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Von Berlin bis ans Nordkap – Wir nehmen euch mit durch Norwegen - 2. Etappe: Südnorwegen

Ein Deal von , 19. Aug. 2020 19.30 Uhr

Ahoi Piraten!

Seit 2 Wochen sind wir nun unterwegs, immer Richtung Norden. Nachdem wir euch letztes Mal bereits von den ersten Tagen in Norddeutschland und Dänemark erzählt haben, möchten wir euch heute vom Süden Norwegens berichten.


In Kristiansand mit der Fähre angekommen ging es direkt schnurstracks Richtung Stavanger. Hier könnt ihr, bevor ihr ins Zentrum fahrt, einen kurzen Abstecher zu den "Schwertern im Berg" machen – echt imposant!

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In der Altstadt angekommen ist definitiv "Gamle Stavanger" hervorzuheben, ein Stadtteil Stavangers am Westufer des Hafens Vagen, welcher aus vielen Holzhäusern besteht. Diese alten Häuser stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Aufgrund des guten Zustands der Altstadt erhielt sie schon mehrfach Auszeichnungen. Das ursprüngliche Stavanger sollte man auf jeden Fall mal besucht haben. Günstig übernachten könnt ihr zB. im "Stavanger Bed & Breaksfast". Dank guter Lage seid ihr im Nu an den wichtigsten Spots der Stadt und müsst keine Unmengen ausgeben.

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Frisch ausgeschlafen geht es weiter zum, nur etwa 40 Minuten entfernten, Preikestolen – dem wohl beliebtesten Wanderziel Norwegens. Versucht möglichst früh oder möglichst spät am Abend loszuwandern, da es ab Mittag bis späten Nachmittag wirklich sehr voll werden kann. Ach ja, und generell solltet ihr immer bedenken, dass fast alle Parkplätze kostenpflichtig sind, bei beliebten Wanderzielen durchaus teurer als man erwarten würde. So haben wir am Parkplatz des Preikestolens mal eben 250 NOK, also umgerechnet knapp 25€ bezahlt!

Die recht einfache Wanderung dauert insgesamt ca. 3-4 Stunden, je nach Fitnesslevel, und ist für fast Jedermann zu empfehlen. Das erste Stück wandert ihr durch den Wald, später durch ein kleines Sumpfgebiet, dann an mehreren Bergseen vorbei um letztendlich auf dem Felsen direkt am Lysefjord das letzte Stück bis auf die "Kanzel" zurückzulegen und euer einmaliges Foto am Rande des Abgrunds schießen zu können. Hier ein paar Impressionen unserer Wanderung:

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Wie ihr hoffentlich im letzten Artikel unseres Roadtrips gelesen habt, haben wir diesen genialen Ort gleich mal eben in unser Home Office umgewandelt und ein bisschen von dort gearbeitet – der LTE-Empfang ist nämlich überragend (wie eigentlich im gesamten Land).

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Nach getaner Arbeit ging es dann weiter in Richtung Odda. Der beste Ausgangspunkt für verschiedene Unternehmungen. So fahrt ihr auf dem Weg dorthin schon direkt an zwei gigantischen Wasserfällen vorbei, dem Langfossen und nur ein paar Minuten drauf dem Latefossen. Beide liegen direkt an der Straße. Ihr könnt sie also auf keinem Fall verfehlen.

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In Odda selbst bekommt ihr einen fantastischen Ausblick auf den Sorfjord und könnt auch sonst relativ schnell das Zentrum des kleinen Örtchens zu Fuß erkunden.

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Eine gute, aber auch günstige Unterkunft zu finden, ist gar nicht mal so einfach. Wir können euch daher den Ferienpark "Odda Camping" empfehlen, wo ihr schon für 65€ ein kleines Doppelzimmer für die Nacht bekommt.

Von eurer zentralen Unterkunft könnt ihr euch dann direkt auf dem Weg zum Bondhusvatn machen, dem kleinem türkisen See mitten in der Bergen. Von Odda braucht ihr nur ca. 20 Minuten bis zum kostenfreien (ja, sowas kommt auch mal vor) Parkplatz und auch die Wanderung ist eher ein Spaziergang, welcher in gut 30-40 Minuten erledigt sein sollte. Die kleinen Boote am Anfang des Sees bieten sich natürlich perfekt für ein schönes Fotomotiv an ;)

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Weiter geht's (bzw. ging es für uns) zum Buarbreen Gletscher. Auch diesen erreicht ihr in weniger als 20 Minuten von Odda. Die Parkgebühren sind mit 15€ jedoch noch halbwegs in Ordnung. Hier ist die Wanderung allerdings schon deutlich anspruchsvoller. Zeitlich gesehen voll ok, ca. 2,5-3,5 Stunden hin und zurück, aber mit vielen Kletterpassagen verbunden. Wir hatte definitiv unseren Spaß daran, aber man sollte schon eine gewisse Grundfitness aufweisen. Zudem kommt noch, dass die, immer wieder den Weg überquerenden, Bäche manchmal sehr, sehr gut mit Wasser gefüllt sind und man dadurch teilweise durch den eiskalten (da das ja Gletscherwasser ist) Fluss laufen muss. Aber wie gesagt, uns hat's gefallen, ein Abenteuer durch und durch.

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Kommen wir zu unserem bisherigen Highlight, der Trolltunga-Wanderung. Hier solltet ihr so früh wie nur möglich aufstehen. Denn von Odda zum Parkplatz P2 sind es gute 20 Minuten und die Wanderung an sich dauert zwischen 8 und 12 Stunden. Doch Step by Step... Der P1 Parkplatz ist eigentlich nur für längere Fahrzeuge über 5,20 Meter gedacht und befindet sich noch sehr weit weg von euer eigentlich Wanderung. Ihr könnt zwar mit einem Shuttlebus hoch fahren oder auch von dort aus los wandern, aber Variante 1 ist sehr teuer und Variante 2 ist noch mal gute 6 Kilometer extra (one way). Daher empfehlen wir euch den Parkplatz P2, welcher an der eigentlichen Route beginnt. P3 ist nur was für die ganz Faulen unter euch, da ihr somit schon den ersten Abschnitt der Tour verpasst und den, unserer Meinung nach, anstrengensten Teil skippt. Der P2 kostet, und jetzt haltet euch fest, 50€! Dann könnt ihr bis Mitternacht dort stehen. Wollt ihr bis zum Folgetag parken, weil ihr zB. euer Zelt mitnehmt und oben übernachten wollt, seid ihr bei ca. 70€. Das ihr auf alles vorbereitet sein wollte, warme und auch kurze Wechselsachen, gute Schuhe, genug Essen und Trinken mitnehmen solltet, etc... müssen wir ja eigentlich nicht extra erwähnen (wobei das Wasser je nach Saison theoretisch auch an vielen, immer wieder eurem Pfad streifenden, kleinen Flüssen aufgefüllt werden kann).

Noch ein Hinweis, bevor es zur eigentlichen Wanderung geht. Startet die Tour nicht, wo es ausgeschildert ist, da ihr dann nur an der Straße entlang lauft und zusätzlich 6km extra vor euch habt, sondern geht, wenn ihr vor dem Start steht, ganz nach links, zum Anfang des Parkplatzes, über die kleine Brücke und dann rechts. Dort steht ein bisschen versteckt hinter Bäumen ein kleines Haus und dort startete vor ein paar Jahren, als wir schon mal dort waren, der eigentliche Weg. Dieser ist zwar deutlich steiler und anstrengender, aber ihr spart euch die 4km Serpentinen zu laufen und seid auch landschaftlich deutlich schöner unterwegs. Auf Google Maps ist das Ganze mit "Old Trolltunga Starting Point" gekennzeichnet.


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Nachdem ihr dann den ersten Kilometer überwunden habt, geht erstmal deutlich entspannt weiter über eine wunderschöne Hochebene und einer Mischung aus großen, flachen Steinen und Sumpfgebiet.

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Hier könnt ihr also erst mal ein wenig verschnaufen, bevor der zweite große Peak kommt. Dann geht's nämlich wieder deutlich steiler bergauf.

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Habt ihr das Stück, und somit schon die ersten 4 der insgesamt 11 Kilometer, geschafft, solltet ihr erstmal auf die Uhr schauen. Ist es hier nämlich bereits nach 13 Uhr, wäre es ratsam umzukehren. Daher unser Hinweis ein paar Zeilen vorher, so früh wie möglich aufzustehen und die Wanderung zu starten. Idealerweise fangt ihr direkt mit dem Sonnenaufgang an.

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Nun geht es, bis auf ein, zwei kleine Ausnahmen eigentlich nur noch geradeaus, klar ab und an ein kleiner Hügel, aber nichts großes mehr. Jetzt heißt es nur noch Ausdauer zu zeigen und das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.

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Und dann endlich, nach 11 schweißtreibenden Kilometern ist sie endlich da, die Trolltunga! Gönnt euch euer Siegerfoto auf dem Spitze der Zunge und genießt dieses einmalige Panorama über Norwegen. Das liebe Piraten, ist Norwegen!

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Doch jetzt die schlechte Nachricht: Ihr müsst den ganzen Spaß wieder zurück – Puuhhh!!

Wir haben die Tour an einem Tag gemacht, aber unsere klare Empfehlung an euch: Nehmt ein Zelt mit, verbringt dort oben eine Nacht und wandert am nächsten Tag ausgeruht und entspannt zurück.

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Die Rücktour ist echt nicht ohne, vor allem die Abwärtspassagen haben unseren Knien zu schaffen gemacht und dadurch, dass wir etwas zu spät gestartet sind, hatten wir letztendlich auch noch Zeitdruck im Hellen zurück zu kommen...

Generell möchten wir hier noch gesagt haben, dass die Wanderung zur Trolltunga keinesfalls unterschätzt werden sollte und eher den fortgeschrittenen Wanderern unter euch zu empfehlen ist. Alternativ kann man sich auch einen Guide nehmen, wandern muss man aber trotzdem noch selbst, weshalb ein bisschen Mehr als Grundausdauer schon vorhanden sein sollte.

Nach diesem anstrengendem Tag sah unser Tagesprogramm für den darauffolgenden Tag deutlich entspannter aus. Kurzer Besuch beim Voringsfossen (welcher unfassbar schwer auf nur ein Foto zu bekommen ist) und dann ging es direkt weiter nach Bergen.

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In Bergen gab's dann erstmal ein wenig Kontrastprogramm zu den letzten Tagen. Sightseeing war angesagt. Und so schlenderten wir durch den Hafen, vorbei an den vielen bunten traditionellen Holzgebäuden, dem Markt und der Altstadt und statteten am Ende dem Floyen, dem beliebtesten Berg Bergens ( :D ) einen Besuch ab. Man kann zwar auch hoch laufen, wir waren aber noch so geschafft vom Vortag, dass wir unser für die entspannte Variante mit der Floibanen (der Seilbahn) entschieden. Kostenpunkt: ca. 13€ pro Person hin und zurück. Dafür bekommt ihr eine echt tolle Aussicht über die ganze Stadt. Für die Übernachtung kommen ganz klar die "Ole Bull Hotel & Apartments" ins Spiel. Top Lage mitten Im Zentrum und ein eigenes kleines Studio Apartment für nur 68€ pro Nacht sind einfach unschlagbar.

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Und damit wären wir auch schon am Ende dieses Artikels angekommen. Wir ihr seht, kann man in Norwegen wahnsinnig viel in nur einer Woche erleben. Das Wetter war glücklicherweise immer top und auch sonst hatte alles geklappt, wie wir uns das so vorgestellt hatten. Mal schauen, wie die kommende Woche wird. Denn ab Morgen soll es deutlich kühler werden und die komplette nächste Woche regnen. Zudem kommen wir immer nördlicher, was die ganze Sache nicht angenehmer macht. Aber schauen wir mal, seid auf jeden Fall gespannt, wie es weiter geht. Die Stabkirche in Borgund, der Briksdalsbren Gletscher, der Geiranger Fjord und die Trollstigen warten auch uns und euch :)

Übrigens: Mit Corona wird hier relativ entspannt umgegangen. So gibt es nirgends eine Maskenpflicht, und man sieht auch auf den Straßen kaum bis eigentlich gar keine Menschen mit Maske. Nur die Abstandsregeln sollten eingehalten werden und überall, wirklich überall, selbst auf der Trolltunga, stehen Desinfektionsautomaten herum.

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