Sonstiges

Costa Rica als Vorreiter des Öko-Tourismus: Über Nachhaltigkeit und CO2-Kompensation!

Ein Deal von , 3. Mär. 2021 12.28 Uhr

¡Ahoy & pura vida, piratas!

Ihr habt schon darauf gewartet und heute geht es darum wieder weiter mit unserer großen Costa Rica-Reihe! Ihr habt schon einiges über die Natur des Landes erfahren, konntet bei uns eine Rundreise, Flüge und richtig tolle Baumhäuser buchen.

Heute wollen wir uns einem Thema widmen, welches zu den echten Steckenpferden Costa Ricas gehört: Nachhaltigkeit! Costa Rica hat sich einen Namen als Vorreiter des Öko-Tourismus gemacht und legt größten Wert auf die Erhaltung seiner Natur. 2019 wurde das Land dafür sogar von der UN mit dem Titel "Champion of the Earth" ausgezeichnet. Wie Costa Rica das geschafft hat und wie genau sich das Land für Nachhaltigkeit und den Öko-Tourismus einsetzt, wollen wir euch heute erzählen. Falls ihr im Anschluss Lust auf Costa Rica bekommt, aber euch fragt, wie die momentanen Corona-Maßnahmen und die aktuellen Einreisebestimmungen aussehen, könnt ihr am Ende des Artikels nochmal alle Infos nachlesen.

Costa Rica als Vorreiter des Öko-Tourismus: Über Nachhaltigkeit und CO2-Kompensation! - 14

Costa Rica als Vorreiter des Öko-Tourismus: Über Nachhaltigkeit und CO2-Kompensation! - 12


Wie Costa Rica "Champion of the Earth" wurde

2019 erhielt Costa Rica die höchste Umweltauszeichnung der Vereinten Nationen: Den "Champions of the Earth"-Preis! Das Land wurde in der Kategorie der politischen Führung ausgezeichnet und versucht seitdem andere Staaten dazu zu animieren, sich zu ehrgeizigeren Zielen in Bezug auf den Klimawandel zu verpflichten. Costa Rica gilt dabei als Vorbild, denn das Land hat einen detaillierten Plan zur Dekarbonisierung seiner Wirtschaft bis 2050 ausgearbeitet. Ziel ist es, die Bereiche Verkehr, Energie, Abfall und Landnutzung zu reformieren und zu erreichen, dass das Land nicht mehr Emissionen produziert, als es durch Maßnahmen, wie die Erhaltung und Erweiterung seiner Wälder, ausgleichen kann. Dabei soll komplett auf fossile Brennstoffe verzichtet und damit der CO2-Ausstoß minimiert werden.

Wie will Costa Rica dieses Ziel erreichen?

98% der Energie in Costa Rica sind bereits erneuerbar. Im Jahre 2020 waren es sogar 99,78%! Bis 2030 will das Land ausschließlich erneuerbaren Strom aus Wasserkraft, Erdwärme, Wind, Biomasse und Sonne erzeugen. Außerdem werden voraussichtlich bis zu diesem Zeitpunkt 70% aller Busse und Taxis in Costa Rica elektrisch sein. Eine vollständige Elektrifizierung ist bis zum Jahre 2050 geplant. Auch der Güterverkehr soll in eine emissionsfreie Richtung gelenkt bzw. mit möglichst emissionsarmen Verkehrsträgern, Technologien und Energiequellen ausgestattet werden.

Costa Rica strebt eine Entwicklung in weiteren großen Bereichen, wie dem Industrie- und Bausektor an: Der Industriesektor soll mit nachhaltigen, effizienten Prozessen und emissionsfreien Technologien modernisiert sowie Gebäude unter hohen emissionsarmen Effizienzstandards erbaut werden. Auch in der Agrarindustrie soll sich einiges tun, sollen doch Agrar- und Lebensmittelsysteme gefördert werden, die kohlenstoffarme Export- und lokale Konsumgüter erzeugen. Zudem will Costa Rica ein Abfallmanagementsystem entwickeln, welches zu Trennung, Wiederverwendung, Aufwertung und endgültiger Entsorgung mit niedrigen Treibhausgasemissionen führen soll. Schon heute gibt es Projekte wie DONATAPA, bei dem Kunststoffdeckel eingereicht werden können, welche wiederum zu einklappbaren Kunststoffholz-Stegen verarbeitet werden, um Menschen mit eingeschränkter Mobilität den Besuch der Strände zu ermöglichen.

Auch für seine Natur tut Costa Rica bereits jetzt einiges: So setzt sich das Land für seine Wälder ein und versucht sich an einer Umkehrung einer jahrzentelangen Entwaldung. Die Waldbedeckung liegt daher bereits bei 53%! Verwaltungsmodelle zum Schutz der biologischen Vielfalt durch naturbasierte Lösungen sollen folgen. Costa Ricas Konzepte scheinen bereits aufzugehen, denn das Land, das immerhin rund 5 Millionen Einwohner hat, verursacht gerade mal 0,4% der weltweiten Emissionen.

Costa Rica als Vorreiter des Öko-Tourismus: Über Nachhaltigkeit und CO2-Kompensation! - 10


Was ist Costa Ricas Öko-Tourismus?

Wenn ihr nach Costa Rica reist, werdet ihr früher oder später immer mit dem Begriff Öko-Tourismus konfrontiert. Dieses Konzept ist zum Aushängeschild des lateinamerikanischen Landes geworden.

Wie kam es zum Öko-Tourismus in Costa Rica?

Leider sah es für Costa Ricas Natur nicht immer so rosig aus: Ende der 80er Jahre waren nur noch rund 20% des Landes von Regenwald bedeckt. Der Rest war gerodet und verbrannt worden, um mehr Platz für die Weidefläche der Bauern zu schaffen und die Holzindustrie zu versorgen. Damit wurde den Tieren Costa Ricas ihr natürlicher Lebensraum genommen. Auch für die Meeresbewohner sah es nicht sehr viel besser aus: Die Meeresschildkröten, die Jahr für Jahr an die Strände von Tortuguero kommen, um hier ihre Eier abzulegen, wurden noch bis in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts für ihr Fleisch getötet und deren Eier verkauft. Bevor es komplett zu spät war, schlug Costa Rica jedoch eine Kehrtwende ein und verschrieb sich dem Schutz seines Naturschatzes. So tat sich einiges in Sachen Tier- und Regenwaldschutz.

Was hat sich geändert?

Heute ist Tortuguero ein Nationalpark und die Schildkröte dadurch geschützt. Zu verdanken ist das vor allem dem Amerikaner Archie Carr, der, zusammen mit einheimischen Organisationen, aus dem Umland von Tortuguero ein Naturschutzgebiet machte. Davon profitieren heutzutage nicht nur die Schildkröten, sondern auch viele andere Tierarten wie Affen und Wildkatzen, die die Region bewohnen.

In den 90er Jahren erlebte Costa Rica, durch eine verstärkte Gesetzgebung, einen Wandel im Umweltsektor. Dies brachte auch eine bedeutende Veränderung der gesellschaftlichen Sicht auf natürliche Ressourcen mit sich. Mittlerweile sind ganze 26% des Landes Naturschutzgebiet. Dies ermöglichte es der Natur sich zu regenerieren und sorgte dafür, dass Costa Rica mittlerweile 6,5% der gesamten Flora und Fauna des Planeten beherbergt.

Bis 2030 sollen 60% des Landes mit Regenwald bedeckt sein. Dafür wurden verschiedenste Programme, die den Waldbestand fördern und schützen sollen, ins Leben gerufen. So werden beispielsweise Bauern, die den Waldbestand auf ihrem Land erhalten oder sogar aufstocken, mit Prämien für Ausfälle in Sachen Viehzucht und Landwirtschaft entschädigt. Bis heute haben dadurch mehr als 18.500 Familien direkt von dem FONAFIFO-Programm profitiert. 2020 erhielt Costa Rica dafür den Global Climate Action Award.

Und auch der Tourismus zieht mit: Die costaricanische Airline Nature Air unterstützt die Aufforstung des Landes mit Projekten und kompensiert so ihre CO2-Bilanz. Autovermietungen haben sich diesem System ebenfalls angeschlossen.

Costa Rica als Vorreiter des Öko-Tourismus: Über Nachhaltigkeit und CO2-Kompensation! - 8

Wie sieht Costa Ricas Öko-Tourismus denn nun aus?

Natürlich ist es für ein Land schwer, zum einen Touristen zu empfangen um die Wirtschaft des Landes zu fördern und zum anderen darauf zu achten, dass die Natur nicht ausgebeutet wird. Kein Land ist perfekt! Doch Costa Rica versucht so einiges, um der Natur zurückzugeben, was sie uns an Reichtum gibt.

So entwickelte das Land zum Beispiel 1997 das CST-Zertifikat, welches es möglich macht, Nachhaltigkeit auch in touristischen Betrieben messen zu können. Es bewertet dabei die Unternehmensführung, die sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Auswirkungen, die Umweltauswirkungen und weitere, spezifische Kriterien. Das CST-Zertifikat ist von der UNWTO offiziell anerkannt. Bisher wurden 400 Unternehmen vom Instituto Costarricense de Turismo ausgezeichnet, darunter Unterkünfte, Gastronomiebetriebe, Veranstalter und Tourenanbieter, Parks sowie Mietwagenanbieter. 2021 beginnt außerdem die Zertifizierung der Nationalparks, wobei der Nationalpark Manuel Antonio der erste sein wird, der das CST erhält. Alle zerifizierten Unternehmen findet ihr hier.

Hotels und andere Unterkünfte können sich das CST-Zertifikat also beispielsweise verdienen, indem sie mit umweltschonenden Systemen arbeiten, Solarheizungen für das Wasser in den Duschen oder ökologischen Kläranlagen nutzen. Vom Staat werden sie dafür besonders gefördert. Außerdem werden Hotels, die das CST-Zertifikat erhalten haben, von einheimischen Reiseveranstaltern für Rundreisen bevorzugt. Große Hotelanlagen werdet ihr in Costa Rica übrigens nicht finden und auch Reisegruppen sollen möglichst klein gehalten werden, um die Natur nicht zu sehr zu belasten.

Zusätzlich misst Costa Rica den sozialen Entwicklungsindex in Tourismusregionen, den sogenannten IPS. Dafür erhielt das Land 2017 den Innovationspreis der UNWTO. Weitere Programme sind die ökologische Blaue Flagge, der Verhaltenskodex, die Küstenplanung und Förderprogramme für Mikro-Tourismusunternehmen.

Costa Rica als Vorreiter des Öko-Tourismus: Über Nachhaltigkeit und CO2-Kompensation! - 6


Wie ihr die CO2-Emissionen eurer Costa Rica-Reise kompensieren könnt

Wie ihr bereits erfahren habt, tut Costa Rica so einiges für die Umwelt und die Erhaltung seiner wunderschönen Natur. Als Tourist hat man, wenn man sich mit Umweltschutz befasst, oftmals ein schlechtes Gewissen in Bezug auf den eigenen ökologischen Fußabdruck. Costa Rica hat sich daher ein tolles Konzept einfallen lassen, bei dem ihr die CO2-Emissionen eurer Reise kompensieren und die nachhaltige Wirtschaft des Landes unterstützen könnt!

Wie genau sieht das aus?

Das Tourism Board Costa Rica (ICT) hat in Vereinbarung mit dem Nationalen Fond zur Finanzierung der Forstwirtschaft ein CO2-Kompensationsprogramm entwickelt, bei dem Touristen auf freiwilliger Basis Geld einzahlen und somit Projekte in Costa Rica unterstützen können. So können Touristen ihren ökologischen Fußabdruck, welcher durch Flug- und Landreisen verursacht wurde, kompensieren und damit Agroforstsysteme, Baumpflanzungen und somit die natürliche Regeneration der Wälder finanziell unterstützen. Außerdem kommen die Einkünfte zusätzlich armen Familien in Costa Rica zugute.

Hier könnt ihr die Emissionen eurer Reise berechnen und den Ausgleich an die Organisation FONAFIFO überweisen. Das Geld kommt dabei direkt dem Programm für Umweltschutzdienstleistungen (Programa de Pago de Servicios Ambivalentes - PSA) zugute. Ihr könnt dabei entscheiden, ob ihr nur den Langstreckenflug oder auch Transferleistungen vor Ort ausgleichen möchtet. Als Beispiel würde ein Hin- und Rückflug von Frankfurt nach San José 3.796 Tonnen CO2 produzieren, welche mit 28,50 USD abgegolten wären.

Costa Rica als Vorreiter des Öko-Tourismus: Über Nachhaltigkeit und CO2-Kompensation! - 4
Copyright ©ICT

Was hat das FONAFIFO-Programm bisher erreicht?

Dank den Erträgen des FONAFIFO-Programms konnten bisher schon mehr als 8 Millionen Bäume gepflanzt werden! Damit wurde zwischen den Jahren 1997 und 2019 eine Fläche von 1.311.764 Hektar Wald wiederhergestellt. Mehr als 300 Unternehmen und Institutionen haben sich bis heute, durch Emissionsgutschriften oder Spenden für spezielle Projekte, finanziell an der Aufforstung Costa Ricas beteiligt - ein Schritt in die richtige Richtung!

Doch das Programm sorgt nicht nur für Baumpflanzungen, sondern auch für den Schutz von ausgewählten Wassereinzugsgebieten. Dazu gehören beispielsweise Farmen, die integrierte Landwirtschaft betreiben, wie Flores del Bosque und El Jicaro. Dank des Fonds konnte Flores del Bosque mit sechseinhalb Hektar Naturschutzgebiet ausgestattet werden; der Besitzer von El Jicaro pflanzt verschiedene Baumarten, wie den vom Aussterben bedrohten Mandelbaum an und schenkt Bienen ein zu Hause.

Costa Rica als Vorreiter des Öko-Tourismus: Über Nachhaltigkeit und CO2-Kompensation! - 2
Copyright ©ICT


Corona & Einreisebestimmungen

Eine Reise nach Costa Rica ist unter den momentanen Bedingungen unmöglich? Weit gefehlt! Corona hat das Reisen, wie wir mittlerweile wohl alle wissen, wahrlich nicht einfacher gemacht. Doch Länder wie Costa Rica beweisen sich als wahre Vorreiter in Sachen Hygiene und Sicherheit! Welche Corona-Maßnahmen in Costa Rica momentan gelten und warum sich das kleine Land als Reiseziel während und nach der Pandemie eignet, erfahrt ihr jetzt:

Wie genau sieht eine Reise nach Costa Rica momentan aus und was müsst ihr bei der Einreise vorweisen?

Die Einreise nach Costa Rica ist, unabhängig von Abreiseort oder Voraufenthalten in Drittländern, wieder für den Tourismus gestattet. Eingereist werden kann über die internationalen Flughäfen in San José und in Liberia. Mittlerweile gibt es auch wieder Direktflüge von Deutschland nach San José. Zweimal die Woche fliegt die Lufthansa von Frankfurt aus nach Costa Rica. Mit einem Zwischenstopp gibt es auch Flüge von allen anderen deutschen Lufthansa-Zubringern.

Hier findet ihr Flüge nach Costa Rica!

Costa Rica wird vom Robert Koch Institut momentan noch als Risikogebiet eingestuft. Das bedeutet, dass ihr euch bei Rückkehr nach Deutschland in 10-tägige Quarantäne begeben und einen Corona-PCR-Test durchführen lassen müsst. Die Quarantäne kann frühestens am fünften Tag, nach der Einreise, mit einem weiteren negativen Corona-Test beendet werden. Insgesamt ist das kleine Land Costa Rica von COVID-19 eher weniger betroffen. Regionale Schwerpunkte sind die größeren Städte.

Vor der Einreise nach Costa Rica ist das Gesundheitsformular Pase de Salud online auszufüllen. Im Anschluss erhaltet ihr einen QR-Code, den ihr bei der Einreise vorzeigt. Außerdem muss eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen werden, die eine Corona-Behandlung im Notfall abdeckt. Ein Versicherungsnachweis in Englischer oder Spanischer Sprache ist mitzuführen. Zusätzlich muss eine Hotelquarantäneversicherung abgeschlossen werden. Die deutschen Reiseversicherungen leisten die geforderte Deckung einer möglichen Hotel-Quarantäne leider nicht. Diese könnt ihr aber über eine costaricanische Versicherung abschließen. Zur Auswahl stehen euch hierbei die Firmen INS (eine staatliche Versicherung) oder Sagicor (eine private Firma). Die Versicherungen könnt ihr direkt über die jeweiligen Webseiten abschließen. Sagicor lohnt sich vor allem für kürzere Trips. Die Versicherung kostet 11,30US$ pro Person/Tag, es gibt aber auch Familienpässe. Bei INS richtet sich die Summe nach dem Alter des Reisenden und der Reisedauer. Meist ist diese Versicherung für längere Aufenthalte allerdings preiswerter.

Für die Einreise nach Costa Rica benötigen deutsche Staatsangehörige zu touristischen Zwecken für bis zu 90 Tage kein Visum.

Weitere Informationen zur Einreise gibt es hier. Noch mehr Infos zu Corona-Beschränkungen und Hygienemaßnahmen findet ihr hier.

Costa Rica als Vorreiter des Öko-Tourismus: Über Nachhaltigkeit und CO2-Kompensation!
Copyright ©ICT


Wenn ihr Lust auf das Ökoparadies Costa Rica bekommen habt, schaut in der nächsten Zeit für weitere Artikel und Deals unserer großen Costa Rica-Reihe vorbei!

Zum Abschluss gibt es für euch noch ein Video, das Costa Rica aus der Vogelperspektive zeigt. Viel Spaß!

Costa Rica als Vorreiter des Öko-Tourismus: Über Nachhaltigkeit und CO2-Kompensation!