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Bunte Farbe unter der Haut - Tattoos rund um die Welt

Ein Deal von , 28. Feb. 2020 7.32 Uhr

Ahoi Piraten, wir haben uns dazu entschlossen, euch auf einen Spaziergang mitzunehmen, um die 5 ältesten Tätowiertechniken der Welt zu zeigen. Unsere Woche ist Tätowierungen, welche auf Reisen gemacht werden, gewidmet.

Es gibt viele Gründe, warum Menschen sich tätowieren lassen. Einige machen es aus Modegründen, für andere ist es ein wesentlicher Bestandteil ihrer Kultur. Die größte Idee dahinter ist jedoch Selbstdarstellung. Was auch immer der Grund sein mag, um sich ein Tattoo zuzulegen, es zeigt nicht nur den Mut der Person, welche den Prozess durchläuft, sondern auch die künstlerischen Fähigkeiten, des Tattoo-Künstlers.

In verschiedenen Teilen der Welt gibt es spezielle Möglichkeiten, um Tinte unter die Haut der Menschen zu bringen. Obwohl heutzutage Tätowierungsverfahren mit mehr Aufmerksamkeit und Schutzmaßnahmen durchgeführt werden, werden die traditionelleren (und schmerzhafteren) Techniken immer noch praktiziert. Schauen wir uns diese Techniken doch einmal genauer an und schätzen den Prozess, der hinter der Erstellung eines Tattoo-Meisterwerks steckt. Insbesondere werden wir über 5 Techniken sprechen, welche auf einer Reise um die Welt angetroffen werden können:

1. Japan - Tebori

Diese Tattoo-Technik verursacht nur mäßige Schmerzen, da die Nadeln schräg unter die Haut eindringen. Die Instrumente zeichnen sich durch unterschiedlich verzierte Bambusgriffe aus, an denen verschiedene Nadeln angebracht sind. Die zunächst nicht entfernbaren Nadeln sind heutzutage Beweglich, um die Hygienebedingungen zu verbessern. Hierbei strafft der Tätowierer mit einer Hand die Haut, während er mit der anderen einen Pinsel hält und die Nadel durch den Pinsel in die Haut führt.

In Japan ist heutzutage sowohl die "amerikanische Technik - welche wir uns später ansehen werden - als auch die Japanische weit verbreitet. Es ist interessant, dass Tätowierungen, welche mit der alten und traditionellen Technik erstellt wurden, mit keiner modernen Technik reproduziert werden können. Die japanische Technik hat im Vergleich zur neueren "Americana" den Vorteil, subtile Farbtöne erzeugen zu können, die mit einer elektrischen Maschine nur sehr schwer zu erreichen sind.

2. Samoana

Hierbei handelt es sich um eine der schmerzhaftesten Techniken, welche z.B. in Italien gar nicht erst nicht praktiziert wird. Die Ursprünge der Tätowierung der Inseln von Samoa reichen bis vor etwa 2000 Jahren zurück. Der Legende nach haben zwei Frauen von den Fidschi-Inseln diese Kunst eingeführt und weitergegeben: Taema und Tilafaiga.

Zunächst soll die Bevölkerung von Samoa den beiden Frauen nur ungern die Chance gegeben haben, ihre Tattookünste zu präsentieren. Der Tätowierer verwendet hierbei zwei Werkzeuge: Eines sieht aus wie ein Kamm (von 3 bis 20 Nadeln) aus Knochen oder Muscheln, der an einem Holzgriff befestigt ist, der andere ist ein Stock, mit dem auf das erste Werkzeug geschlagen wird.

Der "Kamm" wird in die Pigmente eingetaucht (gewonnen aus der Asche bestimmter Pflanzen, gemischt mit Wasser oder Öl) und dann mit einem Stock geschlagen, so dass es unter die Haut eindringt.

Während des Stechens kann der Tätowierer mehrere Assistenten haben, die die Haut straff halten. Als streng rituelles Tattoo wird die Ausführung von Liedern und Schlagzeugklängen begleitet. Das Design und die Tätowierungen der Inseln von Samoa repräsentieren die gesamte Gemeinschaft, Respekt, Ehre und werden von der Bevölkerung mit großem Stolz getragen.

3. Die thailändische Tätowierkunst

Diese Technik ähnelt der japanischen Technik. In Thailand und Kambodscha wird eine ähnliche Technik, wie in Japan angewendet: Der Unterschied ergibt sich aus den verschiedenen Positionen der Hände des Tätowierers und eines längeren Stabes. Der Einführwinkel der Nadeln in die Haut ist weniger schräg als bei der japanischen Technik und die Bewegung des Stabes ist weniger kräftig.

Die Technik wird mit einem herkömmlichen Werkzeug praktiziert, welches aus einem langen Messingrohr mit einem spitzen Stab im Inneren besteht, welcher gleitend die Pigmente unter die Haut bringt. Es ist eine ganz besondere Technik, bei der der Tätowierer, nachdem er die Spitze des Stabes in die Farbe eingetaucht hat, sie mit sehr langsamen Bewegungen ähnlich wie bei einer Nähmaschine in die Haut einführt. Tatsächlich entstehen die Linien durch vielen aufeinander folgenden Punkten und nicht durch ein durchgehendes Zeichen. Diese Technik wurde ursprünglich von Mönchen praktiziert.

Das Prinzip, auf dem diese Technik basiert, ist das gleiche, auf welchen modernsten Tätowiermaschinen basieren - obwohl der Effekt dem von Nähmaschinen ähnlich ist.

3. Die amerikanische Tätowierkunst

Diese Technik wird heutzutage angewandt. Es verwendet eine Maschine mit einer elektrischen Nadel, die im Vergleich zu den zuvor aufgeführten Techniken warme, lebendige und leicht schmerzhafte Empfindungen bestimmt.

Die Maschine kann elektromagnetische Spulen oder mit einer einzelne Drehspule ausgestattet sein. Die Nadel wird mit Hilfe der Bewegung gesetzt. Die Geschwindigkeit, mit der die Nadel in die Haut eindringt, beträgt ungefähr 50 Stiche pro Sekunde. Diese Technik ist im Westen gerade deshalb am beliebtesten, weil sie fast schmerzfrei sein kann. Der Vorgänger der Tätowiermaschine wurde von Thomas Edison erfunden und 1876 patentierte er den elektrische Stift.

Bunte Farbe unter der Haut - Tattoos rund um die Welt