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Tipps und Tricks für Flugreisen mit Hund

Hunde, die besten Freunde des Menschen. Viele von euch werden sicherlich einen Vierbeiner haben, der euch mit kalter Nase und treuen Blick den Tag versüßt und was fällt dann ganz besonders schwer? Genau, in den Urlaub fliegen und die Flauschkugel Zuhause lassen zu müssen, entweder bei Freunden, der Familie oder in einer Hundepension. Eins ist vorne weg natürlich erst einmal zu erwähnen, es ist keine Option, einen Hund auf jeden einwöchigen Trip in den Flieger zu setzen und mit auf Reisen zu nehmen, da es immer, egal wie gut das Tier trainiert ist, ein riesiger Stressfaktor ist. Aber manchmal geht es nicht anders und dann solltet ihr und euer Begleiter natürlich bestmöglich auf diesen Fall vorbereitet sein! Deswegen dreht sich in meinem heutigen Artikel alles um Flugreisen mit Hunden. Was bedeutet es, mit Hund auf Achse zu sein? Was müsst ihr beachten, wenn ihr euren Hund mit in den Urlaub nehmen möchtet? Wie sind die Einreisebestimmungen? Und was für Kosten kommen dabei auf euch zu? Ich versorge euch mit Tipps und Tricks wie ihr euren Liebling sicher ans Ziel bekommt.

Die harten Fakten

Das Wichtigste zuerst, die Fakten. Bis zu welcher Größe dürft ihr den Vierbeiner in der Kabine transportieren? Ab welcher Größe müssen Hunde im Frachtraum mitfliegen? Wie groß dürfen die Transportboxen für die Flugzeugkabine sein? Und auf was müsst ihr bei der Einreise mit Haustier achten? Fragen über Fragen. Diese Fragen sind ganz besonders wichtig, damit es am Ende nicht zu Problemen kommt und Waldo, Benno oder Frieda am Ende den Flieger doch nicht betreten dürfen. Also Block und Kugelschreiber gezückt und mitschreiben, dann geht am Ende auch nichts schief.

Hund in der Flugzeugkabine

  • Kleine Hunde bis zu 5kg dürfen in der Kabine befördert werden.
  • Manche Airlines machen Ausnahmen und Vierbeiner mit einer Gewichtsklasse von 6 bis 8kg dürfen in die Kabine
  • Die Transportbox darf die Maße 45 - 55cm x 35 - 40cm x 20 - 25cm nicht überschreiten.
  • Hunde über 5kg müssen im Frachtraum fliegen
  • Bei den meisten Airlines darf nur eine gewissen Anzahl an Tieren in der Kabine fliegen, deshalb möglichst früh buchen und den Transport anmelden.
  • Auf Einreisebestimmungen achten. Hakt in der Botschaft nach den Einfuhrbestimmungen eurer Wunschdestination nach. Außerdem benötigt ihr ein Gesundheitszertifikat und einen gültigen Impfausweis mit den nötigen Impfungen.
  • Länder, bei denen das Tier unter Quarantäne gestellt wird, eignen sich nicht für die Einreise.

Was für Hunde dürfen nicht im Flugzeug reisen?

Natürlich, wie sollte es auch anders sein, gibt es auch hier Ausnahmen. Manche Rassen dürfen aus Sicherheitsgründen bei Airlines nicht an Board - auch zum Wohle des Tieres und keiner von uns möchte die Horrornachricht schlechthin im Urlaub erhalten. Man kommt am Flughafen an, wartet darauf sich endlich wieder im weichen Fell vergraben zu können und dann bekommt man mitgeteilt, dass es dem Hund nicht gut geht, oder dass er gar verstorben ist. Niemand, wirklich niemand will das erleben und bei einigen Rassen besteht, aufgrund der Züchtung und des Körperbaus die Gefahr, in Stresssituationen zum Beispiel unter Atemnot zu leiden. Auch bei alten Tieren sollte davon abgesehen werden, sie an Board zu bringen.

Zu den Rassen mit kurzen Nasen und einem kurzem Kopfbau gehören unter anderem der Boston Terrier, Boxer, Bulldoggen, der Mops, Pekinesen, Shi Tzu und Chihuahuas. Aus Sicherheitsbestimmungen dürfen keine Listenhunde wie zum Beispiel Mastiff, Mastino oder auch Rottweiler an Board. Ihr wollt eurer Flauschkugel extra Luxus gönnen und in der Business Class fliegen - vorausgesetzt natürlich, Hund oder Hündin haben die richtige Größe, um in der Kabine mitfliegen zu dürfen - dann muss ich euch leider enttäuschen. So süß, wie die Idee auch ist, leider dürfen in der Business Class aufgrund der Sitzbeschaffenheiten keine Haustiere transportiert werden. Ihr könnt euch allerdings in der Economy einen Extrasitzplatz kaufen. Zwar darf die Transportbox nicht auf dem Sitz stehen, sondern muss am Boden bleiben, falls eine Notlandung ansteht, (Die Transportbox steht sicherer auf dem Boden, als auf dem Sitz) aber ihr habt mehr Platz für eure Füße und auch euer Begleiter hat etwas mehr Luft zum Atmen. Wo dürfen Hunde noch nicht mit an Board? Genau, bei Billigfliegern wie Ryanair, Easy Jet oder Wizz Air. Die Airlines sind nicht für den Tiertransport ausgelegt.

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Die richtige Transportbox für den Flieger finden

Die Transportbox ist das A und O, wenn ihr euren Hund mit in den Urlaub nehmen wollt. Stellt euch vor, ihr fliegt in einem Flugzeug, dessen Wände klapprig aussehen, die halb auseinander fallen oder gar scharfkantig seid. Versetzt euch in die Lage eures Hundes. Ihr fliegt zum ersten Mal, ihr habt keine Ahnung, wie alles funktioniert und dann sitzt ihr in einer kalten und ungemütlichen Kiste, habt womöglich Angst und Mutti oder Freund/Freundin zum dran festkrallen sind auch nicht da. Ihr würdet euch doch natürlich auch gleich viel wohler fühlen, wenn ihr in der Economy Class von Emirates sitzt und es warm und gemütlich ist, ihr euch sicher fühlt und der Sternenhimmel über euch glitzert, sobald es Zeit zum schlafen ist, oder? Also, die Transportbox eures Hundes muss die Luxusklasse von Emirates werden! Und wenn ihr Waldo oder Frieda mitschleppen wollt, dann solltet ihr auch ordentlich Geld investieren und gar nicht erst mit 50€ - Boxen anfangen.

Die Transportbox darf weder eine Faltbox sein, noch darf der Hund in der Lage sein, sich daraus zu befreien. Selbiges gilt auch für Transportboxen in der Kabine. Zwar kann man bei den meisten Fluggesellschaften Transportboxen nutzen, jedoch sollte man den Hund vor der Reise bereits an die Box gewöhnen (mehr dazu später) und nicht durch eine unbekannte Box stressen. Größe und Beschaffenheit der Box richten sich nach der International Air Transport Association - kurz IATA. Laut den Vorschriften muss euer Hund problemlos in der Box aufstehen können, ohne, dass seine Ohren oder der Kopf an der Decke der Box anstoßen, ebenso muss der Waldo sich frei umdrehen können und eine neue und bequeme Liegeposition finden können. Die Luftzirkulation muss ausreichend gewährt sein, damit euer Liebling immer Frischluft hat. Eigentlich logisch, aber ich wollte es einfach nochmal erwähnen. ;) Boxen für den Frachtraum müssen zudem mit einem Wasser- und Futternapf ausgestattet sein. Allgemein haben sich Kunststoffboxen auf dem Markt durchgesetzt, durch die einfache Reinigung, jedoch sind diese etwas weniger stabil als Boxen aus Aluminium.

Wie finde ich die richtige Größe für meine Hundebox?

Vor dem Kauf sollte man das Maßband zücken und erstmal berechnen, wie groß die gute Kiste denn nun werden soll. Dabei sollte man immer die IATA-Bestimmung im Hinterkopf haben, dass der Hund sie bequem und ohne Einschränkungen bewegen können muss.

  • Die Länge. Messt euren Hund von der Nasenspitze bis zum Ende der Rute aus und addiert die halbe Vorderbeinlänge hinzu. Et voilá, ihr habt die benötigte Länge für eure Hundebox.
  • Die Breite. Die Box sollte mindestens doppelt so breit sein, wie die breite eures Hundes. Lieber etwas mehr, als zu wenig.
  • Die Höhe. Ihr messt euren Vierbeiner von der Pfote bis zur Ohrenspitze aus und achtet dabei darauf, dass genügen Abstand zwischen Kopf und Boxdecke verfügbar ist. Übrigens, die meisten Hersteller geben nur die Außenmaße für die Boxen an, also lieber einmal Probesitzen, wenn möglich.

Achtet ebenfalls darauf, dass euer Hund problemlos rein und raussteigen kann in die Kiste, dass er freie Sicht hat und nicht die ganze Zeit auf eine dunkle Wand starren muss und dass die Luftzirkulation gewährt ist.

Wie trainiere ich meinen Hund auf die Reise im Flugzeug?

Als erstes solltet ihr euch natürlich an einen äußerst kundigen Hundetrainer oder eine Hundetrainerin wenden, die euch mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ich kann euch jedoch hier einen kleinen Überblick auf das Verschaffen, was euch bevorsteht. Aber ich wiederhole: holt euch Hilfe vom Fach und fangt nicht an, auf eigene Faust zu trainieren!

Ihr solltet rund ein Jahr vor Antritt einer Flugreise beginnen, mit eurer Flauschkugel zu trainieren. Die Box muss der Lieblingsort des Hundes werden. Hier soll er sich sicher fühlen, geborgen und die Umgebung in der Box sollte ihm absolut vertraut sein. Eine Decke mit bekanntem Geruch und vielleicht auch das Lieblingskuscheltier können gerne mit an Board. Ihr bringt eurem Liebling erstmal in der Wohnung bei, dass er sich in der Box zurückziehen kann und dann, Schritt für Schritt, wird auch die Tür davor verschlossen und ihr verlängert die Zeiträume. Natürlich muss sich Waldo zum gesamten Zeitraum des Trainings absolut wohl mit seiner Box fühlen, hier gehören keine schlechte Erfahrungen her. Sobald ihr euren Liebling für längere Zeit entspannt in der Box lassen könnt, könnt ihr anfangen, an dunkleren Orten mit ihnen zu trainieren. Natürlich wird der Frachtraum im Flugzeug beheizt, wenn Tiere transportiert werden, dennoch ist es dunkler, als in der Kabine und auch daran muss sich erst gewöhnt werden. Bringt also Geduld ins Training mit und denkt immer daran, ihr wollt euren Vierbeiner mitnehmen, dann solltet ihr auch die besten und stressfreiesten Beschaffenheiten erzeugen.

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Die Einreise

Am einfachsten ist natürlich die Einreise in EU-Länder aus EU-Ländern. Hierfür benötigt ihr eine gültige Tollwutschutzimpfung, der Hund muss gechipt sein und ihr braucht den blauen Heimtierausweis. Die nachfolgenden drei Länger haben die strengsten Einreisebestimmungen für Tiere und es sollte davon abgesehen werden, Hunde für eine einfachen Urlaub ins Land zu bringen.

  • Island. Für Island müsst ihr euch eine Importgenehmigung von niemand geringerem als den Leiter des Veterinäramtes holen. Außerdem müssen die Tiere nach Einreise für mehrere Monate in völliger Isolation leben, weshalb gerade für Touristen keine Einreisegenehmigungen erteilt werden.
  • Australien. Euer Liebling muss sich 6 Monate vor Abreise durchgehend im Exportland aufhalten. Außerdem wird eine Tollwutschutzimpfung, eine Blutprobe und eine Titerbestimmung benötigt. (Die Titerbestimmung ist für den Nachweis der gebildeten Antikörper gegen Tollwut). Wenn ihr aus einem EU-Land einreist, muss der Hund mindestens 30 Tage in Quarantäne verbringen. Die Einfuhr darf nur über Sydney, Melbourne und Perth erfolgen. Folgende Hunderassen sind von der Einreise komplett ausgeschlossen: Dogo Argentino, Fila-Brazileiro, Tosa-Inú, Pitbull-Terrier, American Pitbull und Presa Canaria.
  • USA. Für die Einreise mit Hund in die USA benötigt ihr ein Gesundheitszeugnis und euer Liebling muss mindestens 30 Tage vor Einreise gegen Tollwut geimpft werden. Welpen, die jünger als 12 Wochen sind, können ohne Impfung einreisen und müssen erst vor Ort innerhalb von 30 Tagen geimpft werden und danach für 30 Tage In Isolation bleiben - jedoch rate ich euch komplett davon ab, mit einem Welpen eine Flugreise anzutreten.

Was kostet es, einen Hund im Flieger zu transportieren?

Es gibt nur wenige Airlines, denen ich meinen Hund wirklich anvertrauen würde, bei all den Horrorgeschichten, die man Online so zu lesen findet. Aber ich möchte euch zwei Airlines vorstellen und die Kosten, die dabei auf euch zukommen können.

Lufthansa ist die erste Airline, auf die ich mich konzentrieren möchte. Am besten fliegt ihr von Frankfurt aus ab, denn dort gibt es eine Animal Lounge. Hier werden eure Vierbeiner von speziell ausgebildetem Personal in Empfang genommen und die Pflege wird auf die jeweilige Rasse abgestimmt. Es wird dafür gesorgt, dass genügend zu Essen und Trinken mit dabei ist, die Transitzeiten werden so kurz und schnell wie möglich gehalten (wobei ein Direktflug immer die beste Wahl ist, um Stress bei Zwischenlandungen zu vermeiden) und der gesamte Transport wird komplett dokumentiert. Beim Kabinentransport innerhalb der EU zahlt ihr 50€, dieser ist bis maximal 8kg bei Lufthansa möglich. Für internationale Flüge liegt der Preis bei 70€ in der Kabine. Transport im Frachtraum mit einer Boxgröße von maximal 60 x 45 x 40cm kostet rund 100€ innerhalb der EU und für internationale Destinationen 150€. Die Boxgröße Large mit maximal 125 x 75 x 85cm kommt mit 200€ innerhalb der EU und 300€ für einen internationalen Flug auf euch zu.

Condor ist die zweite Airline, die ich euch vorstellen möchte. Hunde bis zu 6kg dürfen in der Kabine in einer Transportbox mit den maximalen Maßen von rund 55 x 40 x 20cm mitfliegen. Eine Anmeldung des Tieres vor dem Abflug ist definitiv Pflicht. Frühbucher zahlen 49,99€ und der Normalpreis liegt bei 59,99€. Ab 6kg geht es in den Frachtraum mit einer Boxgröße von maximal 80 x 55 x 100cm. Auch hier gilt Anmeldepflicht. Frühbucher zahlen 74,99€ und der Normalpreis liegt bei 79,99€.

Zu guter Letzt

Bevor ihr mit eurem Hund wirklich auf Reisen geht, solltet ihr euch gut überlegen, ob es wirklich sein muss, denn wie schon erwähnt, eine Flugreise bedeutet Stress, egal wie gut ihr trainiert und ihn vorbereitet habt. Am besten sprecht ihr euch mit dem Tierarzt eures Vertrauens ab, ob euer Liebling auch wirklich fit genug und in der Lage ist, die Weltmeere zu überqueren. Wenn ihr euch ein Beruhigungsmittel besorgt, achtet genau darauf, dass es eines ist, dass euren Hund auch wirklich schlafen lässt und das gut auf ihn abgestimmt ist. Es gibt nämlich Beruhigungsmittel, die quasi nur den Körper betäuben, im Kopf ist der Hund jedoch noch voll da. Stellt euch also mal vor, ihr könnt euch nicht wirklich bewegen und werdet in einer Box durch die Gegend geflogen, da kommt Panik auf!

Wenn ihr dann all diese Sachen bedacht hab und das Go vom Tierarzt habt, dann steht einem Urlaub oder einem Roadtrip mit der Flauschkugel nichts mehr im Weg. Genießt die Sonne auf eurer Nase, euer Liebling wird es euch gleich tun. Abenteuer gemeinsam erleben macht eure Verbindung noch stärker als zuvor.

von Daniela Krieger

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