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Das Dengue-Fieber breitet sich aktuell in manchen Gegenden der Welt leider wieder verstärkt aus. Die Hintergründe und was ihr auf Reisen tun könnt, erfahrt ihr hier.
Die Malediven stehen für viele Reisende vor allem für Traumstrände, Hausriffe und entspannte Resort-Tage. Aktuell rückt aber auch ein Gesundheitsthema stärker in den Fokus: Die Zahl der Dengue-Fälle ist im Inselstaat zuletzt deutlich gestiegen. Im Februar und März 2026 wurden jeweils mehrere hundert Fälle gemeldet, womit die Zahlen deutlich über dem Vorjahresniveau lagen. Auch das Robert Koch-Institut berichtete zuletzt über eine Zunahme importierter Dengue-Fälle nach Malediven-Reisen. Für Reisende heißt das nicht automatisch: Reise absagen. Aber: Wer auf die Malediven fliegt, sollte Mückenschutz gerade jetzt ernst nehmen.
Auf den Malediven steigen die Dengue-Zahlen seit Ende 2025 deutlich an. Nach Angaben, die unter anderem von Travelnews und maledivischen Medien aufgegriffen wurden, wurden im Februar 2026 rund 428 und im März 2026 rund 535 Dengue-Fälle gemeldet. Im Vorjahr lagen die Werte in diesen Monaten deutlich niedriger. Auch die WHO beziehungsweise regionale WHO-Auswertungen beschreiben für die Malediven einen klaren Anstieg im Frühjahr 2026.
Ein erhöhtes Risiko bedeutet nicht, dass jede Resort-Insel gleichermaßen betroffen ist. Die Malediven bestehen aus vielen einzelnen Inseln, und die konkrete Lage kann lokal sehr unterschiedlich sein. Trotzdem können sich auch Reisende infizieren, wie die gemeldeten Fälle bei Rückkehrern zeigen. Wer in einem Resort übernachtet, sollte sich also nicht allein auf die abgeschirmte Lage verlassen, sondern auch dort tagsüber auf Mückenschutz achten.
Für Deutschland meldete das Robert Koch-Institut bis zum 21. April 2026 insgesamt 35 Dengue-Fälle im Zusammenhang mit Malediven-Reisen. Laut RKI ist das mehr als in den Vorjahren und die Zunahme lässt sich nicht nur dadurch erklären, dass mehr Menschen auf die Malediven gereist wären.
Eine pauschale Reisewarnung ergibt sich daraus nicht. Für die meisten Urlauberinnen und Urlauber dürfte es eher darum gehen, das Risiko realistisch einzuordnen und sich gut vorzubereiten. Besonders wichtig ist Mückenschutz tagsüber, denn die Dengue-übertragenden Aedes-Mücken sind nicht nur in der Dämmerung oder nachts aktiv. Wer Vorerkrankungen hat, schwanger ist, mit kleinen Kindern reist oder bereits einmal Dengue hatte, sollte vor der Reise reisemedizinischen Rat einholen.
Wer innerhalb von bis zu zwei Wochen nach der Rückkehr Fieber oder ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl entwickelt, sollte ärztlich abklären lassen, ob eine Tropeninfektion dahinterstecken könnte. Wichtig ist dabei, die Malediven-Reise direkt zu erwähnen. Das gilt besonders, wenn zusätzlich starke Kopf-, Muskel- oder Gliederschmerzen, Ausschlag oder ungewöhnliche Blutungszeichen auftreten. Die Behandlung gehört dann in ärztliche Hände; eigenständiges Herumdoktern mit Schmerzmitteln ist keine gute Idee.
Auch in anderen beliebten Reiseländern ist Dengue derzeit ein Thema. In Sri Lanka wurden seit Jahresbeginn bereits zehntausende Fälle registriert; laut dem Krisenwarndienst A3M sind unter anderem Colombo, Gampaha und Galle besonders betroffen, also Regionen, die auch für Reisende relevant sind. In Thailand steigen die Zahlen ebenfalls seit 2025, betroffen sind dort unter anderem Phuket, Krabi und Bangkok. Auch in Indonesien, einschließlich Bali, bleibt Dengue ein relevantes Risiko. Gleiches gilt für Vietnam, wo Reisende mückenübertragene Krankheiten ebenfalls im Blick behalten sollten.
Der Blick sollte sich aber nicht nur auf Asien richten: Auch in der Karibik sowie in Teilen Lateinamerikas zirkuliert das Virus weiterhin stark. Besonders aus Brasilien, Mexiko, Peru und Kolumbien werden anhaltend hohe Dengue-Aktivitäten gemeldet.
Doch auch in Europa tritt das Dengue-Fieber bereits auf - so hat es bereits Fälle am Gardasee gegeben, ebenso in Spanien und Frankreich. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass die Aedes-Mücke und somit das Virus mittlerweile in mehr als 100 Ländern endemisch ist.
Jährlich infizieren sich etwa 400 Millionen Menschen mit dem Erreger des Dengue-Fiebers. Übertragen wird der Tropenvirus in der Regel durch die tagaktive Mücke der Aedes-Gattung (Ägyptische Tigermücke, Denguemücke, Asiatische Tigermücke). Diese Art kann übrigens nicht nur das Dengue-Fieber übertragen, sondern auch das Zika-Virus oder das Chikungunya-Virus und ist bereits in Deutschland zum Teil heimisch.
Für die Ausbreitung der Aedes-Mücke gibt es mehrere Ursachen. Zum einen begünstigt die Klima-Erwärmung das vermehrte Auftreten und es wird befürchtet, dass sich die Mücke vermehrt in Europa ausbreiten könnte. Die zum Teil rasant ansteigenden Infektionszahlen, vor allem in Latein- und Südamerika, sind oft auf besonders regenreiches Wetter zurückzuführen.
Ihr plant eine Reise in ein Dengue-Fieber-Gebiet? Auf der DengueMap könnt ihr mehr über die Ausbrüche erfahren.
Bild: Risikokarte des australischen Gesundheitsministeriums
Wer mit dem Dengue-Fieber infiziert wird, bei dem treten nach einer Inkubationszeit von 3 bis 14 Tagen Fieberausbrüche auf. Je nach Verlauf der Krankheit kann das Fieber in Wellen oder Schüben auftreten. Auch fleckiger Hautauschlag, Übelkeit und Erbrechen, geschwollene Drüsen sowie Augen- und Muskelschmerzen können Symptome sein.
Um Dengue-Fieber zu diagnostizieren, muss in den erstten vier bis fünf Tagen, an denen man Symptome spürt, ein PCR-Test durchgeführt werden.
Die Tropenkrankheit kann insbesondere bei einer erneuten (zweiten) Infektionen schwere Verläufe haben. Diese gehen mit folgenden Warnzeichen nach 3 bis 7 Krankheitstagen daher:
Temperaturabfall unter 38°C (nach Fieber)
starke Bauchschmerzen
anhaltendes Erbrechen
schnelles Atmen
Zahnfleisch- oder Nasenbluten
Müdigkeit
Erbrechen von Blut
Durst
Wichtig ist allerdings zu sagen, dass die meisten Infektionen (ca. 75%) asymptomatisch verlaufen oder nur milde Symptome hervorrufen.
Wer in ein Gebiet reist, in dem die Aedes-Mücke aktiv ist, sollte sich vorab umfassend zum Schutz Gedanken machen. Mückenmittel mit den Inhaltsstoffen DEED, Picaridin oder IR3535 können ebenso wirksam sein wie lange und stichfeste sowie imprägnierte (Wirkstoff Permethrin) Kleidung. Zudem kann es ratsam sein, unter einem imprägnierten Moskitonetz zu schlafen und Fenster und Türen geschlossen zu halten. Auch Wasseransammlungen, zum Beispiel in Blumentöpfen, sollten vermieden werden, um die Larvenbildung einzuschränken.
Wer sich mit dem Dengue-Fieber infiziert hat, kann auf Acetaminophen (Paracetamol) zurückgreifen. Nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente wie Ibuprofen und Aspirin sollten nicht eingenommen werden, da sie das Blutungsrisiko erhöhen können. Trotzdem solltet ihr natürlich einen Arzt konsultieren. Unsere Infos sind ohne Gewähr und nur als erste Orientierung zu verstehen.
Mittlerweile ist es außerdem möglich, sich gegen Dengue-Fieber impfen zu lassen. Im Februar 2023 wurde Qdenga® der Firma Takeda in Deutschland zugelassen. Dabei handelt es sich um einen Lebendimpfstoff, der in zwei Impfdosen im Abstand von etwa drei Monaten verabreicht wird. Der Hersteller sagt, dass dieser Impfstoff laut Studien auch für Menschen geeignet sei, die vorher noch keine Dengue-Infektion durchgemacht hatten (im Unterschied zum zuvor verfügbaren Impfstoff). Die Ständige Impfkomission (Stiko) meint jedoch, dass dies aus den Studien noch nicht eindeutig hervorgeht und empfiehlt diese Impfung daher nicht für jeden, sondern bisher nur für Reisende, die bereits eine erste Dengue-Infektion hatten:
Die STIKO empfiehlt die Impfung für Personen ≥ 4 Jahren, die in der Vergangenheit bereits eine labordiagnostisch gesicherte Dengue-Virusinfektion durchgemacht haben:
(1) als Reiseimpfung vor Reisen in Dengue-Endemiegebiete mit erhöhtem Expositionsrisiko (z. B. längerer Aufenthalt, aktuelles Ausbruchsgeschehen).
(2) als beruflich indizierte Impfung bei gezielten Tätigkeiten mit Dengue-Viren (z. B. in Forschungseinrichtungen und Laboratorien) außerhalb von Endemiegebieten.
Die Datenlage für Personen, die in der Vergangenheit keine Dengue-Virusinfektion durchgemacht haben ("Dengue-Naive"), ist gegenwärtig sehr limitiert. Daher gibt die STIKO derzeit keine allgemeine Impfempfehlung für Dengue-naive Personen.
Dennoch gibt es viele Arztpraxen, die auch impfen, wenn vorher keine Infektion vorlag.
Quellen: RKI, tropeninstitut.de, WHO, Plan