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Japans Mega-City ist um ein Highlight reicher! Tokios neue Aussichtsplattform macht sprachlos

Ein Deal von , 20. Dez. 2019 10.01 Uhr

Schiller, größer, bunter, extremer, ausgeflippter – irgendwie hat man doch immer wieder das Gefühl, Japan definiert das Maß aller Dinge immer wieder neu. Und da Tokio nie schläft, hören die emsigen, klugen Köpfe der Stadt auch nie damit auf sich neue Highlights aus dem Ärmel zu schütteln, die den Trip noch interessanter machen.

So ziemlich jeder kennt Shibuya oder hat zumindest schonmal von dem Viertel Tokios gehört, ganz gleich, ob man schonmal dort war oder nicht. Hier zu finden ist schließlich die weltberühmte Kreuzung. Mit 15.000 anderen Menschen gleichzeitig über die Kreuzung gehen – klingt wie eine Mischung aus Völkerwanderung und einem wahr gewordenen Alptraum für Agoraphobiker. Das Geschäftsviertel ist wuselig, überfüllt und ständig in Bewegung. Gemeint sind dabei nicht nur die umherwandernden Menschen, die z.B. den Bahnhof Shibuya zum am stärksten frequentierten der Mega-Metropole machen, sondern auch das Baugeschehen. Im Geschäftsviertel sollen noch mehr Flächen für noch mehr Büros und Unternehmen geschaffen werden. Man braucht kein Experte sein, um zu wissen, dass das durchgehend Störungen durch Großbaustellen bedeutet.

Japans Mega-City ist um ein Highlight reicher! Tokios neue Aussichtsplattform macht sprachlos

Eine davon ist glücklicherweise nun fertiggestellt worden. Direkt an dem irren Straßenübergang haben Investoren das Shibuya Scramble Square, einen 230 Meter hohen Wolkenkratzer, bauen lassen. Am 1. November diesen Jahres wurde er mit Pauken und Trompeten eröffnet, dieser neue Zufluchtsort für diejenigen, die verzweifelt nach Büroräumen im hippen Shibuya gesucht haben. 73.000 Quadratmeter bietet das Hochhaus hierfür an, auch ein Einkaufszentrum soll Besucher anlocken. Sind wir mal ehrlich, berauschend ist das nicht gerade, auch architektonisch wurde an Raffinessen und Wow-Effekten eher gespart. Aber das wahre Highlight, dass die Massen anspornt hierher zu kommen, findet man auch nicht im Gebäude...

... sondern auf dessen Dach! Hier wurde nämlich ein Observation Deck gebaut, das atemberaubende Aussichten verspricht. Zum Einen guckt man natürlich erstmal über die Dächer Tokios (Klassiker, das haben Aussichtsplattformen auf Hochhäusern so an sich), zum Anderen hat man einen fantastischen Blick auch die Shibuya-Kreuzung aus der Vogelperspektive. Unten: Das bunte, hektische, nie stillstehende Treiben. Oben: Entschleunigung, durchatmen, entspanntes Beobachten dieses wuseligen Ameisenhaufens. Und natürlich: Selfies, spontane Foto-Shootings, völlig spontane und ungeplante Fotos, wie man verträumt in die Ferne blickt (natürlich aufgenommen mit Profi-Kamera-Equipment, das man zufällig dabei hatte).


Hoch hinaus geht es erst einmal per Aufzug bis in den 46. Stock. Hier ansässig ist ein, mit Panoramafenstern ausgestattetes, Café. Wer will, kann also die Aussicht bei einem Tässchen Kaffee oder Tee auf sich wirken lassen. Wer mehr Action und die Freiluft-Erfahrung sucht, fährt von hier aus mit der Rolltreppe noch ein wenig weiter nach oben. Die ist übrigens inzwischen auch ein heißbegehrter Fotospot. Taschen und alles, was der Wind sonst noch davon tragen und ahnungslose Passanten am Boden erschlagen könnte, schließt man vorab in einem Schließfach ein. Safety first. Und dann ist man plötzlich da. Draußen. Fernab vom Lärm der Straßen. Um einen herum: ein Raunen der Begeisterung. Das hier könnte der neue Ruhepol der Stadt werden und das, obwohl man hier nichtmal alleine ist. Hier jedoch entkommt man den hupenden Autos, den überfüllten Zügen und dem Gedränge auf den Gehwegen. Zum Verweilen laden diverse Sitzgelegenheiten ein. Und sollte mal alles belegt sein, was in der japanischen Millionenstadt durchaus passieren kann, wird kurzum der, mit Kunstrasen ausgestattete, Hubschrauberlandeplatz zur Erholungswiese umfunktioniert.


Wenn der Himmel klar und der Wettergott gnädig sind, kann man den Blick sogar über die Stadtgrenzen des Betondschungels hinaus schweifen lassen. Dann nämlich wird die Sicht bis zum Mount Fuji, dem höchsten Berg Japans, der eigentlich ein Vulkan ist, freigelegt, der hoch und in völligem Stillstand über der geschäftigen, grauen Häuserkulisse zu thronen scheint.


Stellt sich doch eigentlich nur noch eine Frage: Was kostet ein Ticket für das Shibuya Scramble Square Observation Deck? Wer noch nie auf dem Observation Deck eines Hochhauses war, mag die Preise happig finden, wer schon z.B. auf dem New Yorker Empire State Building war und sich darüber im Klaren ist, dass Tokio an sich bereits eine teure Stadt ist, wird damit gut leben können. Das online vorbestellbare Ticket für Erwachsene kostet 1.800 Yen, was umgerechnet 15 Euro entspricht. Wer sich vor Ort für den Besuch entscheidet, zahlt 2.000 Yen, etwa 16,50 Euro. Die Erfahrung, die Aussicht und das Flair sind die Schlangen und das Geld aber absolut wert!

Japans Mega-City ist um ein Highlight reicher! Tokios neue Aussichtsplattform macht sprachlos