Sonstiges

Katzeninseln in Japan - vom Mäusefänger zum Touristenmagnet

Ein Deal von , 6. Okt. 2016 16.35 Uhr

Katzeninseln in Japan - vom Mäusefänger zum Touristenmagnet

Manche Menschen behaupten, man könne allein anhand der Antwort auf die Frage nach dem Lieblingshaustier etwas über den Charakter eines Menschen sagen. Wenn dem wirklich so ist, ist die Charakterisierung vieler Japaner relativ einfach. Denn in Japan sind Katzen von Natur aus sehr beliebte Tiere, schreibt man ihnen doch die Fähigkeiten eines Glücksbringers zu und glaubt, sie könnten in die Zukunft sehen und ihr Verhalten würde, mehr als das anderer Tiere, Rückschlüsse auf zukünftige Ereignisse und auf Wetterphänomene zulassen. Und doch ist es eher einer zufälligen Entwicklung zu verdanken, dass zwei japanische Inseln heute als „Katzeninseln“ gelten, auf denen mehr Katzen leben als Menschen.

Inhalt



Katzen auf Tashirojima – vom Nutztier zum Herrscher der Insel

Es war die Zeit, als die Einwohner Tashirojimas von der Seidenproduktion lebten. Da kam ein kluger Geist auf die Idee, die Seidenraupen, die das wichtigste Kapital der Insel waren, zu schützen, indem man mit den Mäusen die natürlichen Feinde der Seidenraupe aktiv bekämpft. Und wer wäre besser für diese Mission geeignet als Katzen? Also beschloss man, Katzen nach Tashirojima zu holen und sie dort für die Mausejagd einzusetzen.

Katzeninseln in Japan - vom Mäusefänger zum Touristenmagnet - 8

Die Katzen machten ihre Sache wahrscheinlich mehr als gut, wurden sie doch nicht nur ausnehmend gut behandelt, sondern von den Bewohnern der Insel regelrecht verehrt. Trotz aller Bemühungen der jagenden Vierbeiner ging die Seidenproduktion der Insel im Laufe der Zeit immer weiter zurück. Denn auch wenn man die Mäuse auf der Insel besiegen konnte, die Industrialisierung und die damit auftretende erdrückende Konkurrenz vom japanischen Festland ließ sich nicht mit Katzen bekämpfen. Also setzte die Landflucht ein. Viele junge Menschen und jeder, der ein besseres Einkommen haben wollte, verließ Tashirojima und zog aufs japanische Festland in eine der großen Städte. Zurück blieben einige Fischer, die älteren Bewohner der Insel und natürlich die Katzen. Inzwischen leben hier mehr als 100 Katzen mit ca. 80 Menschen auf der Insel zusammen.

Dabei sind die Katzen nicht nur die eigentlichen Herrscher der Insel, sie sind auch Touristenmagnete und Inspiration für die verbliebenen Menschen in einem. Jahr für Jahr zieht es Tausende Besucher, japanische und ausländische Touristen, nach Tashirojima, um sich die Katzeninsel näher anzusehen. Und hier sehen die Menschen nicht nur Katzen, sondern auch so faszinierende Dinge wie den Stadtteil Manga-City. Hier wurden die Häuser von einem Mangakünstler entwickelt und haben die Form von liegenden Katzen oder von Katzenköpfen.

Was der Katze ein Paradies ist, ist für den Hund verbotene Zone

Dabei kommen Hundeliebhaber auf der Katzeninsel Tashirojima nicht gerade auf ihre Kosten. Denn einer der Gründe, warum die Katzen sich auf der Katzeninsel in Japan so pudelwohl fühlen, liegt daran, dass Hunde auf Tashirojima strengstens verboten sind. So unternehmen die Einwohner der kleinen Insel alles, um ihre geliebten Vierbeiner und Glücksbringer zu hegen und zu pflegen. Tägliche Fütterungen bis zu zahlreichen Streicheleinheiten - den Fellbacken geht es mehr als gut.

Erreichen kann man Tashirojima mit der Fähre, die mehrmals täglich von Ishinomaki aus die Katzeninsel anfährt.

Aoshima – die zweite Katzeninsel in Japan

Doch Japan hat noch eine weitere Katzeninsel im Angebot. Aoshima ist ein weiterer Beweis dafür, dass Katzen in Japan nicht erst seit "Hello Kitty" ein echter Verkaufshit sind. Dabei war die Ansiedlung der Katzen auf Aoshima, so wie auch auf Tashirojima, ursprünglich eher aus praktischen Gründen geschehen. So waren es auch hier Mäuse, die den Einwohnern das Leben schwer machten. Eine Mäuseplage führte dazu, dass die meisten Fischerboote im Hafen beschädigt und seeuntüchtig wurden. So wurden Katzen auf Aoshima angesiedelt, um der Mäuseplage her zu werden. Mit Erfolg. Die Zahl der Mäuse auf der Insel nahm in kürzester Zeit rapide ab, die Zahl der Katzen allerdings auch im Eiltempo zu. Das führte dazu, dass diese zweite Katzeninsel in Japan heute noch mehr in der Hand der Katzen ist als auf Tashirojima, denn während hier gut 120 Katzen leben, gibt es auf Aoshima weder Geschäfte noch eine funktionierende Infrastruktur geschweige denn fahrtüchtige Autos. Lediglich eine Handvoll Einwohner auf Aoshima beschäftigen sich tagtäglich mit den Vierbeinern.

Touristen auf Aoshima – wo man die Katzen Japans hautnah erleben kann

Wer die Liebe der Menschen zu den Katzen in Japan hautnah erleben möchte, muss eine der beiden Fähren, die täglich von Nagahama die halbstündige Seefahrt nach Aoshima zurücklegen, nutzen. Auf der Katzeninsel in Japans Süden gehört die Fütterung der Katzen zu den besonderen Highlights des Tages. Dabei sind die vierbeinigen Stubentiger, die inzwischen den größten Teil der leer stehenden Häuser und Wohnungen der Insel in Besitz genommen haben, durchaus bereit, für das Futter auch das eine oder andere Kunststück vorzuführen.

Katzeninseln in Japan - vom Mäusefänger zum Touristenmagnet - 6

Ihr möchtet auch mal nach Japan, müsst allerdings nicht unbedingt auf die Katzeninseln? Dann schaut doch mal auf unserem Blog vorbei und findet das passende Angebot.

Nach Japan


Für den Newsletter bzw. unseren WhatsApp-Service anmelden oder App runterladen und auf Smartphone oder Tablet installieren und immer als einer der Ersten über die besten Angebote Bescheid wissen. Unsere App ist kostenfrei im Apple App Store, im Google Play Store oder im Amazon App Store erhältlich.

Katzeninseln in Japan - vom Mäusefänger zum Touristenmagnet - 4
Katzeninseln in Japan - vom Mäusefänger zum Touristenmagnet - 2
Katzeninseln in Japan - vom Mäusefänger zum Touristenmagnet

Katzeninseln in Japan - vom Mäusefänger zum Touristenmagnet