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Noch sind nicht alle Tickets teurer geworden. Doch mehrere Entwicklungen sprechen dafür, dass günstige Flugpreise 2026 schnell seltener werden könnten.
Wenn ihr gerade dabei seid, eine Reise zu planen und die passenden Flüge noch nicht gebucht habt, solltet ihr lieber nicht zu lange damit warten, denn alle Zeichen deuten im Moment auf deutlich steigende Flugpreise hin.
Der wichtigste Grund ist offensichtlich: Kerosin ist wegen des gestiegenen Ölpreises in kurzer Zeit deutlich teurer geworden. In Europa haben sich die Preise für den Treibstoff seit Beginn der jüngsten Eskalation im Nahen Osten etwa verdoppelt, in Asien liegen sie fast 80 Prozent höher. Auch der aktuelle IATA Fuel Monitor zeigt sehr hohe Werte: Der weltweite Durchschnittspreis für Kerosin lag zuletzt bei 175 US-Dollar pro Barrel, ein Plus von 94 Prozent zum Vorjahresniveau.
Für Airlines ist das besonders heikel, weil Treibstoff nach dem Personal der zweitgrößte Kostenblock ist und typischerweise rund 20 bis 25 Prozent der Betriebskosten ausmacht. Wenn der Kerosinpreis so abrupt steigt, lässt sich das nicht überall sofort abfedern. Genau das ist laut IATA (Dachverband von rund 300 Fluggesellschaften) das Problem: Nicht ein dauerhaft hohes Preisniveau ist am schwierigsten, sondern ein plötzlicher, starker Anstieg, weil Airlines dann kaum Zeit haben, ihre Strategie, Kapazitäten und Preise anzupassen. Viele Tickets für künftige Flüge wurden schließlich bereits zu Preisen verkauft, die auf einer anderen Kostenkalkulation basierten. Steigt der Kerosinpreis dann plötzlich, werden diese Flüge für die Airlines nachträglich deutlich teurer.
Nicht alle Airlines sind jedoch von den plötzlichen Preisanstiegen beim Kerosin gleichermaßen betroffen. Viele Fluggesellschaften haben Teile ihres Kerosinbedarfs über sogenannte Fuel-Hedging-Geschäfte abgesichert, wie beispielsweise die Lufthansa. Das bedeutet: Sie haben Treibstoffpreise schon früher für einen Teil ihres späteren Verbrauchs vereinbart und sind dadurch kurzfristig weniger stark vom aktuellen Preissprung betroffen. Die IAG-Gruppe (u.a. British Airways und Iberia) erklärte vor diesem Hintergrund, dass man momentan keine allgemeinen Ticketpreiserhöhungen plane. Entsprechend könnt ihr auf stark umkämpften Strecken vereinzelt sogar weiterhin Angebote zu Kampfpreisen finden (vgl. Südkorea für 456 €, Südafrika für 457 €, Neuseeland für 723 € oder New York für 356 €). Gleichzeitig warnen Branchenvertreter, dass dieser Schutz zeitlich begrenzt ist, da die Hedges nur vorübergehend helfen und nach und nach auslaufen.
Wer weniger stark abgesichert ist, muss die höheren Kosten früher oder später an die Kundinnen und Kunden weitergeben. Genau das ist bereits zu beobachten: Air France-KLM kündigte an, die Preise auf Langstrecken anzuheben, Air New Zealand sprach früh von breiteren Preiserhöhungen und auch SAS reagierte bereits mit steigenden Ticketpreisen. Bei vielen anderen Airlines dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis sich die höheren Treibstoffkosten ebenfalls in den Tarifen niederschlagen.
Hinzu kommt ein zweiter Effekt: Einige Airlines reagieren nicht nur über den Preis, sondern auch über ihr Angebot. SAS streicht im April rund 1.000 Flüge, United nimmt etwa 5 Prozent der geplanten Kapazität aus dem Markt. Damit verschwinden zusätzliche Sitze aus dem Verkauf.
Der Preisdruck kommt aber nicht nur vom eigentlichen Ölpreis, sondern auch von der gestörten Versorgung und den Umwegen im Luftverkehr. Durch Luftraumsperren und die Meidung großer Teile des Nahen Ostens müssen viele Airlines längere Routen fliegen, was den Treibstoffverbrauch erhöht. Zudem gibt es mittlerweile Berichte, die vor möglichen Engpässen beim Kerosin warnen. In Vietnam wurden Airlines bereits aufgefordert, sich auf mögliche Flugkürzungen ab April vorzubereiten. Hintergrund sind Berichte über unterbrochene beziehungsweise ausgesetzte Kerosinexporte aus China und Thailand.
Ein weiterer Grund für zumindest kurzfristig steigende Flugpreise ist das aus dem Gleichgewicht geratene Verhältnis aus Angebot und Nachfrage. Als Anfang März die großen drei Middle-East-Carrier (Emirates, Qatar Airways und Etihad Airways) ihren Betrieb vorübergehend stark einschränken mussten, fehlten immerhin 14 Prozent des globalen Umsteigeverkehrs. Hier zeigt sich besonders deutlich, was passiert, wenn auf einen Schlag große Kapazitäten aus dem Markt verschwinden: Wer auf andere Fluglinien ausweichen wollte, musste zeitweise ein Vielfaches des Normalpreises zahlen.
Wahrscheinlich gibt es nicht auf jeder einzelnen Route sprunghaft steigende Preise, aber generell einen klaren Aufwärtsdruck, vor allem auf Strecken, die von Umwegen, Ausfällen oder reduzierten Kapazitäten betroffen sind. Besonders anfällig sein könnten Langstrecken nach Asien, Australien oder in den Golfraum, weil dort die Umwege und operativen Unsicherheiten besonders groß sind. Auf innereuropäischen Strecken könnte der Effekt punktueller sein, aber auch dort wirken höhere Treibstoffkosten natürlich grundsätzlich in die gleiche Richtung.
Dieser Artikel soll nicht alarmistisch klingen oder euch zu vorschnellen Flugbuchungen drängen. Wenn ihr aber bereits konkrete Reisepläne habt, sind wir der festen Überzeugung, dass es sinnvoll ist, sich die entsprechenden Flüge jetzt zu sichern. Denn die Wahrscheinlichkeit für steigende Flugpreise ist derzeit sehr hoch.
Erfahrungen mit Krisen aus der Vergangenheit legen nahe, dass selbst bei einer Entspannung der Weltlage die Preise erst mit deutlicher Verzögerung wieder sinken. Covid hat zudem gezeigt, wie lange es anschließend dauert, bis sich das fein austarierte Verhältnis von Angebot und Nachfrage wieder einpendelt. Flüge nach Asien waren 2023/24 beispielsweise lange Zeit kaum für unter 800 Euro (hin und zurück) zu bekommen.
Unterm Strich spricht derzeit vieles dafür, geplante Reisen lieber früher als später festzumachen.
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