flugzeug_alitalia_urlaub_airlinePin it

Alitalia - Die nationale Fluggesellschaft Italiens

Alitalia ist die nationale Fluggesellschaft Italiens mit Sitz in Fiumicino und Basis auf dem Flughafen Rom-Fiumicino. Im Mai 2017 musste Alitalia allerdings Insolvenz anmelden. Die italienische Regierung hat Alitalia Kredite in Höhe von 900 Millionen Euro gewährt. In der italienischen Öffentlichkeit wurde dieser Plan jedoch nicht gut aufgenommen und stieß auf heftige Kritik.

Wie kam es zur Insolvenz von Alitalia?

Die 90er Jahre bis zum Sanierungsplan

Bereits ab Anfang der 90er Jahre operierte Alitalia mit enormen Verlusten. Unter anderem war ein Grund für die Misswirtschaft bei Alitalia in den 90ern die Einflussnahme politischer Kreise auf das damalige Staatsunternehmen. Diese Einflussnahme trug zu einem aufgeblähten Verwaltungsapparat, zu ineffizienten Unternehmensstrukturen und geringer Produktivität bei.

Ab 1998 verlagerte Alitalia den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit wegen des höheren Aufkommens an Business-Class-Passagieren vom traditionellen Drehkreuz in Rom-Fiumicino schrittweise auf den Flughafen Mailand-Malpensa. Dieser Schritt war allerdings nicht von Erfolg gekrönt. Der Flughafen Mailand-Linate, der deutlich näher an der Stadt ist, wurde nicht geschlossen und potenzielle Kunden aus anderen norditalienischen Städten wollten auf lange Anfahrtswege nach Malpensa verzichteten. Da auch Rom-Fiumicino als Drehkreuz beibehalten wurde gab es als Resultat hauptsächlich unnötige Kosten und Verwirrungen.

Alitalia erholte sich Ende der 1990er Jahre etwas. Aber ab 2001 flog Alitalia wieder enorme Verluste ein. Flugzeuge mussten stillgelegt werden, Routen wurden gestrichen, Personal drastisch abgebaut und Immobilien mussten verkauft werden.

Im Januar 2007 leitete die italienische Regierung den Verkauf von mindestens 30,1 Prozent des von ihr über das Wirtschafts- und Finanzministerium noch gehaltenen Aktienpaketes ein mit dem mittelfristigen Ziel, die Gesellschaft vollständig zu privatisieren. Es gab zwar verschieden Interessenten, aber bis Juli 2007 hatten alle ihre Angebote zurückgezogen.

Privatisierung und Insolvenz

Am 29. September 2008 wurde letztlich ein Sanierungsplan verabschiedet. Das Hauptproblem dafür, dass sich alles so extrem in die Länge zog waren Konflikte zwischen Investoren und den starken italienischen Gewerkschaften. Nachdem eine Abfindung von vier Milliarden Euro bereitgestellt wurde, unterschrieben sämtliche neun Gewerkschaften schließlich den Sanierungsplan.

Im August 2014 wurde der Einstieg von Etihad Airways bekannt. Insgesamt wurden 49 Prozent der Unternehmensanteile durch Etihad Airways übernommen. Im Januar 2015 wurde dann bekannt, dass Alitalia grundsätzlich umgebaut werden sollte. Geplant waren zusätzliche Langstreckenflugzeuge, eine neue Marke mit einem neuen Erscheinungsbild und eine vertiefte Zusammenarbeit mit Etihad Airways.

Im März 2017 stellte das Management angesichts lang anhaltender Verluste einen erneuten „Rettungsplan“ vor. Ein Kompromiss der Kündigungen und Lohnkürzungen beinhalten sollte wurde allerdings von den Gewerkschaften abgelehnt. Am 2. Mai 2017 entschied das Management einstimmig, einen Antrag auf staatliche Verwaltung zu stellen, und ging in die Insolvenz. Am 14. Oktober 2017 wurde bekannt, dass die italienische Regierung einen Brückenkredit in Höhe von 600 Millionen Euro von November 2017 bis September 2018 verlängert und zusätzlich einen 300-Millionen-Euro-Kredit zur Aufrechterhaltung des Flugbetriebs gewährt.

flugzeug_turbine_reperatur_alitalia_airlinePin it

Wie sieht die Zukunft von Alitalia aus?

In einigen Punkten gibt es klare Parallelen zwischen der Situation bei Alitalia und dem Untergang von Air Berlin. Bei ein paar wichtigen Aspekten unterscheiden sich beide Vorgänge jedoch klar.

Wie bei Air Berlin könnte es auch bei Alitalia zu einem Herauskauf der Filetstücke, neuen Tarifverträgen und einen Stellenabbau kommen, um die Kosten zu senken. Der große Unterschied zwischen dem Insolvenzverfahren von Air Berlin und Alitalia ist allerdings der Faktor Zeit. Während bei Air Berlin alles im höchstmöglichen Tempo abgewickelt wurde, lässt man sich in Italien bei Alitalia deutlich mehr Zeit. Die Frist für einen Zuschlag wurde verstrichen und der Staat pumpte weitere 300 Millionen Euro in das Unternehmen. Das ganze beutetet das wohl erst im Spätsommer oder Herbst 2018 der neue Alitalia Eigentümer feststehen wird. Natürlich nur falls keine weiteren Verzögerungen eintreten.

Generell ist davon auszugehen, dass Alitalia in der bisherigen Struktur nicht erhalten werden kann. Keiner der Interessenten scheint an der kompletten Airline interessiert zu sein. Viel mehr sind Teile des weltweiten Netzverkehrs und des europäischen Punkt-zu-Punkt-Verkehrs von Interesse.

Bei der Italienischen Gewerkschaft regt sich allerdings schon jetzt Widerstand gegen Übernahmen die viele Entlassungen und Kürzungen zur Folge hätten. Es sieht so aus, als ob versucht wird die Endgültige Insolvenz so lange wie möglich herauszuzögern.

Wer schon Flüge mit Alitalia gebucht hat und diese bis ca Mitte 2018 anstehen sollte vermutlich keine Probleme haben. Es birgt aber ein großes Risiko jetzt noch Flüge für die Zukunft mit der Airline zu buchen.

Gepäckbestimmungen Alitalia

  • Light: Kein Gepäck
  • Economy Class: 1 Gepäckstück bis zu 23 kg
  • Premium Economy Class: 2 Gepäckstücke bis zu 23 kg
  • Business Class: 2 Gepäckstücke bis zu 32 kg
  • Comfort (Rom–Mailand): 2 Gepäckstücke bis zu 23 kg

Handgepäckbestimmungen von Alitalia

    • Handgepäck bis 8 kg mit den Maximalmassen 55 cm x 35 cm x 25 cm 
    • Plus eine Aktentasche/Laptop/Handtasche/Kinderwagen für Kinder unter 12 Jahren
    • kostenlos