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Rundreise durch die Schweiz: Erlebe das Land bei einer Grand Tour!

Grüezi Piraten! Weisse Gipfel über 4000 Meter, traumhafte Bergseen, leckerer Käse, Fondue - Willkommen in der Schweiz. So zumindest ist unser Nachbarland in den Alpen in den meisten Köpfen verankert. Dass die Schweiz aber noch viel mehr zu bieten hat, ist nicht jedem direkt bewusst.

Die Rundreise durch die Schweiz gibt euch die Möglichkeit genau das zu ändern. In 10 Etappen fahrt ihr quer durch das Land und bekommt die komplette Varietät der Schweiz zu Gesicht.

Was zunächst vielleicht wie eine große Radrundfahrt klingt, ist in Wirklichkeit eine Art Gegenstück zur amerikanischen Route 66. Ihr taucht tief in das Land ein, trefft auf vier verschiedene Sprachen mit dutzenden Dialekten und lernt kulturelle und kulinarische Geheimnisse der Alpennation kennen.

Wir stellen euch sechs Orte auf dieser Rundfahrt vor, zusammen mit ihren Persönlichkeiten, die euch ihre Region ganz privat zeigen. Vielleicht trefft ihr ja den einen oder anderen noch in diesem Jahr bei eurer Rundreise durch die Schweiz.

Beispielroute für eure Rundreise durch die Schweiz

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1. Mythen-Blick - 11 Seen zum Sonnenaufgang

Die Stadt Luzern ist so etwas wie die Wiege des Tourismus. Aufgrund der traumhaften Lage zwischen Bergmassiven und dem Vierwaldstättersee, öffneten hier bereits 1840 die ersten Unterkünfte ihre Türen.

Östlich des Sees, liegt der Ort Schwyz, die Hauptstadt des gleichnamigen Kantons. Wahrzeichen dieses Kantons sind zwei auffällige Felspyramiden, der Kleine Mythen und der Große Mythen. Am Rande des Großen Mythen wohnt Armin Schelbert. Er ist 74 Jahre alt und hat einen unfassbaren Rekord hingelegt. Über 4500 mal (!) ist er den Großen Mythen bereits hinaufgewandert. In einer Saison läuft er den Berg bis zu 400 mal hoch und wieder runter, also gerne auch drei- oder viermal am Tag. Normalerweise dauert so eine Wanderung etwa 1 Stunde und 15 Minuten. Armin Schelberts Rekord sind 33 Minuten. Gleichzeitig sammelt er noch den Müll ein, den andere Wanderer auf dem Berg lassen. Warum er das macht? Ganz einfach, er liebt diesen Berg und seine Umgebung in der Zentralschweiz.

Sein besonderer Tipp: Startet mit der Wanderung so früh es geht, am besten schon um halb fünf Uhr morgens. Belohnt werdet ihr mit einem atemberaubenden Sonnenaufgang mit 360° Blick über 11 Seen.

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2. Nur einmal pro Generation: Die Fête de Vignerons in Montreux-Vevey

Piraten, ihr habt Glück. Denn ihr habt in diesem Jahr die Chance einem einzigartigen Festival beizuwohnen, das nur alle 20 Jahre stattfindet. Der kleine Ort Vevey liegt wenige Kilometer westlich von Montreux, direkt am Ufer des Genfersees. Hier findet zwischen dem 18. Juli und dem 11. August die Fête de Vignerons statt, eines der wichtigsten historischen Weinfeste in Europa.

Die Ursprünge dieses Festes gehen auf den Beginn des Schweizer Weinanbaus aus dem 17. Jahrhundert zurück. Alle 20 Jahre findet nun eine derartige Fête statt, die inzwischen zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe gehört. Ziel des Ganzen ist es nicht nur den Weinanbau an sich vorzustellen, sondern Städte, Regionen, Länder und Generationen miteinander zu verbinden. Und natürlich zu feiern. Täglich werden 20.000 Zuschauer erwartet, bestehend aus regionalen und internationalen Gästen.

Ein echte cooles Event, mit vielen Shows, Promis, Krönungszeremonien und Partys vor einer atemberaubenden Kulisse. Wenn ihr dieses Jahr nicht teilnehmt, habt ihr erst wieder in 20 Jahren die Chance auf eine Fête de Vignerons.

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3. Zwischen Himmel und Formaggini – Regionale Kultur auf dem Monte Generoso

Der Tessin gehört dank seines Klimas zu den beliebtesten touristischen Regionen der Schweiz. Viele bleiben jedoch unten in den Tälern und genießen das italienische Flair im wunderschönen Lugano.

Um wirkliche Tradition und Ursprünglichkeit kennenzulernen, müsst ihr einen Schritt weitergehen. Mit der Zahnradbahn oder per Wanderung geht es auf den Monte Generoso, von dem aus ihr den Lago die Lugano, den Lago di Varese, sowie den Regionalpark Campo dei Fiori überblicken könnt.

Oberhalb des Aussichtspunktes befindet sich die kleine Alp von Marisa Clericetti. Seit über 40 Jahren produziert Marisa hier auf traditionelle Art eine Kulturgut, das weit über die Schweizer Grenzen hinaus bekannt ist: Käse.

Während viele Leute nur bis zum Aussichtspunkt des Monte Generoso gehen, könnt ihr in den Genuss der leckeren Formaggini kommen. Und dabei geht es nicht nur darum, diese Köstlichkeiten zu verzehren oder als Mitbringsel für eure Familie zu kaufen. Ihr könnt während eures Urlaubs ein  Stück Natur und die Region vor Ort unterstützen.

Auf der Terrasse der Alp habt ihr zudem einen noch besseren Blick über die Berge und Seen. Beim Verzehr von Formaggini und einem Gläschen Wein verrät euch Marisa nicht nur Geheimnisse über die traditionelle Herstellung, sondern auch darüber, wie sich die Region über die Jahre verändert hat. Zusätzlich könnt ihr bestimmt auch den ein oder anderen weiteren Geheimtipp abstauben.

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4. Die Hügel und Wälder der Grünen Fee – Zu Gast bei den Bio-Pionieren

Eine der spannendsten und zugleich am wenigsten bekannten Regionen der Schweiz ist das dünn besiedelte Jura entlang der französischen Grenze. Vor 150 Millionen Jahren zogen hier Dinosaurier durchs Land, noch heute kann man ihre im Stein verewigten Spuren bei der Ortschaft Porrentruy bestaunen.

Auch die Menschen gehen hier seit je her ihre eigenen Wege. Noch bis weit im 20. Jahrhundert kämpften etwa die sogenannten Béliers mit zahlreichen provokativen Aktionen für die Unabhängigkeit der Region als eigener Kanton. Im Val de Travers, einem Längstal im im Neuenburger Jura, wird seit dem 18. Jahrhundert – auch heute noch oft heimlich -  der legendäre Absinthe gebrannt.  Der "grünen Fee", wie der Schnapps auch genannt wird, werden halluzinatorische Kräfte nach gesagt.

Wer die Region und seine Menschen kenne lernen will, kann dies beispielsweise auf den „chemins du bio“ tun. Das Wandernetz führt auf verschiedenen, auch für Familien gut machbaren Wanderungen von Bio-Hof zu Bio-Hof, wo ihr lokale Produkte wie etwa den schon im Mittelalter beliebten Käse Tête de Moine („Mönchskopf“) probieren und viel über den biologisch nachhaltigen Betrieb der Höfe lernen könnt. Auch auf diesem Gebiet geht man im Jura nämlich schon lange seine eigenen Wege.

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5. Wo Wasser kostbar wie Gold ist – Wanderungen entlang den Walliser Suonen

Die Sonnenstube der Schweiz, nein, die liegt nicht südlich des Gotthards im Tessin sondern im Wallis, dem langgezogenen Tal entlang der Rhone wo im Schnitt 300 Sonnentage pro Jahr gezählt werden. 45 (!) Majestätische Viertausender, zahlreiche Gletscher, steile Kuhweiden, enge Seitentäler und Schluchten sowie die vielen Weinberge und Obsthaine prägen hier das  Landschaftsbild.

Gerade für den Wein- und Obstanbau hat das sonnig-trockene Klima aber auch seine Schattenseiten. Wasser ist rar auf den Weiden und Äcker abseits der Bergbäche. Schon im Mittelalter wurden daher unzählige offene Wasserkanäle, sogenannte Suonen (oder französisch bisse) angelegt, die noch heute das kostbare Gut auf teils abenteuerlichen Wegen von den Gebirgsbächen zu den trockenen Hängen führen.

Die uralten Bewässerungskanäle müssen ständig unterhalten werden, etwa wenn Gesteinsbrocken oder Geröll den Durchfluss verhindern. Einer der dies seit über 35 Jahren tut, ist Jean-Charles Bornet, der sich um die bereits im Jahre 1658 bei der Ortschaft Nendaz angelegte Bisse Vieux kümmert. Dies aus gutem Grund, in den Obsthainen die Dank der Suone mit Wasser versorgt werden, wachsen nämlich die besten Aprikosen des Landes.

Wer mehr über die Suonen erfahren oder schlicht die wunderschöne hochalpine Landschaft des Wallis entdecken will, kann dies auf einem der zahlreichen schönen Wanderwege, die entlang den Wasserkanälen angelegt wurden, tun.

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6. Auf uralten Pfaden – Beim Geschichtenerzähler in der sagenumwobenen Viamala

Der Handel und kulturelle Austausch zwischen dem Norden und dem Süden jenseits der Alpen prägte und prägt die Geschichte Europas seit Jahrtausenden. Einer der wichtigsten Transit-Säumerpfade von Norden nach Süden, der bereits in der Bronzezeit und später auch von den Römern begangen wurde, ist die Via Spluga, die von Thusis im Graubünden bis nach Chiavenna in der Lombardei führt.

Der erste Abschnitt des heute als Fernwanderweg begehbaren Pfades führt in die legendäre und sagenumwobene Viamala Schlucht. Der Name leitet sich vom Rätoromanischen las veias malas ab, zu deutsch: Die schlechten Wege. Die nur wenige Meter breite Schlucht am Hinterrhein mit seinen Felswänden, die bis zu 300 Meter in die Höhe ragen, barg in alten Zeiten etliche Gefahren für Säumer und Wanderer auf ihrem Weg Richtung Süden. Über waghalsige Stiege entlang dem tosenden Wildbach und mehrere Hänge- und Felsbrücken galt es, die rund 8 Kilometer lange Passage heil zu überstehen. Etliche Säumer fielen dem Steinschlag oder dem wilden Wasser zum Opfer. Mythen, Sagen und Geschichten ranken sich daher seit je her um diesen Ort.

Heutzutage bietet der gut gesicherte Pfad eine der spektakulärsten Wanderpassagen der Schweiz, bei welcher 359 Treppenstufen überwunden und eine atemberaubende Steinbrücke aus dem Jahre 1739 überquert werden. Mit etwas Glück begegnet man dabei Erwin Dirnberger, der als wandernder Geschichtenerzähler den Besuchern der Schlucht die Faszination Viamala in alten Erzählungen und Legenden näher bringt.