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Sonnencreme-Verbot auf Palau – und diese Länder folgen!

Ein Deal von , 4. Jan. 2020 16.24 Uhr

Ahoi Piraten! Wenn eure Urlaubsvorbereitung normalerweise darin besteht, noch schnell zum Drogeriemarkt zu laufen und die nächstbeste Sonnencreme in den Einkaufswagen fallen zu lassen, müsst ihr beim Besuch einiger Ländern nun umdenken - ansonsten drohen hohe Strafen.

Der Pazifikstaat Palau verbietet seit dem 1. Januar 2020 alle Sonnencremes, die bestimmte Substanzen enthalten, welche schädlich für die Umwelt sind und insbesondere zu Korallensterben führen. Wer in Palau von nun an mit der falschen Sonnencreme erwischt wird, muss mit umgerechnet 880 Euro Strafe rechnen.

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Die östlich der Philippinen gelegene Inselgruppe Palau. Foto: Shutterstock

Die Inselgruppe ist bei Touristen sehr beliebt, insbesondere zum Schnorcheln und Tauchen. Laut dpa verzeichnet Palau jährlich ca. 100.000 Besucher. 22.000 Einwohner leben in dem Pazifikstaat.

Wer sich fragt, ob er beim nächsten Schnorchel-Urlaub nun die rund 1000 Euro hohe Strafe zahlen oder nur noch im Neopren-Anzug ins Wasser gehen kann, muss allerdings nicht verzagen, denn: Es gibt Alternativen zum Sonnenschutz mit chemischen Substanzen. So gibt es vermehrt riffsichere Sonnencremes, die biologisch abbaubar sind.

Beim Sonnenbaden hat ein wirksamer Schutz natürlich höchste Priorität. Aber egal für welchen Sonnenschutz ihr euch auch entscheidet, unser Piratentipp ist: Zusätzlich zu Sonnencreme einfach mal unter den Sonnenschirm in den Schatten legen und in Ruhe einen Rum oder eine Cola schlürfen.

Sonnencreme-Verbot auf Palau – und diese Länder folgen!

Unterwasserlandschaft in Palau. Foto: Shutterstock

Welche Inhaltsstoffe sind ab sofort auf Palau verboten?

Von allen Ländern hat Palau zum Schutz seiner Umwelt die strengsten Verbote durchgesetzt. Folgende Inhaltsstoffe sind in Sonnencremes, aber auch in Shampoos, Flüssigseifen und Conditionern verboten:

  • Oxybenzone (Benzophenone-3)
  • Octinoxate (Octyl Methoxycinnamate)
  • Octocrylene
  • 4-Methyl-Benzylidene Camphor
  • Methyl Paraben
  • Ethyl Paraben
  • Butyl Paraben
  • Benzyl Paraben
  • Triclosan
  • Phenoxyethanol


Welche Sonnencremes sind auf Palau noch erlaubt?

Auf vielen Produkte gibt es mittlerweile Hinweise und Siegel, auf denen "Reef friendly" oder "Reef safe" geschrieben steht. Diese Siegel werden leider nicht nach einheitlichen Standards vergeben und so sind oft trotzdem noch manche der schädlichen Substanzen enthalten.

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Sonnencremes: Die einen wirken chemisch und wandeln die UV-Strahlung in Wärme um. Diese machen den Großteil der bei uns erhältlichen Sonnencremes aus und beinhalten leider in der Regel einen oder mehrere der schädlichen Stoffe.

Dann gibt es noch die mineralischen Sonnencremes, welche in den meisten Fällen die umweltfreundlichere Wahl sind. Ihre Weißpigmente legen sich auf die Haut und reflektieren die Sonne wie kleine Spiegel. Daher hinterlassen sie einen leichten weißen Film auf der Haut, gelten aber als besonders hautschonend und sind damit auch ideal für Leute geeignet, die zu Kontaktallergien neigen. Hauptinhaltsstoffe sind dabei meist Zinkoxid oder Titandioxid.

Die Sonnencremes der Naturmarke Badgers gehören zur zweiten Gruppe und beinhalten nach unseren Recherchen keine der zehn oben genannten verbotenen Inhaltsstoffe. In Deutschland könnt ihr sie zum Beispiel über Online-Shops beziehen. Leider ist sie mit Preisen ab 13 Euro nicht gerade preiswert. Einen weiteren Vorteil hat sie aber: Da in den Produkten auch keine Abovenzone (Butyl Methoxydibenzoylmethane) enthalten sind, bekommt ihr auch nicht die lästigen braunen Flecken auf eurer Kleidung und den Badesachen!


Wo muss ich noch mit Sonnencreme-Verboten rechnen?

Auch andere Länder setzen bald etwaige Verbote in Kraft oder planen diese aktuell noch.

Hawaii

Als erster US-Bundesstaat wird hier 2021 ein etwaiges Gesetz in Kraft treten, das die Chemikalien Oxybenzon und Octinoxat verbietet.

Key West, Florida

Die Key West City Commission hat, zum Schutz der Korallenriff, ebenfalls vor Kurzem entschieden, dass ab Januar 2021 Sonnencremes mit den Inhaltsstoffen Oxybenzon und Octinoxat verboten werden sollen. Grund hierfür ist der Schutz der Korallenriffe. Immerhin handelt es sich um das einzige, von lebenden Organismen gebildete, Korallenriffsystem in Nordamerika, das außerdem das drittgrößte weltweit ist.

Amerikanische Jungferninseln

Hier ist es bereits beschlossene Sache: Ab 30. März 2020 darf Sonnencreme mit den Inhaltsstoffen Oxybenzon, Octinoxat und Octocylen weder verkauft noch verwendet werden. Dies soll der Zerstörung der Flora und Fauna auf und um den Inseln entgegenwirken.

Bonaire

Auf der Karibikinsel ist ebenfalls geplant, den Verkauf schädlicher Sonnencremes ab 2021 zu verbieten. Und das ist auch bitter nötig. Wissenschaftler haben die örtlichen Riffe untersucht und welche Auswirkungen Oxybenzon und Octinoxat auf ihre Entwicklung haben. Vernichtendes Urteil: Ca. 90% der Riffe sind seit 1980 verschwunden! Es herrscht also dringender Handlungsbedarf!


Piraten, was sagt ihr dazu? Wusstet ihr, dass herkömmliche Sonnencremes eine Bedrohung für Korallenriffe darstellen? Habt ihr gar Erfahrungen mit den biologisch abbaubaren Alternativen? Schreibt uns in den Kommentaren!

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