Sonstiges

Hawaii verbietet manche Sonnencremes / Welcher Sonnenschutz schadet den Riffen nicht?

Ein Deal von , 6. Jan. 2021 14.48 Uhr

Ahoi Piraten,

seit Jahresbeginn ist im Bundesstaat Hawaii der Verkauf von Sonnencremes verboten, die Oxybenzon oder Octinoxat enthalten. Der Grund dafür ist, dass diese Chemikalien nachweislich den Korallenriffen schaden.

Wie notwendig deren Erhaltung ist, sieht man schon daran, dass darin ein Viertel aller bekannten Meeresfische leben, obwohl sie nur etwas mehr als 0,1 % der Meeresfläche bedecken. Ohnehin sind Korallenriffe schon durch die Erwärmung der Meere stark gefährdet.

Das neue Verbot auf Hawaii hat übrigens keine Auswirkungen auf die Benutzung von mitgebrachten Sonnencremes. Trotzdem würde es den Korallenriffen gut tun, wenn sich mehr Strandbesucher mit den Inhaltsstoffen ihres Sonnenschutzes beschäftigen.


Wo gibt es überall Sonnencreme-Verbote?

Hier seht ihr, wo, ab wann, welche Inhaltsstoffe von Sonnencremes verboten sind.

  • Palau
    • seit 01.01.2020
    • Oxybenzon, Octinoxat, Octocrylene, 4-Methyl-Benzylidene Camphor, Methyl Paraben, Ethyl Paraben, Butyl Paraben, Benzyl Paraben, Triclosan, Phenoxyethanol
    • Herstellung, Einfuhr, Vekauf, Verwendung
  • US Virgin Islands
    • seit 30.03.2020
    • Oxybenzon, Octocrylen, Octinoxat
    • Verkauf, Besitz, Verwendung
  • Aruba
    • seit 01.07.2020
    • Oxybenzone
    • Produktion, Einfuhr, Verkauf
  • Hawaii
    • seit 01.01.2021
    • Oxybenzon, Octinoxat
    • Verkauf
  • Bonaire
    • Datum noch offen
    • Oxybenzon, Octinoxat

Gescheitert: Key West – Hier wurde eine Verbot auf lokaler Ebene beschlossen, aber dann vom republikanisch dominierten Senat rückgängig gemacht.

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Welche Inhaltsstoffe stehen im Verdacht, Korallenriffen zu schaden?

Von allen Ländern hat Palau zum Schutz seiner Umwelt die strengsten Verbote durchgesetzt. Folgende Inhaltsstoffe sind dort in Sonnencremes, aber auch in Shampoos, Flüssigseifen und Conditionern verboten:

  • Oxybenzone (Benzophenone-3)
  • Octinoxate (Octyl Methoxycinnamate)
  • Octocrylene
  • 4-Methyl-Benzylidene Camphor
  • Methyl Paraben
  • Ethyl Paraben
  • Butyl Paraben
  • Benzyl Paraben
  • Triclosan
  • Phenoxyethanol

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Welche Sonnencremes schaden Korallenriffen nicht?

Auf vielen Produkte gibt es mittlerweile Hinweise und Siegel, auf denen "Reef friendly" oder "Reef safe" geschrieben steht. Diese Siegel werden leider nicht nach einheitlichen Standards vergeben und so sind oft trotzdem noch manche der schädlichen Substanzen enthalten.

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Sonnencremes: Die einen wirken chemisch und wandeln die UV-Strahlung in Wärme um. Diese machen den Großteil der bei uns erhältlichen Sonnencremes aus und beinhalten leider in der Regel einen oder mehrere der schädlichen Stoffe.

Dann gibt es noch die mineralischen Sonnencremes, welche in den meisten Fällen die umweltfreundlichere Wahl sind. Ihre Weißpigmente legen sich auf die Haut und reflektieren die Sonne wie kleine Spiegel. Daher hinterlassen sie einen leichten weißen Film auf der Haut, gelten aber als besonders hautschonend und sind damit auch ideal für Leute geeignet, die zu Kontaktallergien neigen. Hauptinhaltsstoffe sind dabei meist Zinkoxid oder Titandioxid.

Die Sonnencremes der Naturmarke Badgers gehören zur zweiten Gruppe und beinhalten nach unseren Recherchen keine der zehn oben genannten verbotenen Inhaltsstoffe. In Deutschland könnt ihr sie zum Beispiel über Online-Shops beziehen. Leider ist sie mit Preisen ab 13 Euro nicht gerade preiswert. Einen weiteren Vorteil hat sie aber: Da in den Produkten auch keine Abovenzone (Butyl Methoxydibenzoylmethane) enthalten sind, bekommt ihr auch nicht die lästigen braunen Flecken auf eurer weißen Kleidung und den Badesachen!

Hawaii verbietet manche Sonnencremes / Welcher Sonnenschutz schadet den Riffen nicht?

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