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Das Burning Man Festival in Nevada - Erfahrung zwischen Wüstensand und Selbstdarstellung

Ein Deal von , 7. Apr. 2016 17.46 Uhr

Staub, Hitze, Trockenheit - Bedingungen, die einem Menschen nicht gerade das Leben erleichtern oder zu einem Besuch einladen. Ein solcher Ort ist die Black Rock Desert in Nevada. Nur einmal im Jahr ändert sich dieser Zustand und die karge Gegend wird Ende August für acht Tage zur Heimat für ca. 70.000 Menschen. Das Burning Man Festival lockt Jahr für Jahr mehr Leute hinaus in die Wüste und lädt sie zu einem Festival der besonderen Art ein. Man könnte es als einen Mix aus Woodstock, Love Parade, Selbstdarstellung, Karneval und Kunstfestival interpretieren.

Karawanen aus Wohnmobilen pilgern zu dem Flecken Erde ca. 150 km von Reno entfernt und bilden gemeinsam die Black Rock City in Form eines gigantischen Hufeisens. Im Zentrum befindet sich die Bühne, gelegen auf einem ausgetrockneten Salzsee. Sich eine Auszeit vom Alltag nehmen, tun und lassen, was man will, egal, ob Hippie oder Techno-Fan, dafür steht das Burning Man. Auch abseits der Open Air Stage ist diese Veranstaltung ein Erlebnis, wenn man die Kunstinstallationen, Holzwerke und Art Cars, die ein wenig an deutsche Karnevalswägen erinnern, bestaunt. Geteilt wird hierbei alles und auch verschiedenste Workshops sind für die Besucher gratis, da sie allesamt von anderen Teilnehmern selbst organisiert werden.

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Mitten in diesem Hufeisen aus Wohnmobilen und Zelten, das man "Playa" nennt, thront "The Man", eine übergroße Holzfigur. Im Laufe der Jahre hat die Größe dieses Holzmannes variiert, meistens hat er etwa 12 m bemessen, 2014 waren es sogar 32m. Er steht im Fokus des Veranstaltungs-Höhepunktes, nämlich, wenn er am sechsten Festivaltag angezündet und verbrannt wird

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Entstanden ist die Idee des Festivals angeblich aus Liebeskummer. Der Begründer Larry Harvey und 20 weitere Teilnehmer veranstalteten dieses Event erstmals 1986, als sie, anlässlich zur Sommersonnenwende, eine Holzfigur am Baker Beach in San Francisco verbrannten. Diese Veranstaltung erfreute sich über die Jahre wachsender Beliebtheit und als schließlich das Abbrennen des Holzmannes am Strand 1990 verboten wurde und die Teilnehmerschaft zu groß wurde, zog man kurzerhand in die Wüste von Nevada um, wo sich ein riesiges Areal bot.

Wer sich dafür interessiert, Teil dieses außergewöhnlichen Ereignisses zu werden, sich selbst erfahren will und für kurze Zeit die Flucht aus dem Alltag sucht, sollte vorab einiges beachten. Denn zimperlich sollte man zum Beispiel nicht sein. Da die Wasserversorgung in diesem "Nirgendwo" ziemlich knapp bemessen ist, sollte man sich darauf einstellen, mehrere Tage seiner üblichen Hygiene nicht nachkommen zu können, denn: Duschen ist nicht! Oder jedenfalls nicht täglich, sondern eher alle fünf Tage, selbst wenn der Körper über und über mit Sand und Staub bedeckt ist. Auch was die Selbstversorgung betrifft, müssen im Vorfeld einige Vorkehrungen getroffen werden. Bestenfalls organisiert man sich ein Wohnmobil, da man darin kochen und sich waschen kann und eine Toilette hat. Die Selbstversorgung ist Bestandteil dieses Festivals, eine gute Vorbereitung daher Pflicht. Auf jeden Fall sollte man einen ausreichenden Vorrat an Lebensmitteln und Sonnencreme vorweisen können, vor dem Festival-Einlass wird auch dahingehend kontrolliert, als dass diese Einkäufe für die Dauer von acht Tagen ausreichen. Besonders auf die Wasserversorgung wird geachtet, 8 Liter pro Person und Tag sind Pflicht, um überhaupt auf das Gelände zu dürfen. Der Preis für die Tickets selbst ist mit 390$ (rund 340€) bei einer achttägigen Dauer vergleichsweise günstig, zum Vergleich: eine Drei-Tages-Karte für das Tomorrowland-Festival beträgt 272€.

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Ihr sucht nach Flügen, die euch in die USA und zum Burning Man Festival bringen?

Am günstigsten ist es für euch, wenn ihr nach San Francisco fliegt. Zwar ist die Stadt Reno in Nevada näher zum Festivalgelände, allerdings ist der Flughafen sehr klein und Flüge dorthin sind um einiges teurer. Zudem könnt ihr so noch einen Trip an die Westküste der USA an das Festival dranhängen.

Flugbeispiel ab Hamburg:

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Flugbeispiel ab Berlin:

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Wenn ihr nicht mit dem eigenen Mietwagen fahren möchtet, könnt ihr auch mit dem Bus nach Reno fahren. Tickets bekommt ihr bei Greyhound schon für schlappe 12 USD.

Busverbindung San Francisco - Reno und zurück:

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Wer möchte, kann sich aber auch schon in San Francisco ein eigenes Wohnmobil anmieten und die Strecke nach Reno selbst fahren. Hier ist natürlich der große Vorteil, dass ihr ein Bett, eine Küche und eure eigene Toilette mit dabei habt, ideal für euren Festivalaufenthalt. Euer persönliches Wohnmobilangebot könnt ihr zum Beispiel auf Canusa.de anfordern.

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