einem Schweinswal über den Weg schwimmt. Keine Panik – die Rückenflosse der Schweinswale erinnert durchaus an eine Haiflosse. Ihr habt jedoch auch die Möglichkeit, an einer Rundfahrt durch das Walschutzgebiet teilzunehmen.


5. Mallorca

Auch auf Mallorca kann man Wale und Delfine beobachten. 21 Wal- und Delfinarten trifft man in den Gewässern rund um die Baleareninsel an. Das ganze Jahr über fahren Boote zum Whalewatching raus. Besonders die verschiedenen Delfinarten rund um die Insel lieben es, die Schiffe zu beobachten und auch einmal etwas näher an die Ausflugsboote heranzukommen.


6. Norwegen

Rund 300 Kilometer nördlich vom Polarkreis gelegen befinden sich die Vesteralen, eine Inselgruppe nördlich der Lofoten, in deren Nähe man Wale in der Mitternachtssonne beobachten kann. Auf den Vesteralen findet man Orcas, Pottwale, Schweins- und Grindwale sowie Zwergwale. Bis zu 1.000 Meter geht der Meeresboden hier kurz vor der Inselgruppe steil nach unten.

Wer in der Zeit vom 23. Mai bis 23. Juli vor Ort ist, kann rund um die Uhr auf Walbeobachtungstour geht. Denn in diesem Zeitfenster scheint hier die magische Mitternachtssonne. Eine Sichtungsrate von 95% sorgt zudem für eine gewisse Sicherheit, dass ihr hier oben auch wirklich Wale zu Gesicht bekommt.

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Ist Whalewatching Tierquälerei?

Diese Frage ist ein heikles Thema. Eine Menge Tierschützer lehnen Walbeobachtungstouren kategorisch ab mit der Begründung, dass die Tiere dabei einem zu großen Stress ausgesetzt werden würden. Und tatsächlich ist es so, dass in Fällen, in denen die Kapitäne von Touristenbooten regelrecht Jagd auf die Tiere machen, um ihren Gästen die besten Fotos zu ermöglichen, Wale und Delfine großem Stress ausgesetzt sind. Wenn viele Boote gleichzeitig auf dem Wasser sind, kommt eine unbeträchtliche Lärmbelästigung für die Tiere dazu. Aber, ist Whalewatching generell zu verdammen?

Wir finden: „Nein“. Der WWF beispielsweise sagt, dass Walbeobachtungen, wenn sie von seriösen Veranstaltern durchgeführt werden, den Tieren mehr nutzen als schaden. Denn durch solche naturnahen Erlebnisse wird der Mensch mehr für die Natur sensibilisiert. Themen wie Artenschutz etc. rücken für viele mehr in den Fokus, wenn sie einmal ein solches Erlebnis wie eine Walsichtung hatten. Dazu kommt, dass in Ländern wie Island beispielsweise noch immer jedes Jahr aufs Neue darüber nachgedacht wird, die Jagd auf Wale im großen Stil wieder zu eröffnen. Gerade der Tourismuszweig des Whalewatching ist hier so etwas wie eine Art gelebter Tierschutz – eine solche Einnahmequelle abzuschießen, wäre gegen die Interessen eines immer größer werdenden Industriezweigs.

Es gilt jedoch, einige Regeln zu beachten, wenn man Wale beobachten möchte. Vor allem sollte man bei der Auswahl des Veranstalters darauf achten, dass dieser sich an die Regeln für sanfte Walbeobachtungen hält. Das heißt, dass die Boote Abstand zu den Tieren halten, nur im richtigen Winkel auf die Tiere zusteuern, keine Verfolgungsjagden beginnen, sondern die Wale und Delfine wegschwimmen lassen, wenn diese gerade nicht beobachtet werden wollen. Ob ihr einen seriösen Anbieter vor euch habt, merkt ihr oft, wenn ihr euch an der Verkaufsstelle mit den Mitarbeitern unterhaltet und euch weitere Informationen über die Tiere einholt, die man hier beobachten kann. Je besser die Mitarbeiter informiert sind, sowohl über die vorhandenen Tierarten als auch über die notwendigen Schutzmaßnahmen für die Tiere bei einer Tour, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihr einen Veranstalter habt, dem das Wohl der Tiere neben seinen Umsatzzahlen nicht egal ist.

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