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Overtourism: Griechenland sperrt ganze Insel für Touristen

Ab sofort darf ein beliebtes griechisches Ausflugsziel nicht mehr von Booten angefahren werden. Hier bekommt ihr alle Infos und Hintergründe. Außerdem korrigieren wir eine Falschmeldung aus deutschen Medien zu dem Thema.

Veröffentlicht von
Tobi
18.5.2022
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Ahoi Piraten, der Tourismus hat unbestritten viele positive Auswirkungen weltweit, so sorgt er für den Wohlstand ganzer Regionen und vielerorts für den Schutz von Flora und Fauna. Genauso sichtbar sind aber leider auch seine Schattenseiten und diese haben nun dazu geführt, dass in Griechenland gleich für eine ganze Insel ein Betretungsverbot erlassen wurde.

Um welche Insel geht es?

Im Osten Kretas, etwa 15 Kilometer vor der Küste, liegt die kleine, eigentlich unbewohnte Insel Chrissi (auch Chrisy, übersetzt: "Die Goldene").

© OpenStreetMaps

Was war passiert?

Wegen seiner traumhaften Strände und der einzigartigen Natur kamen zuletzt immer mehr Besucher. Geschätzte 200.000 Tagesgäste waren es zuletzt jedes Jahr. Einige ließen sich während der Sommermonate sogar ganz in Zelten und selbst gebauten Hütten nieder. In der Summe führte dies zu mehreren Problemen:

  • Müll

  • Verbrauch von Grundwasser, welches den Pflanzen fehlt

  • Zertreten der Jungpflanzen

  • Mitbringen von Ziegen, welche die kleinen Pflanzen fressen

Besonders belastet werden dadurch die zum Teil über 100 Jahre alten Chrissi-Zedern, von denen viele bereits entwurzelt und vertrocknet sind.

Was ist nun verboten?

Zwischen dem 1. Mai 2022 bis zum 31. Oktober 2022 und von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang darf die Insel von niemandem betreten werden.

❌ Auf zahlreichen deutschen News-Seiten lest ihr momentan, dass die Boote davor halten dürfen und die Touristen dann einfach an Land schwimmen können. Nach unserer Recherche stimmt dies aber nicht.

Ausflugsboote dürfen lediglich für eine begrenzte Zeit die Insel umrunden.

Ab wann gilt das?

Ab sofort.

Warum könnte das Verbot trotzdem noch gekippt werden?

Die Gemeinde Ierapetra, von der die meisten Boote starten, hat Angst ums Geschäft und legte deshalb beim Staatsrat Beschwerde gegen die Entscheidung des Komitees ein. Dieses will sich im Gegenzug wiederum an die Europäische Kommission wenden.

🔍 Quelle: dpa, efsyn.gr