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Costa Rica - ein Urlaubsparadies auf dem Pfad des Öko-Tourismus

Ein Deal von , 29. Nov. 2016 9.08 Uhr

Öko-Tourismus – das ist das Aushängeschild Costa Ricas. Es ist das größte und wichtigste Produkt, mit dem Costa Rica aufwarten kann. Bodenschätze hat das Land nicht zu bieten. Der Regenwald ist ein Schatz, der lange Zeit rigoros ausgebeutet wurde, um damit Profit zu machen. Das ging so weit, dass Ende der 80er Jahre nur noch rund 20 Prozent des Landes mit Regenwald bedeckt waren. Der Rest war gerodet oder abgebrannt. Die Bauern hatten ihre Weiheflächen Jahr für Jahr exzessiv wachsen lassen und die Holzindustrie hatte über Jahrzehnte den Baustoff aus dem Land geschafft. Doch mit dem Ende dieses einmaligen Naturschatzes vor Augen schlug das Land eine Kehrtwende ein. Und nicht nur in Sachen Regenwald – auch in Sachen Tierschutz hat sich vieles getan in Costa Rica.

Was genau macht Costa Rica anders?

Noch in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts waren Meeresschildkröten, die Jahr für Jahr an die Strände von Tortuguero kommen, um hier ihre Eier zu legen und zu warten, bis ihre Kleinen geschlüpft sind, Freiwild. Die Tiere wurden getötet, um deren Fleisch zu essen und die Eier zu verkaufen. Dem Einsatz einiger ausländischer Biologen ist es zu verdanken, dass hier ein Umdenken einsetzte. In den 50er Jahren war es der Amerikaner Archie Carr, der hier seine Spuren hinterließ und zusammen mit kleinen einheimischen Organisationen aus dem Umland von Tortuguero schließlich ein Naturschutzgebiet machte. Heute haben nicht nur die Schildkröten hier ihre Ruhe vor Jägern. Kapuzineräffchen, Kaimane, Jaguare und unzählige Vogelarten belegen die Mangroven der Region. Die Natur hat sich erholt und das mit einer Wucht und einer Schönheit, wie man es vor einem halben Jahrhundert kaum erwartet hätte.

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Und auch der Regenwald in Costa Rica ist auf dem Vormarsch. Inzwischen sind wieder mehr als 50 Prozent des Landes bewaldet. Bis 2030 soll die 60-Prozent-Marke geknackt worden sein. Dafür gibt es verschiedene Programme von staatlicher und von privater Seite, die den Waldbestand fördern und schützen sollen. So werden beispielsweise Bauern, die den Waldbestand auf ihrem Land erhalten oder sogar aufstocken, mit Prämien für Ausfälle in Sachen Viehzucht und Landwirtschaft entschädigt. Aber auch privatwirtschaftliche Unternehmen ziehen hier mit. Vor allem solche Unternehmen aus der Welt des Tourismus, denn sie haben erkannt, dass die Natur das Gut ist, mit dem sie die meisten Gäste ins Land ziehen können. Die regionale Airline heißt nicht nur „Nature Air“ – sie unterstützt auch die weitere Aufforstung des Landes mit Projekten, die so ausgestaltet sind, dass die Airline am Ende eine positive CO2-Bilanz aufweisen kann. Und auch Autovermietungen hier im Land dürfen von sich behaupten, CO2-neutral zu arbeiten, denn bei manchen von ihnen herrscht dasselbe System vor.

Tourismus und Öko – passt das überhaupt zusammen?

Natürlich stellt sich trotzdem die Frage, wie Umweltschutz und Tourismus zusammenpassen sollen. Denn die andere Seite der Medaille ist die, dass in den letzten Jahren die Zahlen der Touristen um mehr als 50 Prozent auf mehr als 2,5 Millionen Reisende im Jahr gestiegen sind. Gut für die Wirtschaft, die zu einem Großteil vom Tourismus lebt. Aber eben nicht unbedingt für die Natur. Denn Urlauber wollen etwas sehen, etwas erleben. Sie wollen die Natur erkunden, die sie zu Hause nicht zu Gesicht bekommen können. Da ist viel Fingerspitzengefühl von Seiten der Regierung, der Reiseveranstalter und der Hoteliers gefragt, damit das sensible Konzept des Öko-Tourismus überhaupt aufgehen kann.

Natürlich, in Costa Rica ist man von dem Konzept überzeugt. Spricht von Verantwortungsbewusstsein den kommenden Generationen und der Natur gegenüber. Der grüne Fußabdruck soll so groß wie möglich sein, da sich das Land zum Ziel gesetzt hat, bis 2021 eine CO2-neutrale Bilanz ausweisen zu können. Doch, was macht der Tourismus mit der Natur, die von den Menschen bereist wird? Was geschieht mit den Tieren, die dort leben und den Ökosystemen, die oftmals so sensibel und zugleich wunderschön daherkommen?

Ist Öko-Tourismus wirklich Öko?

Bleiben wir im Naturschutzgebiet rund um die Strände von Tortuguero. Hier knattern jeden Tag Motorboote durch die Kanäle, die ins Landesinnere führen, um die Menschen tiefer hinein zu führen, in die Natur, die hier das Aushängeschild der Tourismusindustrie ist. Die Boote dürfen per Auflage nicht mehr als 18 Personen transportieren und auch die Zahl der Motorboote, die hier fahren dürfen, ist begrenzt. Doch der Lärm und die Umweltverschmutzung jedes einzelnen Bootes ist im Prinzip schon zu viel für die Natur.

Selbiges erlebt man im Nationalpark Manuel Antonio. Früher konnte man diesen nur über Schotterpisten erreichen. Heute kommen jährlich 300.000 Menschen hierher, mal mit Bussen angekarrt, mal mit Leihwagen vorgefahren. Nur gut sieben Quadratkilometer ist das Schutzgebiet groß. Auf den Wegen werden Affen mit Bananen gefüttert. Und auch sonst sehen die Besucher die Tiere des kleinen Parks eher als eine Art große Attraktion, als dass sie ehrfürchtig staunend und still über die Wege schlendern würden. Naturschützern stehen da nicht zu Unrecht die Haare zu Berge.

Also alles nur ein großer Schwindel?

Diese Frage kann man mit einem klaren Nein beantworten. Denn eines ist Fakt – wenn jedes Land so viel für die Umwelt tun würde, wie Costa Rica, dann würde es auf der Welt anders aussehen. In Mittelamerika gibt es kein Land, dass so sehr auf die Grüne Karte setzt. Und das hat im ganzen Land positive Spuren hinterlassen. Natürlich fordert Tourismus auch immer seinen Tribut und der Versuch, ein Land zu einem echten Touristenmagneten zu machen, daneben aber auch ökologisch zu denken und den Naturschutz in den Mittelpunkt zu stellen, ist immer ein Ritt auf der berühmten Rasierklinge. Doch, damit genau das klappt, hat man in Costa Rica verschiedene Ansätze geschaffen und Konzepte erarbeitet.

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Lodgen, die mit umweltschonenden Systemen arbeiten, wie mit Solarheizungen für das Wasser in den Duschen oder mit ökologischen Kläranlagen etc., werden staatlich besonders gefördert. Generell besteht die Tourismusindustrie in Costa Rica eher aus kleinen Anlagen, die sich in die Natur einfügen als aus großen Hotelburgen, wie man sie aus anderen Teilen der Welt kennt. Und Reisegruppen, wenn es denn auf Rundreisen geht, sollen möglichst klein gehalten werden, damit jede Gruppe für sich die Natur, durch die sie reist, so wenig wie möglich belastet.

Es gibt in Costa Rica auch ein eigenes staatliches Öko-Siegel, dass sich Hotels und Unterkünfte verdienen können, das sogenannte CST-Ökosiegel. Dieses wird vom Instituto Costarricense de Turismo verliehen. Bei vielen einheimischen Reiseveranstaltern, die Rundreisen planen, werden Hotels mit diesem Siegel bevorzugt behandelt. Das Schöne an Costa Rica ist, dass es in diesem Land ein für diese Breitengrade sehr geringes Maß an Korruption gibt – das Siegel ist weitgehend echt und zuverlässig. Dieses Siegel steht für nachhaltigen Tourismus, was in den Vergabevorschriften ziemlich ausführlich beschrieben wird.

Urlaub in Costa Rica – das ist Urlaub in der Natur

Alles in allem muss man am Ende festhalten, dass ein Urlaub in Costa Rica immer auch ein Stück weit ein Öko-Urlaub ist. Denn in kaum einem anderen Land macht sich die Tourismusindustrie Hand in Hand mit dem Staat so viele Gedanken über die Themen Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Ausgleich der Umweltschäden. Und die Ergebnisse der letzten rund 60 Jahre zeigen eines klar: Das Land braucht den Tourismus, um ein gesundes Einkommen und einen vernünftigen Wohlstand für seine Einwohner zu erhalten. Es weiß aber auch um seine Verantwortung der Natur gegenüber und ist voll und ganz bereit, dieser Verantwortung nachzukommen. Sehr viel mehr Öko-Tourismus geht kaum.


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Nach Costa Rica


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