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Tromsø (Norwegen) ist das Nordlicht-Ziel schlechthin: knapp 80.000 Einwohner, aber Hunderttausende Besucher im Jahr, die zwischen September und März in erster Linie für die Aurora Borealis, aber auch Huskytouren und Walsafaris in die Stadt kommen. Dieser Andrang kostet die Stadt Geld, für Müllabfuhr, Toiletten, Wanderwege und Parkplätze. Künftig sollen Reisende sich daran beteiligen: Tromsø hat als erste Kommune Norwegens eine Touristensteuer beschlossen, die ab dem 1. Januar 2027 fällig werden soll. Endgültig ist das allerdings noch nicht: Alle Infos findet ihr hier!
Der Plan für die Touristensteuer liegt seit Juli beim norwegischen Ministerium und ohne dessen Genehmigung darf die Stadt nicht kassieren. Die Gemeinde rechnet zwar fest damit, ein Termin für die Entscheidung steht aber aus.
Die Abgabe heißt offiziell besøksbidrag, also Besucherbeitrag, und beträgt 3 Prozent des Übernachtungspreises ohne Mehrwertsteuer. Abgerechnet wird direkt über die Unterkunft, der Betrag landet also auf der Hotelrechnung oder im Mietpreis.
Hotelzimmer für rund 200 Euro pro Nacht ➡️ ca. 6 Euro pro Nacht
Ferienhütte für rund 150 Euro pro Nacht ➡️ ca. 4,50 Euro pro Nacht
1 Woche zu zweit: je nach Preisniveau 30 bis 50 Euro extra
Betroffen sind alle kommerziellen Übernachtungen, also Hotels, Apartments, Ferienhäuser und Kurzzeitvermietungen.
ℹ️ Wer im eigenen Wohnmobil, im Zelt oder auf dem eigenen Boot schläft, zahlt nichts. Für Kreuzfahrtgäste gibt es bislang keine Regelung, eine eigene Abgabe soll aber folgen. Tromsø rechnet mit Einnahmen von 30 bis 50 Millionen Kronen jährlich, umgerechnet etwa 2,5 bis 4,3 Millionen Euro, die in Infrastruktur für Einheimische und Besucher fließen sollen.
Grundlage ist ein Gesetz, das der Storting (Parlament) im Juni 2025 verabschiedet hat und das seit Juli 2026 in Kraft ist. Es erlaubt jeder stark vom Tourismus belasteten Kommune, eine solche Abgabe einzuführen, sofern sie einen Plan vorlegt und genehmigen lässt. Tromsø ist bislang die einzige Stadt, die das getan hat, dürfte es aber nicht lange bleiben: Laut der Nachhaltigkeitsberaterin der Stadt werden voraussichtlich alle Kommunen der Region Tromsø einen Antrag stellen, auch für Spitzbergen ist eine Regelung in Arbeit.
Im europäischen Vergleich sind 3 Prozent übrigens moderat: Amsterdam verlangt 12,5 Prozent, Paris und Reykjavík liegen ebenfalls darüber; Tromsø hat sich bei der Ausgestaltung ausdrücklich an Island orientiert. Wer trotzdem sparen will, fährt noch in diesem Jahr: Die Nordlichtsaison läuft von Ende September bis Ende März, ein Trip im November oder Dezember 2026 liegt also mitten in der besten Beobachtungszeit und bleibt in jedem Fall abgabenfrei.