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Es ist der Moment, der jeden Airbnb-Aufenthalt am Ende etwas trübt: Zwei Stunden vor der Abreise steht man mit der Abholliste in der Hand da, zieht Bettwäsche ab, räumt die Spülmaschine aus und bringt den Müll zur Tonne zwei Straßen weiter und das, obwohl man vorher eine 60 Euro Reinigungsgebühr gezahlt hat.
Damit ist bald Schluss: Airbnb hat am 20. Oktober eine neue Hausregel-Richtlinie veröffentlicht, die solche Pflichten untersagt und auch sonst einiges zugunsten der Gäste ändert. Sie gilt für alle Reservierungen, die ab dem 20. November 2026 gebucht werden
Airbnb zieht die Grenze dort, wo es nach Arbeit aussieht. Verboten sind künftig alle Aufgaben, die laut Richtlinie „erheblichen Aufwand oder Zeit erfordern oder normalerweise von einer Reinigungskraft erledigt würden”.
Nicht mehr erlaubt:
Geschirr spülen und wegräumen
Betten abziehen
Waschmaschine oder Trockner anstellen
Müll außer Haus bringen, etwa zu einer Tonne auf der Straße
Weiterhin als Bitte zulässig:
Benutztes Geschirr in die Spüle stellen
Handtücher einsammeln
Müll in bereitstehende Behälter in der Wohnung trennen
Dazu kommen drei Punkte, die mindestens genauso viel wert sind:
Gastgeber dürfen euch kein Geld berechnen, wenn ihr einzelne Aufgaben nicht erledigt.
Die Reinigungsgebühr soll nur noch eine übliche Grundreinigung zwischen zwei Aufenthalten abdecken.
Und wer eine Klimaanlage, eine Sauna oder einen Kamin im Inserat bewirbt, darf die Nutzung nicht untersagen; erlaubt ist nur die Bitte, das Gerät beim Verlassen auszuschalten.
Begrenzt wird außerdem, was außerhalb der Plattform von euch gefordert werden darf. Ein zusätzlicher Mietvertrag als Bedingung für den Aufenthalt, Ausweiskopien, die Registrierung bei externen Screening-Portalen oder WLAN-Zugang nur gegen persönliche Daten sind künftig nicht mehr zulässig. Ausnahmen bleiben, wo eine Hausverwaltung oder lokale Vorschriften das zwingend verlangen, etwa bei Meldepflichten.
💡 So erkennt ihr, ob die Ausweis-Abfrage berechtigt ist: In vielen Ländern müssen Unterkünfte ihre Gäste tatsächlich bei den Behörden melden, etwa in Italien, Spanien, Kroatien, Portugal und Ungarn. Dafür reicht aber in der Regel, dass die Daten bei der Ankunft aufgenommen werden. Fragt im Zweifel über den Airbnb-Chat nach, auf welches Portal oder welche Vorschrift sich der Gastgeber beruft. Wer legitim meldet, kann das benennen, etwa Alloggiati Web in Italien oder eVisitor in Kroatien. Kommt stattdessen nur eine vage Begründung, oder soll der Ausweis vorab per WhatsApp oder Mail geschickt werden, ist das ein Warnsignal. Schickt sensible Daten niemals außerhalb der Plattform und meldet die Anfrage lieber an Airbnb.
Dahinter steckt eine grundsätzliche Neuordnung. Airbnb unterscheidet jetzt klar zwischen Hausregeln, an die ihr euch halten müsst, und Bitten, denen ihr nachkommen könnt, aber nicht müsst.
Verbindliche Hausregeln gibt es nur noch in sieben Kategorien: maximale Zahl der Übernachtungsgäste, Ruhezeiten, Veranstaltungen, Haustiere, Rauchen, kommerzielle Foto- und Filmaufnahmen sowie Abschließen beim Auszug.
👉 Alles andere rutscht in die Kategorie Bitten und muss angemessen sein.
Wichtig ist auch, wo diese Regeln stehen dürfen: Es gilt nur, was beim Buchen im Abschnitt Hausregeln sichtbar war. Zusatzregeln per Nachricht, im Kleingedruckten der Beschreibung oder auf einem Schild in der Wohnung sind damit hinfällig. Angezeigt werden sie euch künftig prominenter: auf der Inseratsseite, im Reiter „Reisen” und in den Buchungserinnerungen. Verlangt ein Gastgeber trotzdem Unzulässiges, könnt ihr es melden. Er muss die Regel dann streichen oder Einspruch einlegen.
Entscheidend ist das Buchungsdatum, nicht das Reisedatum: Wer jetzt noch bucht, fällt auch bei einer Reise im Frühjahr 2027 unter die alten Regeln. Wer ab dem 20. November bucht, profitiert von der neuen Richtlinie. Bei einer Unterkunft mit auffällig langer Aufgabenliste kann es sich also lohnen, die Buchung ein paar Wochen zu schieben.
Prüfen lässt sich das vorab: Seit dem 20. Oktober stehen Hausregeln und Bitten gebündelt im Inserat, der separate Reiter für Checkout-Anweisungen ist verschwunden. Ein Blick dorthin vor dem Klick auf Buchen zeigt, was euch erwartet.
💡 Unter Gastgebern kommt die Änderung nicht überall gut an. In Airbnbs eigenem Community-Forum kritisieren viele die Einschränkungen, weil zwischen Abreise und nächster Buchung oft nur wenige Stunden liegen. Rechnet also damit, dass einige Unterkünfte die Reinigungsgebühr anheben.